Beck: "Wäre falsch gewesen, nach Abstieg zu gehen"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Magdeburgs Kapitän Christian Beck über den Saisonstart mit vielen Unentschieden, das anstehende Top-Spiel gegen den MSV Duisburg, Angebote aus anderen Ligen und Gründe für seinen Verbleib nach dem Abstieg.

"Hätten uns natürlich ein paar Zähler mehr erhofft"

liga3-online.de: Sieben Spiele, zehn Punkte: Wie zufrieden ist man damit beim 1. FC Magdeburg, Herr Beck?

Christian Beck: Wir hätten uns natürlich ein paar Zähler mehr erhofft. Allerdings hatten wir einen großen Umbruch und wussten, dass wir etwas Zeit brauchen. Außerdem muss man auch mal das Positive sehen: Wir haben seit sechs Begegnungen nicht verloren.

Mit vier Unentschieden sind die Magdeburger gemeinsam mit Waldhof Mannheim die Remis-Könige der Liga. Fühlen sich Unentschieden derzeit wie Niederlagen an?

Fakt ist, dass die vielen Remis nicht zufriedenstellend sind. Vor allem die letzten zwei Auswärtspartien bei den sehr tiefstehenden Teams Chemnitz und in Jena (0:0 und 1:1, Anm. d. Red.) hätten wir gewinnen müssen.

Der FC Carl Zeiss Jena holte gegen Magdeburg den ersten Zähler in dieser Saison. Wieso hat es dort nicht für einen Sieg gereicht?

Für Jena war es zu einem frühen Zeitpunkt bereits so etwas wie ein Endspiel. Das wussten wir, aber trotzdem hat die Einstellung nicht hundertprozentig gestimmt. Wir haben gegen die tief stehende Abwehrreihe von Jena zu wenige Lösungen gefunden und vorne zu wenig Tempo aufgebaut. Vielleicht wäre es auch sinnvoll gewesen, hin und wieder mal eine Flanke zu schlagen, anstatt ständig zu versuchen, das Bollwerk mit kurzen Pässen zu überspielen. Wir waren insgesamt zu langsam und zu unkreativ.

Mit den Partien gegen den MSV Duisburg am Freitag und beim 1. FC Kaiserslautern in der kommenden Woche stehen nun zwei Top-Spiele an. Wie schätzen Sie die Zebras ein?

Duisburg hat eine brutale Qualität bei eigenem Ballbesitz und wird uns das Leben schwer machen. Allerdings wollen wir nach dem 5:1-Erfolg gegen 1860 München nachlegen und vor eigenem Publikum unbedingt den nächsten Dreier einfahren.

 

Karriereende beim FCM vorstellbar

Für Sie und den FCM ging es nach nur einem Jahr in der 2. Bundesliga wieder runter in die 3. Liga. Wie würden Sie die letzte Spielzeit rückblickend bewerten?

Der Abstieg war extrem ärgerlich. Wir haben gesehen, dass wir in der 2. Liga mithalten können. Das Problem waren die vielen späten Gegentore, die wir nicht abstellen konnten. Dadurch haben wir zahlreiche Punkte verschenkt.

Jetzt, wo Sie wissen, wie es in der 2. Bundesliga ist, wollen sie dorthin auch wieder zurück, oder?

Auf jeden Fall. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren noch einmal die Chance bekommen, uns in der 2. Bundesliga zu beweisen. Dafür werden wir alles geben. Es war ein tolles Jahr mit sensationellen Spielen vor fantastischen Kulissen. Unter anderem die Begegnungen gegen den Hamburger SV und den 1. FC Köln werden mir in Erinnerung bleiben.

Immerhin zehnmal trafen Sie in der 2. Liga. Gab es im Sommer Angebote von Zweitligisten?

Unter anderem. Auch Klubs aus dem Ausland hatten Interesse bekundet. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich mir nicht Gedanken über einen Wechsel gemacht hätte. Allerdings habe ich mich gleich aus zwei Gründen für einen Verbleib entschieden. Der FCM ist in den letzten sechseinhalb Jahren mein Herzensverein geworden und es wäre falsch gewesen, nach einem Abstieg zu gehen. Hinzu kommt, dass meine Familie und ich uns sehr wohl fühlen und eine räumliche Veränderung nicht unser Wunsch war.

Bereits seit Januar 2013 spielen Sie für den FCM, mittlerweile sind Sie auch Kapitän. Werden Sie überhaupt noch einmal irgendwo anders kicken?

Noch spiele ich ja hoffentlich ein paar Jahre. (lacht) Aber es ist durchaus vorstellbar, dass ich in Magdeburg meine Laufbahn beende.

   

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