Batz im Thesen-Interview: "Unser Ziel ist die Champions League"

Im nicht ganz ernst gemeinten Thesen-Interview mit liga3-online.de spricht Saarbrückens Torwart Daniel Batz mit einem Augenzwinkern über die Champions League als klares Ziel, absichtliche Punktverluste und die Angst seiner Mitspieler vor ihm.

"So muss sich ein ganz Großer im Fußball fühlen"

liga3-online.de: Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale, Aufstieg in die 3. Liga, Tabellenführung nach dem 8. Spieltag: Es dauert nicht mehr lange, dann sehen wir den 1. FC Saarbrücken in der Champions League!

Daniel Batz: Wenn die Entwicklung so weitergeht, führt kein Weg daran vorbei. (lacht) Es war sportlich bisher ein extrem erfolgreiches Jahr und unser Ziel ist es natürlich, irgendwann in der Königsklasse zu spielen.

Während des Siegeslaufs im DFB-Pokal haben Sie sich in der vergangenen Saison zwischenzeitlich gefühlt wie der König von Fußball-Deutschland.

Unmittelbar nach den Siegen gegen die Erst-und Zweitligisten habe ich mir schon gedacht: So muss sich also ein ganz Großer im Fußball fühlen! (lacht) Aber mal im Ernst: Ich bin eigentlich ein Typ, der nicht unbedingt im Rampenlicht stehen muss. Es war eher so, dass ich nach meinen guten Leistungen nicht drum herum kam, deutlich mehr Interviews zu geben und in den Medien insgesamt präsenter denn je zu sein. Das hat mir noch einmal gezeigt, dass es ein besonderer Erfolg war. Wir sind immer noch sehr stolz, dass wir so weit gekommen sind und haben Momente erlebt, die wir unser ganzes Leben lang nicht vergessen werden.

Hin und wieder träumen Sie auch noch von der sensationellen DFB-Pokal-Reise und ärgern sich, wenn Sie aufwachen.

Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich mich an meine Träume nie erinnern kann. Sobald ich aufwache, sind meine Träume verschwunden. Ärgern musste ich mich deshalb noch nie nach dem Schlaf.

Ohne Corona hätte es dieses Jahr wohl viele große Partys in Saarbrücken gegeben. Sie haben bei den Feiern in kleinem Rahmen trotzdem alles gegeben und waren bei den Tagesvollsten ganz vorne mit dabei!

Oh ja. Wir haben uns im erlaubten Rahmen alle ordentlich einen reingegossen. Jeder war gut dabei, aber ich habe glaube ich den Vogel abgeschossen. (lacht)

Klappt es mit dem Durchmarsch in die 2. Bundesliga, wird Saarbrücken Schauplatz der größten Fete aller Zeiten.

Auf jeden Fall. Dann wird die Stadt auf den Kopf gestellt!

 

"Auf dem Kleinfeld werde ich zum Terrier"

Vor dem jüngsten 3:2-Erfolg in Duisburg verlor Saarbrücken zweimal in Serie. Die Spiele haben Sie nur verloren, um die Spannung in der 3. Liga nicht zu zerstören und der Konkurrenz im Titelrennen eine Chance zu lassen.

Klar, wieso auch sonst? Wir haben ja auch noch nachgeholfen mit unseren "individuellen Fehlern", die uns selbstverständlich absichtlich unterlaufen sind. Wir wollen ja, dass die Kontrahenten noch Lust haben, weiterzuspielen und der Titelkampf nicht schon früh in der Saison so gut wie entschieden ist. Das wäre langweilig. Nein, Spaß beiseite: Es waren wirklich unnötige Fehler, die uns nicht hätten passieren dürfen. Aber daran merkt man vielleicht auch, dass wir ein Neuling in der Liga sind. In der Regionalliga haben wir auch hin und wieder solche Fehler gemacht, aber in der 3. Liga werden sie häufiger bestraft.

Torhüter gelten als speziell und verrückt. Auf Sie trifft das ganz sicher auch zu!

Vermutlich schon. (lacht) Ich würde zwar sagen, dass ich noch einer der normaleren Torhüter bin. Aber alle Latten habe auch ich nicht am Zaun. Das kann man glaube ich als Torwart auch nicht.

Seien Sie ehrlich: Hin und wieder haben Ihre Mitspieler Angst vor Ihnen!

Das kann schon gut sein. Im Training bin ich grundsätzlich entspannt. Aber sobald es bei den Einheiten aufs Kleinfeld geht, werde ich zum Terrier. (lacht) Wenn dabei jemand nicht richtig verteidigt, bekomme ich hin und wieder schon einmal einen Wutausbruch. Im Spiel kann ich mir vorstellen, dass ich für einige Teamkollegen ziemlich nervig bin. Besonders für die Defensivspieler, die sich ständig meine Anweisungen anhören müssen, die ich natürlich nicht flüstere, sondern brülle. Ja, ich bin mir sicher: Ich nerve sie gewaltig!

Privat Sind Sie dafür aber ganz anders und ein introvertierter Familienmensch.

Das trifft tatsächlich voll und ganz zu. Privat bin ich wirklich sehr ruhig und das komplette Gegenteil. Es gibt aber auch bei mir zuhause keinen Anlass, rumzuschreien. Ich wohne alleine und meine Familie lebt rund 400 Kilometer entfernt in meiner bayerischen Heimat. Soll ich dann etwa den Salzstreuer als Abwehr-Ersatz dirigieren? (lacht)

   
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