Wie Darmstadt und Kaiserslautern bei Abstieg planen

Sieben Spieltage vor Schluss hat der SV Darmstadt 98 als Vorletzter der 2. Liga fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, der 1. FC Kaiserslautern sogar derer acht. Ein Abstieg ist wahrscheinlich, erfordert aber intensive Vorbereitungen. Das betrifft nicht nur die Personalplanung, sondern vor allem wirtschaftliche Aspekte. Ein Überblick.

Darmstadt: Es geht um 14 Millionen Euro

Der SV Darmstadt 98 läuft Gefahr, direkt von der Bundesliga bis in die 3. Liga runtergereicht zu werden – dieses Schicksal ereilte vor zwei Jahren bereits den SC Paderborn. Dass die Mannschaft bei einem Abstieg ein verändertes Gesicht bekommen würde, ist da noch das kleinste Problem. Schlimmer würde den Klub der Wegfall der TV-Gelder treffen: Statt derzeit 15 Millionen Euro erhielte Darmstadt dann nur noch rund eine Millionen, berichtet der "Kicker". Auch in den Bereichen Sponsoring, Merchandising und Zuschauereinnahmen wäre wohl mit einem erheblichen Einbruch der Einnahmen zu rechnen.

Veränderungen würde es wohl auch beim Personal geben. Trainer Dirk Schuster kündigte in einem Interview mit dem "Echo" an, er glaube noch an den Klassenerhalt, könne sich einen Verbleib aber auch im Falle eines Abstiegs. "Den Gedanken habe ich", sagte Schuster. Wie der "Kicker" recherchiert hat, dürften einige Leistungsträger, darunter Torwart Daniel Heuer Fernandes, Kevin Großkreutz oder Artur Sobiech ablösefrei gehen. Andere wie Felix Platte, Tobias Kempe oder Marvin Mehlem hätten auch in der 3. Liga gültige Arbeitspapiere.

Immerhin, das stellte Präsident Rüdiger Fritsch kürzlich klar, wäre ein Abstieg nicht gleichbedeutend mit einem Stopp des Stadionumbaus. Das Finanzkonzept ist auf mindestens 15 Jahre ausgelegt, ein bis zwei Jahre in der 3. Liga sind einkalkuliert.

Kaiserslautern: Etat würde halbiert

Sollte der 1. FC Kaiserslautern den Abstieg nicht vermeiden können, müsste zunächst einmal die Lizenz für die 3. Liga gesichert werden. Einfach dürfte das nicht werden, schließlich sind die "Roten Teufel" nicht gerade auf Rosen gebettet und auch auf sie kämen erhebliche finanzielle Mindereinnahmen zu. Der neue Sportvorstand Martin Bader sagte dem "Kicker" kürzlich, im Falle eines Abstiegs würde der Etat von jetzt gut zehn Millionen halbiert werden, große Sprünge wären dann nicht möglich.

Völlig offen wäre dann auch, wie der Kader aussehen würde. Trainer Michael Frontzeck (Vertrag bis 2019) hat zwischen den Zeilen bereits durchblicken lassen, dass er gerne bleiben würde. Aber welche Spieler stünden ihm zur Verfügung? Lautern hat derzeit viele ausgeliehene Spieler im Kader, von ihnen dürften Torhüter Marius Müller, Verteidiger Leon Guwara oder Mittelfeldmotor Ruben Jenssen kaum Interesse an einem Verbleib haben. Und die wenigen Akteure, die sich in der Saison aufdrängen konnten, es seien exemplarisch Brandon Borrello oder Sebastian Andersson genannt, werden sich ebenfalls mit einem Abschied liebäugeln. Nach "Kicker"-Angaben sollen die Verhandlungen über Vertragsgültigkeiten in der 3. Liga mit einigen Spielern bereits weit fortgeschritten sein.

Möglicherweise gelingt es dem FCK ja, um Kapitän Christoph Moritz, dessen Vertrag allerdings ausläuft, und Halil Altintop ein neues Team mit vielen Talenten aus dem eigenen Nachwuchs und der Region aufzubauen. "Der Weg des FCK würde jünger und einen Tick regionaler werden – mit einer höheren Identifikation bei den Spielern", sagte Bader zur Planung. Sollte Kaiserslautern tatsächlich absteigen, würde im WM-Stadion von 2006 künftig nur noch Drittliga-Fußball zu sehen sein.

 

   
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