Aue-Sieg in Münster: Das Pressing macht den Unterschied

Mit einem 1:0-Auswärtssieg in Münster wurde der FC Erzgebirge Aue zum großen Gewinner des Spieltages. Die Sachsen schoben sich auf den dritten Tabellenplatz vor. Grund für den Erfolg war insbesondere das aggressive Pressing der Gäste.

Diese Dienstreise in die Vergangenheit wird Aues Trainer Pavel Dotchev in angenehmer Erinnerung behalten: Bei seinem Ex-Klub Preußen Münster, den Dotchev von Januar 2012 bis September 2013 trainierte, nahm sein jetziges Team aus dem Erzgebirge drei Zähler mit. Es muss auch ein persönlicher Triumph für den Bulgaren gewesen sein, schließlich hatte Ralf Loose, sein direkter Nachfolger bei den Preußen, das damalige SCP-Team als nicht fit und undiszipliniert bezeichnet. Daher konnte sich Dotchev gegenüber dem "MDR" einen Seitenhieb auf Loose nicht verkneifen: "Was mich überrascht hat, wir waren konditionell topfit, das kenne ich sonst gar nicht.“

Aue ging früh in die Zweikämpfe

Dotchev konnte zurecht mit dem konditionellen Zustand seines Teams zufrieden sein, denn das aggressive Pressing der Veilchen kostete einiges an Energie, zahlte sich aber letztendlich aus. Schon in der gegnerischen Hälfte gingen die Auer Spieler in die Zweikämpfe, versuchten, ihren Gegnern den Ball abzunehmen. Der einzige Vorwurf, den sich die Kumpelelf machen lassen muss, ist, nicht auf 2:0 erhöht zu haben. Die Chancen dafür waren auf jeden Fall da – insbesondere beim Torschuss von Nicky Adler in der 69. Minute. Ein Spieler seiner Erfahrung muss in dieser Situation kaltblütig einnetzen können.

Looses Dreifachwechsel verpufft wirkungslos

Das 2:0 sollte aber nicht fallen, weshalb Aue am Ende noch einmal zittern musste. Mit einem Dreifachwechsel veränderte Münster-Coach Loose sein Team in der 74. Minute grundlegend, danach setzten die Schwarz-Grünen zur Schlussoffensive an. Stets waren jedoch entweder die Verteidiger der Auer oder Torhüter Männel zur Stelle und verhinderten, dass Münster noch zum Ausgleich kam.

Einmal in Führung, siegt Aue immer

Das Team von Pavel Dotchev bestätigte damit eine eindrucksvolle Serie: Immer, wenn der FC Erzgebirge in dieser Saison in Führung lag, gewannen sie das Spiel anschließend auch. Die junge Mannschaft zeigt sich nervenstark und beweist immer wieder aufs Neue, dass sie mit Druck umgehen kann, auch wenn der Gegner die Offensiv-Abteilung voll anwirft. Das liegt insbesondere an der Viererkette, bestehend aus Rizzuto, Breitkreuz, Susac und Hertner, die mittlerweile glänzend eingespielt ist. Kein Wunder, schließlich schenkt Dotchev den Spielern (wie auch dem Rest der Stammelf) vollstes Vertrauen: Zum vierten Mal in Folge schickte der Coach dieselbe Startformation ins Rennen. Dotchev steht nun vor dem Balanceakt, gleichzeitig das Selbstvertrauen der Stammspieler weiter stärken zu müssen, aber dennoch die Motivation der Bankdrücker oben zu halten. In den kommenden Aufgaben gegen die Mit-Aufstiegskandidaten Osnabrück und Großaspach können die Veilchen und ihr Trainer beweisen, ob ihnen das geglückt ist.

   
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