"Bin teilweise ratlos": Unterberger beklagt Schiri-Kommunikation

Dreimal geführt, aber dennoch 3:4 verloren: Die SpVgg Unterhaching erlebte im Heimspiel gegen Borussia Dortmund II einen bitteren Nachmittag. Mehr noch als über die Niederlage ärgerte sich Trainer Marc Unterberger aber über den Schiedsrichter und dessen Kommunikation.

Ärger über Elfmeter

Lange sah es danach aus, als könne die Spielvereinigung gegen den BVB zumindest einen Punkt mitnehmen, ehe Ole Pohlmann kurz vor Schluss mit einem direkt verwandelten Freistoß seinen dritten Treffer des Tages erzielte und damit auf 4:3 für die Dortmunder stellte – und das, obwohl Haching durch Hobsch (38.), Maier (58.) und Stiefler (76.) zuvor dreimal in Führung gegangen war. Entsprechend enttäuscht war Trainer Marc Unterberger nach Spielende. "Das ist sehr bitter. Ich habe uns jetzt nicht als schlechtere Mannschaft gesehen. Ganz im Gegenteil, ich fand, dass wir über weite Strecken des Spiels die bessere Mannschaft waren", sagte er im "MagentaSport"-Interview. "So ist es einfach für uns sehr blöd gelaufen, und da ärgern wir uns auch drüber."

Groß war der Ärger auch deshalb, weil Schiedsrichter Marc Philip Eckermann aus Sicht von Unterberger zweimal zu Unrecht einen Elfmeter für den BVB gegeben hatte. Zunächst nach 62 Minuten, dann nochmal in Minute 80. Vor allem der zweite Strafstoß löste heftige Diskussionen aus. "Man sieht es, dass er ihn vor der Linie trifft", sagte Unterberger über einen Zweikampf von Welzmüller an Pohlmann. Näher darauf eingehen wollte Hachings Coach aber nicht.

"Man bekommt immer gleich eine arrogante Antwort"

Stattdessen arbeitete er sich an der aus seiner Sicht fehlenden Kommunikation mit dem Unparteiischen ab. "Die Art und Weise der Schiedsrichter ist das Einzige, was mich stört, weil man keine normale Antwort bekommt. Sie gehen nach Abpfiff direkt, weil alles schlecht und medienwirksam blöd ausschaut. Ich bin ratlos teilweise über die Schiedsrichter in der Liga." Hachings Coach würde sich wünschen, "dass sie sich auch mal hier vor die Kamera stellen und mit so einer Szene konfrontiert werden". Auf der Pressekonferenz nach Spielende legte der 35-Jährige dann doch nochmal nach und monierte für das hohe Niveau in der 3. Liga "viel zu viele Fehlentscheidungen. Jede Woche haben wir unzählige Diskussionen".

Auch Manuel Stiefler übte Kritik: "Mit ganz vielen Schiedsrichtern kann man nicht mehr reden, da kommt immer gleich eine arrogante Antwort", sagte der 35-Jährige und führte aus: "Ich habe es oft in der zweiten Liga erlebt, dass man da auch mal mit dem Schiedsrichter sprechen kann, dann gesteht man dem auch einen Fehler ein." Zuvor hatte Stiefler den ersten Strafstoß nach einem Foul an  Elongo-Yombo verursacht. "Wenn ich das so sehe, glaube ich, man kann ihn geben. Ganz am Anfang berühre ich ein bisschen den Ball, aber gut, es ist so ein Fifty-Fifty-Ding", sagte der Routinier.

Kritik am BVB

Hitzige Diskussionen gab es während der Partie auch zwischen den Bänken. Etwa in der 28. Minute, nachdem Hachings Westermeier den Dortmunder Hettwer bei einem Konter rüde per Check abgeräumt hatte. "Das ist sicherlich ein hartes Foul, man kann darüber diskutieren, aber da springen elf Leute auf und gehen auf meinen Spieler. Das können wir uns einfach nicht gefallen lassen", schimpfte Unterberger. "Da stehe ich als Trainer hinter meiner Mannschaft und nehme auch eine gelbe Karte auf mich." Diese sah er in der 80. Minute für Proteste über den zweiten Strafstoß. Der 35-Jährige klärte auf: "Es geht darum, dass Borussia Dortmund ein Name ist und immer wieder am provozieren ist. Das war auch schon im Hinspiel so, als sie nach Schlusspfiff auf unsere Spieler losgegangen sind. Das war heute wieder so. Ich habe einfach meine Mannschaft geschützt."

Am Ende stand die erste Niederlage nach zuvor drei Siegen in Folge. "Wir haben ein Riesenspiel gemacht, bekommen aber die Gegentore zu schnell", bilanzierte Unterberger und blickte voraus: "Wir stehen auf und machen weiter." Am nächsten Samstag gastiert der Aufsteiger in Essen. Mit Max Lamby und Mathias Fetsch werden dann allerdings gleich zwei Spieler gelb-gesperrt fehlen.

   
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