Anschlag in Halle: HFC-Fan unter den Opfern

Beim Anschlag eines Rechtsextremen in Halle, bei dem am Mittwoch zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt wurden, ist auch ein 20 Jahre alter Fan des Halleschen FC ums Leben gekommen. Verein und Fanszene trauern.

HFC "unter Schock"

In einer Stellungnahme zeigt sich der HFC "unter Schock", schreibt von einem "schwarzen Mittwoch" und "dramatischen und unfassbaren Vorfällen", die sich im Paulusviertel nördlich der Innenstadt zugetragen haben. Zeitgleich spricht die "bestürzte HFC-Familie" den Angehörigen der Opfer "in großer Trauer" ihr tief empfundenes Mitgefühl aus, verurteilt jegliche Form von Terror, Extremismus und Gewalt und bedankt sich bei den Verantwortlichen der Stadt und den Einsatzkräften "für das umsichtige und transparente Handeln rund um die feigen Anschläge". Der HFC wünscht den Hinterbliebenen "Kraft für die schier unmögliche Bewältigung der Trauer."

Unter den Todesopfern befindet sich auch ein aktives Mitglied der HFC-Fanszene aus Merseburg. "Ein Teil der HFC-Familie! Kevin S. wurde gerade einmal 20 Jahre alt. Feige erschossen", trauert die "HFC-Fankurve" in einer ersten Reaktion. "Unser Beileid gilt seinen Verwandten, Freunden und allen die ihn kannten! Wir wünschen ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit!" Auch die Libertà Crew und die Domfalken Merseburg, zwei Fanklubs des HFC, veröffentlichten einen entsprechenden Nachruf und sprachen der Familie ihr Beileid aus. Dem DFB schloss sich der DFB bei Twitter an: "Unser besonderes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Opfer. Nein zu Hass, Gewalt und Antisemitismus!"

Der Halleschen FC wird sowohl am Donnerstag beim nichtöffentlichen Testspiel beim FC Erzgebirge Aue als auch am Samstag beim Pokalspiel in Thalheim mit Trauerflor antreten. "Der Verein ist auch direkt betroffen, weil ein Mitglied von uns unter den Toten ist", sagte HFC-Präsident Jens Rauschenbach der "dpa". "Das muss man erstmal verarbeiten. Es ist bitter, es wird uns zusammenschweißen."

Was passiert ist

Am Mittwoch hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Tür der Synagoge, wo sich anlässlich des höchsten jüdischen Feiertages "Jom Kippur" 70 bis 80 Gläubige befunden haben sollen, zu zerschießen und in das Gebäude einzudringen. Zudem platzierte er Sprengsätze vor der Tür. Nachdem sein Vorhaben misslang, soll er in der Nähe der Synagoge eine zufällig vorbei gekommende Frau durch Schüsse in den Rücken tödlich verletzt und einen Mann in einem Döner-Imbiss erschossen haben – es war Kevin S. Eine Frau und einen Mann verletzte er zudem schwer, sie sind laut Uniklinik inzwischen aber außer akuter Lebensgefahr. Der Mann, der noch am Mittwoch nach einem Verkehrsunfall festgenommen wurde, war Einzeltäter.

Nach "ARD"-Informationen soll es sich um den 27-jährigen Stephan B. aus Eisleben handeln. Er filmte seine Tat in Echtzeit über die Livestreaming-Plattform Twitch. In einem Manifest soll B. zuvor angekündigt haben, einen Angriff auf eine Moschee oder ein linkes Zentrum durchführen zu wollen. "Er habe sich dann aber für die Synagoge entschieden, weil Juden aus seiner Sicht die Regierung in Deutschland steuerten und daher attackiert werden müssten", heißt es bei "tagesschau.de". Am Donnerstag wurde die Wohnung des mutmaßlichen Täters durchsucht.

Ruhe in Frieden Kevin S.!

Unter den 2 Opfern des feigen Anschlags in Halle befand sich auch Kevin S.. Er war ein Teil…

Gepostet von HFC-FANKURVE am Mittwoch, 9. Oktober 2019

   
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