Bei Fortuna Köln liegt die Kraft in der Ruhe

Wie viel Arbeit ein 2:0-Heimsieg bedeuten kann, hat Fortuna Köln im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt erfahren. Erst eine gelb-Rote Karte für Erfurt, eine überragende Einzelaktion und ein im Nachschuss verwandelter Elfmeter sorgten für die drei Punkte. Trotzdem bleibt die Fortuna auf Kurs: Zwölf Spiele, 27 Punkte – Platz drei.

Platzverweis spielt Köln in die Karten

In Euphorie verfallen in der Kölner Südstadt trotzdem nur die Fans, nicht aber Trainer Uwe Koschinat. Der hatte gegen Erfurt zwar ein "unglaublich intensives Spiel gesehen", allerdings eines, in dem lange Zeit auch ein anderer Ausgang möglich war. Die Gäste aus Erfurt stellten die Fortuna vor Probleme, man habe sich "sehr schwer getan", sagte Koschinat bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. Womöglich war es die Gelb-Rote Karte für Erfurts Joker Christopher Bieber (66.), der zu diesem Zeitpunkt gerade einmal acht Minuten auf dem Feld gestanden hatte, die das Spiel zugunsten Kölns kippen ließ. Danach spielte die Koschinat-Elf mit dem Selbstvertrauen und der Ruhe eines Tabellendritten und kam durch Treffer von Daniel Keita-Ruel (74.) und Hamdi Dahmani (87.) doch noch zum achten Saisonsieg.

Keita-Ruel macht den Unterschied

Vielleicht zeigte sich vor allem an diesen beiden Toren, warum Köln in dieser Saison noch lange um den Aufstieg mitspielen könnte, obwohl die Mannschaft nur ganz selten einmal einen Gegner über die komplette Spielzeit dominiert. Da wäre einmal der Treffer von Keita-Ruel, der eine Flanke von Nico Brandenburger artistisch und gekonnt per Seitfallzieher vollendete – es war nicht der erste wichtige Treffer des Angreifers, der nach schwierigen Jahren endlich dabei ist, sein Potenzial dauerhaft abzurufen. Und der um seine Stärken weiß: "Ich war mir ziemlich sicher, dass der Ball rein geht", sagte Keita-Ruel "FortunaTV" nach seinem Führungstreffer. Und dann war da noch Hamdi Dahmani, dessen Elfmeter Erfurts Torhüter Philipp Klewin im ersten Versuch parierte. Doch gegen den Nachschuss war dann auch Klewin machtlos – 2:0 (87.). Szenen wie diese gibt es im Fußball immer wieder, doch Köln war in Person von Maik Kegel schon im ersten Durchgang vom Punkt an Klewin gescheitert (27.). Wahrscheinlich ist die größte Stärke dieser Mannschaft, dass sie nur selten unruhig wird und niemals aufgibt. In einer so ausgeglichenen Liga kann das den Unterschied machen. Und vielleicht sogar zum Aufstieg reichen.

   
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