Christian Beck: "Sonderschichten für Traumtore gibt es nicht"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Magdeburg-Torjäger Christian Beck über den Sieg gegen Münster, sein Talent für Traumtore, das große Saisonziel des FCM und die kommende Aufgabe beim SV Werder Bremen II.

[box type="info" size="large"]"Wir waren kurz geschockt"[/box]

liga3-online.de: Das 3:1 gegen Preußen Münster war für den 1. FC Magdeburg der erste Sieg im neuen Jahr. Die Erleichterung nach Abpfiff war groß, oder Herr Beck?

Christian Beck: Auf jeden Fall. Nach den vorherigen Ergebnissen war der Druck ziemlich groß, weil der Vorsprung auf Relegationsplatz drei immer kleiner wurde. Der Sieg war enorm wichtig.

Beeindruckend war, dass der FCM trotz eines frühen Rückstandes bereits zur Halbzeit 3:1 führte. Waren Sie vom Gegentor komplett unbeeindruckt?

Nein, wir waren schon kurz geschockt. Das ist auch ganz normal, wenn man in einem kleinen Formtief steckt und so früh wieder einem Rückstand hinterherläuft. Aber ich hatte auch nach dem Gegentor ein gutes Gefühl und wusste, dass wir das Spiel trotzdem gewinnen. Es hat dann auch zum Glück nicht lange gedauert, bis Tobias Schwede genau zum richtigen Zeitpunkt zum Ausgleich traf und damit die Wende einleiten konnte.

Auch Sie trugen Ihren Teil zum Sieg bei, erzielten ein sehenswertes Seitfallziehertor zum Endstand. Anders konnten Sie den aber auch gar nicht nehmen, stimmt’s?

Das ist schon richtig. Wäre ich mit dem Kopf hingegangen, hätte ich mit ziemlicher Sicherheit nicht genug Druck hinter den Ball bekommen. Ich musste den Seitfallzieher versuchen. Dass ich den Ball dann so perfekt treffe, ist natürlich klasse.

Vor gar nicht allzu langer Zeit hatten Sie schon einmal ein ähnliches Traumtor erzielt. Im April 2017 war Ihnen beim 2:0 gegen Ihren Ex-Klub Rot-Weiß Erfurt ein Treffer per Fallrückzieher gelungen. Jetzt mal ehrlich: Legen Sie im Training Sonderschichten dafür ein?

(lacht) Sonderschichten für Traumtore gibt es nicht. Wir spielen aber seit einigen Jahren Fußball-Tennis im Training. Dabei packt man dann hin und wieder Fallrückzieher und Seitfallzieher aus. Vielleicht hat mir das dabei geholfen, in Situationen wie gegen Erfurt und Münster den Ball richtig zu treffen.

 

[box type="info" size="large"]"Werder wird uns alles abverlangen"[/box]

Durch die Niederlage von Tabellenführer SC Paderborn (0:1) gegen Rot-Weiß Erfurt sind Sie wieder bis auf einen Zähler an die Spitze herangerückt, der Vorsprung auf Relegationsplatz drei ist wieder auf sechs Punkte angewachsen. Der Aufstieg ist mittlerweile das klare Ziel, oder?

Definitiv. Wir können nach einer so starken Hinserie nicht das Ziel ausgeben, nur einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Bis Saisonende wollen wir den Aufstiegsplatz nicht mehr hergeben.

Wer sind neben dem SC Paderborn die größten Konkurrenten im Aufstiegsrennen?

Der SV Wehen Wiesbaden sitz uns jetzt schon länger im Nacken und wird auf jeden Fall eine gute Rolle spielen. Aber auch der Karlsruher SC und Hansa Rostock waren zuletzt sehr konstant und werden alles dafür tun, uns noch zu überholen. Hinzu kommt der SC Fortuna Köln, dem ich ebenfalls zutraue, oben dran zu bleiben. Aber wir wollen uns nicht mit anderen Teams beschäftigen. Wenn wir Woche für Woche unsere Hausaufgaben machen, dann kann uns niemand vom zweiten Platz verdrängen.

Am Samstag gastieren Sie beim Tabellenvorletzten Werder Bremen II, der seit August 2017 nicht gewonnen hat. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Natürlich steckt die Mannschaft im Abstiegskampf und wartet seit vielen Monaten auf einen Sieg. Allerdings hat der Werder-Nachwuchs mit Thomas Hübscher einen neuen Trainer, der dem Team neues Leben eingehaucht hat. Das hat man ja zuletzt beim 2:2 bei Wehen Wiesbaden gesehen. Nur wegen zweier Treffer in der Schlussphase musste sich Bremen mit einem Remis begnügen. Wir wissen, dass wir nicht mit halber Kraft agieren können. Der SV Werder wird uns alles abverlangen.

   
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