Antwerpen sieht "schwierigste Situation" seiner Trainerkarriere

Alarmstufe Rot beim SV Waldhof Mannheim. Zwar fehlt den Kurpfälzern trotz der Derby-Niederlage gegen den 1. FC Saarbrücken weiterhin nur ein Punkt zum rettenden Ufer, doch die gezeigte Leistung in den letzten Spielen wird nicht für den Klassenerhalt reichen. Trainer Marco Antwerpen sieht nach nur einem Punkt aus drei Spielen die "schwierigste Situation" seiner Trainerkarriere.

Zustand der Mannschaft schwächer als erwartet?

Rot-Weiß Ahlen, Viktoria Köln, Preußen Münster, Eintracht Braunschweig, Würzburger Kickers und der 1. FC Kaiserslautern: Marco Antwerpen hat in seiner Trainerlaufbahn schon viel erlebt, allein in der 3. Liga stand er bislang 135 Mal an der Seitenlinie. Doch so, wie sich die Lage für den 52-Jährigen nun in Mannheim darstellt, kannte er das bislang offenbar nicht. "Es ist für mich die schwierigste Situation meiner Trainerkarriere, das kann ich schon so sagen", wird Antwerpen im "Mannheimer Morgen" zitiert.

Eine durchaus überraschende Aussage, schließlich lag er mit dem 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2020/21 nach 29 Spieltagen bereits sechs Punkte hinter dem rettenden Ufer, führte die Roten Teufel aber dennoch zum Klassenerhalt. Mit Mannheim fehlt dem Coach nun lediglich ein Zähler, zudem sind noch zwölf Spiele offen. Dass Antwerpen dennoch von der "schwierigste Situation" seiner Trainerkarriere spricht, dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass er die Mannschaft bei seinem Amtsantritt Mitte Januar nicht in einem derart schwachen Zustand erwartet hatte – zumal diese wenige Tage zuvor mit 4:1 in Halle gewinnen konnte.

"Es ist nicht verboten, Zweikämpfe zu führen"

Bislang verpufften die Maßnahmen des 52-Jährigen allesamt. Nach der Partie in Ulm vor einer Woche etwa hatte Antwerpen eindringlich an seine Spieler appelliert, mehr Konzentration an den Tag zu legen. Dennoch waren die Buwe auch gegen Saarbrücken wieder nicht auf der Höhe und ließen zwei Kopfballtore zu. Es waren die Gegentore sechs und sieben in den drei Partien unter Antwerpen. "Das ist einfach zu viel", sagte der Coach am Sonntag, zumal alle Gegentreffer vermeidbar gewesen waren. "Wir müssen die Spieler viel mehr animieren, die Gegenspieler zu verteidigen und nicht einfach nur im Raum zu stehen. Es ist nicht verboten, Zweikämpfe zu führen."

Ebenfalls nach dem Spiel gegen Ulm hatte Antwerpen die Zügel angezogen, umso überraschender war der teilweise blutleere Auftritt am Sonntag. "Dass man sich so schwer tut, in das Spiel zu finden und die Situation anzunehmen, da tue mich schwer, das hinzunehmen." Es werde "eine Herausforderung, die Spieler dahin zu bringen, wo wir sie haben wollen", betonte der Coach und schlug Alarm: "Denn so wird es nicht reichen."

"Eindringliche Warnungen" ausgesprochen

Nach der erneuten Pleite bat Antwerpen die Mannschaft zu einem Rapport in die Kabine und habe dort "eindringliche Warnungen" ausgesprochen. Ob es was gebracht hat? Die Spieler scheinen den Ernst der Lage verstanden zu haben: "Gefühlt müssen wir jetzt die Hälfte der Spiele gewinnen", so Jalen Hawkins im "Mannheimer Morgen". Tatsächlich braucht es aus den verbleibenden zwölf Partien sechs Siege und ein Unentschieden, um die Marke von 43 Punkten, die in der Drittliga-Historie im Schnitt für den Klassenerhalt benötigt wurden, noch zu erreichen. Schon am kommenden Sonntag steht gegen Schlusslicht Freiburg II das erste Endspiel an. "Da werden wir ein anderes Gesicht zeigen", kündigte Antwerpen an. Ob Kapitän Marcel Seegert, der gegen Saarbrücken aufgrund eines Rippenanbruchs fehlte, bis dahin wieder fit sein wird, ist fraglich.

   
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