Bertram im Interview: "Gehen mit Torchancen zu fahrlässig um"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Magdeburgs Offensivspieler Sören Bertram über die vielen Unentschieden des FCM, seine starke Torquote und den Wunsch nach einer schnellen Rückkehr in die 2. Bundesliga.

"Das ärgert uns natürlich"

liga3-online.de: Mit dem 1. FC Magdeburg rangieren Sie nach 15 Spieltagen auf Platz elf. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus, Herr Bertram?

Sören Bertram: Durchwachsen. Zu Saisonbeginn gab es zu viele Remis, in den letzten Wochen haben wir uns zu selten für unseren Aufwand belohnt. Wir gehen mit unseren Torchancen zu fahrlässig um. Da ist auf jeden Fall noch viel Luft nach oben.

Kein Team hat öfter unentschieden gespielt als Magdeburg (achtmal). Wie ärgerlich ist das?

Das ärgert uns natürlich. Mit nur drei Niederlagen im unteren Mittelfeld zu stehen, ist zu wenig. Der FC Ingolstadt hat beispielsweise ebenfalls dreimal verloren und ist Zweiter.

Sind Sie der Meinung, dass der FCM viel weiter oben stehen müsste?

Es wäre definitiv möglich gewesen, vorne mitzumischen. Wir haben es aber zu selten geschafft, in Führung zu gehen und gegen Teams aus der unteren Tabellenregion zu gewinnen. Beispielsweise beim 1:1 bei Schlusslicht Jena mussten wir einem Rückstand hinterherlaufen und viel Energie aufwenden, um zurückzukommen. Das passiert uns zu oft. Dass wir dann aber immer wieder zurückkommen und meistens nicht verlieren, stimmt mich positiv. Die Leistung stimmt, nur der Ertrag noch nicht.

Was muss außerdem besser werden, damit Magdeburg zur Spitzengruppe aufschließen kann?

Wir müssen noch selbstbewusster auftreten und mehr Siegeswille zeigen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir das Tor nicht mit aller Macht erzielen wollen. Diesen Siegeswillen sollten wir bereits im Training haben, um so Selbstbewusstsein für die Spiele zu tanken.

 

"FCM gehört perspektivisch in die 2. Liga"

Für Sie persönlich läuft es rund, mit sieben Saisontoren sind Sie bester Torschütze in Ihrer Mannschaft. Das sind jetzt schon mehr Treffer als in den vorherigen beiden Zweitliga-Spielzeiten für Erzgebirge Aue und den SV Darmstadt zusammen (fünf). Woran ist die bessere Torquote festzumachen?

Ich spiele beim FCM wieder auf meiner Lieblingsposition, als hängende Spitze hinter den beiden Mittelstürmern. Diese Position liegt mir am besten, da kann ich meine Stärken optimal ausspielen und – wie zuletzt – Tore aus dem Rückraum erzielen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen noch einige Treffer mehr folgen lassen kann.

Sie wollen so schnell wie möglich zurück in die 2. Bundesliga, oder?

Absolut. Und ich bin auch davon überzeugt, dass wir das mit dem 1. FC Magdeburg schaffen können. Ich habe schon bei mehreren Klubs in der 3. Liga gespielt und kann aus Erfahrung sagen, dass unser Kader eine hohe Qualität hat. Außerdem ist die Mentalität in der Mannschaft top. Der 1. FC Magdeburg gehört perspektivisch einfach in die 2. Bundesliga. Alleine schon mit der riesigen Fanbase bei Auswärtsspielen hat der FCM die 2. Liga in der letzten Saison bereichert.

Am Samstag hat Magdeburg die drittplatzierte SpVgg Unterhaching zu Gast. Ihre Gegner-Einschätzung?

Unterhaching ist sehr spielstark. Von der fußballerischen Qualität her kann man die SpVgg mit einer zweiten Mannschaft eines Erstligisten vergleichen. Das Team ist gespickt mit vielen jungen Spielern, die von Routiniers wie die beiden Torjäger Stephan Hain und Dominik Stroh-Engel geführt werden. Genau wie wir konnten die Hachinger bisher vor allem defensiv überzeugen, bloß 14 Gegentore können sich sehen lassen. Es wird eine schwierige Aufgabe. Wir wollen aber unbedingt unseren nächsten Heimsieg einfahren.

Haching hat auch schon sieben Remis auf dem Konto, fünf der sechs letzten Partien endeten unentschieden. Wir tippen mal auf ein Unentschieden. Was spricht dagegen?

Die vielen Remis von Haching und uns zeigen einmal mehr, wie ausgeglichen diese Liga ist. Nuancen entscheiden über den Spielausgang. Ich bin guter Dinge, dass wir diesmal die Nuance besser sind, um den Dreier zu holen.

   
Back to top button