Heidenheim verpasst Sieg: Später Ausgleich gegen den Jahn

Bei tropischen Temperaturen trennten sich der Aufstiegsfavorit aus Heidenheim und der Zweitligaabsteiger aus Regensburg mit einem 2:2 (1:1) Unentschieden. Niederlechner und Göhlert brachten den 1. FCH zweimalig in Führung, doch die Regensburger antworteten durch Tore von Neunaber und Jim-Patrick Müller. Regensburg steht nach diesem Remis nun auf dem elften Tabellenplatz, Heidenheim auf Rang sechs. 7.000 Zuschauer trotzten dem Wetter und wurden dafür belohnt. Die Hausherren begannen stark und setzten die Regensburger früh unter Druck. Diese waren überrascht von dem starken Pressing und dem hohen Tempo, das die Heidenheimer an den Tag legten. Für die erste Chance sorgte dann Regensburgs Neunaber. Er vertändelte in der eigenen Hälfte den Ball, Heidenheim kam mit Schnatterer über links, passte scharf in die Mitte, doch Wiegers konnte den Schuss von Bagceci problemlos abwehren (7.). Doch das war nur der Auftakt des Sturmlaufes der Heidenheimer.

Wiegers hält den Jahn im Spiel

Drei Minuten später setzte sich Niederlechner stark im eins gegen eins durch, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Wiegers. Doch im nächsten Versuch machte es Niederlechner besser. Zwischen Kurz und Nachreiner kam Niederlechner an den Ball, lief ein paar Meter und schloss aus 20 Metern ab. Durch die Beine von Nachreiner und gegen die Laufrichtung von Wiegers schlug der Ball zum 1:0 ein (14.). Ein weiterer Fehler im Aufbauspiel ermöglichte Sökler die nächste Chance, doch auch hier war Wiegers aufmerksam und konnte den Heber von Sökler über die Latte lenken (18.). Dann ertönte im Stadion ein lautes „Hand“. Nach einem Einwurf setzte sich wieder Niederlechner durch und sein Schussversuch wurde von Neunaber deutlich mit der Hand abgewehrt. Der Pfiff von Martin Thomsen blieb jedoch aus (22.). Das störte die Hausherren nicht lange. Über rechts setzte sich Sökler durch, doch auch diesen Schuss konnte Wieger mit einer sehenswerten Parade abwehren (24.). Nach der verordneten Trinkpause von Thomsen, wurden die Gäste etwas stärker. Sie konnten sich mehr und mehr befreien und verlagerten das Spiel in die Hälfte der Gastgeber.

Neunaber eiskalt

Große Chancen konnte sich der Jahn jedoch nicht herausspielen. Fünf Minuten vor der Halbzeit ertönte dann ein Pfiff und Thomsen zeigte auf den Punkt. Dieser Pfiff war jedoch umstrittener und nicht so deutlich wie das Handspiel von Neunaber. Aosman ging im Zweikampf mit Heise zu Boden, Neunaber ließ sich die Chance nicht entgehen und versenkte den Ball in die Mitte des Tores (40.). Ein sehr schmeichelhafter Ausgleich, doch beinahe wurde fast der komplette Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Direkt vor der Halbzeitpfiff, kam Müller nach einer langen Flanke an den Ball, setzte sich gegen Malura durch traf aber nur das Außennetz(45.). Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste Halbzeit. Heidenheim versuchte nun wieder den Gegner mehr unter Druck zu setzen. Chancen ergaben sich aber zumeist nur aus Standardsituationen.

Göhlert im zweiten Anlauf

Nach einem Freistoß Höhe der Mittellinie stand Göhlert am langen pfosten völlig blank, doch Wiegers konnte den Ball aus kurzer Distanz parieren (56.). Der zweite Versuch brachte dann doch den gewünschten Erfolg. Nahezu aus gleicher Position war es wieder Schnatterer. Diesmal kam der Ball zu Griesbeck, dieser setzte sich durch und verlängerte zu Göhlert, der am langen Pfosten dann keine Probleme hatte den Ball im Tor unterzubringen (65.). Nun merkte man den Hausherren an, dass sie dem hohen Anfangstempo Tribut zollen müssen und der Jahn wurde nun immer stärker. Der eingewechselte Marius Müller flankte auf Kurz der, freistehend vor dem Tor, den Ball über die Latte köpfte (75.). Ein Angriff wie aus dem Lehrbuch bescherte den Regensburgern den Ausgleich. Über rechts kombinierten sich die Gäste bis auf die Höhe der Grundlinie. Der ebenfalls eingewechselte Schmid flankte, Jim-Patrick Müller stand frei und schob problemlos zum Ausgleich ein (83.). Die spürten, dass die Kräfte der Heidenheimer nachließen. Wieder über die rechte Seite spielten sich die Regensburger nach vorne. Haag stand links völlig frei, Aosman zögerte ein wenig mit dem Zuspiel und unter Druck schoss Haag am langen Pfosten vorbei. (88.). Somit blieb es beim 2:2.

Gerechtes Unentschieden am Ende

Trotz dem heißesten Wochenende des Jahres sahen die Zuschauer ein temporeiches und ereignisvolles Spiel. Heidenheim mit starkem Pressing und hätte nach einer halben Stunde schon mit 2:0 oder 3:0 führen können. Zudem verweigerte Thomsen einen klaren Handelfmeter. Gegen Ende der ersten Hälfte wurde Regensburg stärker, trotzdem war der Ausgleich sehr schmeichelhaft. Heidenheim schien mit dem 2:1 auf der Siegesstraße zu sein, doch die Kräfte ließen spürbar nach. So kam der Jahn zu einigen guten Aktionen und dem verdienten Ausgleich. Mit etwas mehr Glück und Geschick wäre sogar der Auswärtssieg möglich gewesen, doch am Ende haben sich beide Teams einen verdienten Punkt gesichert. Beide Teams treffen im DFB-Pokal auf ambitionierte Zweitligisten. Am Freitag trifft Heidenheim auf 1860 München und am Montag ist Regensburg gegen Union Berlin gefordert. In der Liga geht es für Beide am 10. August mit einer Auswärtspartie weiter. Regensburg trifft auf den MSV Duisburg, während Heidenheim in Chemnitz gefordert ist.

Stimmen der Trainer

Frank Schmidt (Heidenheim): „Die ersten dreißig Minuten ist meine Mannschaft ein unglaublich hohes Tempo gegangen und ist im Angriffspressing gewesen. Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir sechs bis sieben richtig gute Möglichkeiten hatten, um ein Tor zu erzielen. Eins haben wir dann gemacht. Da haben wir Florian Niederlechner gut freigespielt, der sich im Eins-gegen-Eins durchsetzen konnte. Wir haben uns belohnt für eine unglaublich gute Anfangsphase. Wir haben dann verpasst, nachzulegen. Dabei hatten wir auch Pech. Meiner Meinung nach, muss es Elfmeter geben in der Szene, als die Hand am Ball war. Darüber hinaus hatten wir jedoch genügend Möglichkeiten, um bei diesen Temperaturen für eine Vorentscheidung zu sorgen. Die Elfmetersituation zum 1:1 war im Prinzip die erste gefährliche Aktion von Regensburg. Ab dem Zeitpunkt haben wir schon ein wenig Tribut für das hohe Tempo gezollt, das wir bewusst angeschlagen haben. Trotzdem haben wir in der zweiten Halbzeit mal wieder eine Standardsituation genutzt, um in Führung zu gehen. Dann darfst du einen Gegner nicht einladen, so einen Konter zu spielen. Im Sechzehner war das Zentrum nicht besetzt und ein Querpass hat gereicht, um zum Abschluss zu kommen. Das war schlecht verteidigt von uns. Wir haben aber vorher gewusst, dass eine Mannschaft auf uns zukommt, die neunzig Minuten richtig marschieren kann und an ihrem Konzept festhält.“

Thomas Stratos (Regensburg): „Wir waren in den ersten zwanzig Minuten nicht mutig genug. Das haben wir in der letzten Woche genauso gehabt, dass wir einfach noch nicht an uns glauben. Wir brauchen erst einmal ein Gegentor bis wir reinkommen. Das Schöne an dem heutigen Spiel war, dass wir zurück gekommen sind. Wir haben den Ball lange laufen lassen, bis wir eben im Sechzehner gewesen sind. Vor allem in der zweiten Halbzeit haben wir bewiesen, dass wir in der Lage sind, um mitzuhalten, wenn wir an uns glauben. Körperlich sowieso – wir haben in der 90. Minute immer noch versucht das Spiel zu entscheiden und zu gewinnen. Respekt vor der Truppe, die sich heute wieder zum größten Teil gefangen hat.“

FOTO: regensburg1889.de

 

   
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