Bestätigt! Verls Kniat ist neuer Trainer von Arminia Bielefeld

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, nun ist es offiziell: Michél Kniat, bisher beim SC Verl an der Seitenlinie, ist neuer Trainer von Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld. Das gab der DSC am Dienstag bekannt. Auch Co-Trainer Daniel Jara zieht es auf die Alm. Beide haben bis 2025 unterschrieben.

Ablöse wohl bei 200.000 Euro

Als Verls Sportvorstand Raimund Bertels am Montagnachmittag in die Offensive ging und das Interesse der Arminia an Kniat öffentlich bestätigte, herrschte dem Vernehmen nach bereits Einigkeit zwischen beiden Klubs. Als "übermäßig kompliziert" sollen sich die Verhandlungen nicht erwiesen haben, schreibt die "Neue Westfälische", zumal sich die Bielefelder mit Kniat selbst schon länger einig gewesen sein sollen. Offenbar zahlt der DSC eine Ablöse von rund 200.000 Euro an die Verler, wo Kniat noch bis 2024 unter Vertrag stand. Viel Geld für einen Klub, der finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Doch um seinen Wunschkandidaten für den Trainerposten verpflichten zu können, ist es dem DSC gelungen, das Geld freizumachen.

"Dass wir Mitch Kniat für Arminia Bielefeld und unseren eingeschlagenen Weg der Neuausrichtung gewonnen haben, freut uns sehr", erklärt Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel. Schon beim erstem Gespräch sei der 37-Jährige "direkt Feuer und Flamme für die Aufgabe" gewesen, berichtet Mutzel. "Er bringt genau die Eigenschaften und die Begeisterung mit, die für das Profil des neuen Arminia-Cheftrainers wichtig sind: Eine klare Spielidee mit viel Ballbesitz, hohem Pressing und offensiver Ausrichtung, absolute Begeisterung für die Arbeit mit jungen Spielern und das Heranführen von Talenten aus dem Nachwuchs sowie eine tiefe Kenntnis der 3. Liga. Durch seine positive Art und seine überzeugende Ansprache wird er nach meiner Auffassung alle im Team erreichen."

"Wusste direkt: Das willst du machen"

Alleine kommt Kniat nicht, sondern bringt seinen langjährigen Co-Trainer Daniel Jara mit. Beide arbeiteten zuvor auch bei der U21 des SC Paderborn zusammen. Im Februar 2022 war das Duo nach Verl gekommen und hatte den Sportclub trotz geringer finanzieller Mittel und der Tatsache, dass die Verler seit drei Jahren kein echtes Heimspiel mehr bestritten haben, zweimal in Folge zum Klassenerhalt geführt. 2022 in einem spektakulären Endspurt mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen, in der nun abgelaufenen Saison dann überaus souverän. Bereits sechs Wochen vor Saisonende war alles klar, am Ende wurde Verl starker Zehnter.

Die Arminia soll Kniat nun zum Wiederaufstieg führen. "Als der Anruf von Michael Mutzel kam und er mir seine Pläne für Arminia erklärt hat, wusste ich direkt: Das willst du machen", sagt der in Eschweiler geborene Coach. Gleichzeitig dankt er den Verantwortlichen beim SC Verl, "dass sie mir diesen Schritt ermöglichen" und betont: "Die Entscheidung, zur neuen Saison ein neues Kapitel aufzuschlagen, habe ich mir nicht leicht gemacht. Ich habe hier eine unglaublich intensive und schöne Zeit gehabt." Viel Zeit verlieren will er nun nicht: "Wir legen gemeinsam direkt heute los, ich verspüre große Lust auf diese Aufgabe bei der Arminia. Ich weiß, dass wir fleißig, kreativ und überzeugend sein müssen, um unsere Mannschaft für die neue Saison vorzubereiten." In Bielefeld ist Kniat der fünfte Trainer innerhalb der letzten eineinhalb Jahre. Er tritt die Nachfolge von Uwe Koschinat an, dessen auslaufender Vertrag nach dem Abstieg nicht verlängert worden war.

Verl will Nachfolger "zeitnah" präsentieren

Beim SC Verl ist das Bedauern über den Abgang des Erfolgstrainers indes groß: "Mitch und sein Team haben in ihrer Zeit in Verl Großartiges geleistet. Da ein Trainertyp wie Mitch Begehrlichkeiten weckt und dazu auch, logischerweise, sehr ambitioniert ist, haben wir seinem Wunsch entsprochen und eine Einigung mit Arminia erzielt", so Bertels. Gänzlich unvorbereitet trifft der SC Verl den Abgang aber nicht: "Das der Tag irgendwann kommen würde, war uns bewusst. Es gehört zum Geschäft, dass auch Trainer den Verein verlassen", so Sportdirektor Sebastian Lange, der sich nun auf der Suche nach einem Nachfolger befindet.

Der Sportclub sei "vorbereitet" und werde "zeitnah" einen Nachfolger präsentieren, "der zu uns und unserer Spielphilosophie passt", kündigt der Ex-Profi an. "Der bisher eingeschlagene Weg, für den wir als Verein stehen, soll und wird fortgesetzt werden." Ein Kandidat soll Ex-Arminia-Co-Trainer Carsten Rump von Viertligist SV Rödinghausen sein. Dort steht der 42-Jährige allerdings noch bis 2025 unter Vertrag. Ob er eine Austiegsklausel für höherklassige Angebote besitzt, ist nicht bekannt.

   
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