Aufsteiger bei Abbruch "nicht automatisch" garantiert

Sollte die Saison doch nicht wie geplant fortgesetzt werden, sondern – möglicherweise sogar freiwillig – abgebrochen werden, scheint es nicht sicher, dass es Aufsteiger in die 2. Bundesliga geben wird.

Warnung von Osnabrügge

Ivica Grlic, Sportdirektor von Tabellenführer MSV Duisburg, war sich Mitte März sicher: "Wenn die Saison nicht zu Ende gespielt wird, gehen wir davon aus, dass wir aufsteigen." Doch so sicher scheint die Lage nicht zu sein. Denn auch wenn die Zebras die Tabelle seit 14 Spieltagen anführen und auch zum Ende der Hinrunde ganz oben in der Rangliste standen, würde ein Abbruch der Saison nicht automatisch bedeuten, dass die ersten beiden Teams in die 2. Bundesliga aufsteigen.

DFB-Schatzmeister Dr. Stephan Osnabrügge warnte in einem Interview auf der DFB-Homepage zuletzt: "An der Wiederaufnahme des Spielbetriebs müssten die Klubs der 3. Liga das größte Eigeninteresse haben, auch wirtschaftlich. Denn nur dann kann sichergestellt werden, dass ein Aufstieg in die 2. Bundesliga stattfindet." Auch Vizepräsident Peter Frymuth warnt, dass ein Aufstieg "nicht automatisch gewährleistet" wäre.

DFL plant Satzungsänderung

Zu den Aussagen der DFB-Vertreter passt auch eine Satzungsänderung, die das DFL-Präsidium erarbeitet hat. Diese sieht nach "Kicker"-Angaben zwar vor, dass am Prinzip von Auf- und Abstieg auch im Falle eines Saisonabbruchs "unter Beibehaltung der Anzahl von jeweils 18 Klubs" festgehalten werden soll. Im Verhältnis zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga soll das aber offenbar nur gelten, "wenn auch die 3. Liga die Spielzeit in vergleichbarem Umfang wie die 2. Bundesliga absolviert hat".

Noch scheint diese Bedingung erfüllt. Doch sollte die 3. Liga erst gar nicht wieder an den Start gehen und die 2. Bundesliga etwa nach dem 31. Spieltag abgebrochen werden, wäre der "vergleichbare Umfang" wohl nicht mehr gegeben. Dann könnte es darauf hinauslaufen, dass es keine Aufsteiger aus der 3. Liga gibt. Was gleichzeitig bedeuten würde, dass es keine Absteiger aus der 2. Liga gäbe. Wie dann jedoch an der Anzahl von 18 Klubs in der 2. Liga festgehalten werden soll, scheint offen.

Was passiert mit der Relegation?

In der DFB-Spielordnung ist derweil nicht festgehalten, wie der Aufstieg in die 2. Liga bei einem Abbruch geregelt werden würde. Eine Frage, mit der sich der außerordentliche Bundestag am 25. Mai beschäftigen wird. Offen ist auch noch, was mit der Relegation bei einem Abbruch passiert. Durchaus möglich, dass die Partien dann entfallen.

Derweil stellte Grlic in einem Interview auf der Vereinshomepage des MSV klar, dass die Zebras sportlich aufsteigen wollen: "Wer etwas anderes behauptet, will uns schaden." Am MSV werde die Fortsetzung der 3. Liga "sicher nicht scheitern", so der Ex-Profi. Für Verwirrung hatte zuletzt gesorgt, dass der Klub bei der Liga-Abstimmung vor zwei Wochen gegen eine Fortsetzung der Saison gestimmt hatte – obwohl er eigentlich weiterspielen will.

 
  • Thomas Lemke

    Bin auch der Meinung, wo eine Wille ist, gibt es Lösungen. Vereine wie Halle und Magdeburg haben so etwas nicht nötig. Sie haben starke Mannschaften und Spieler!

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