Analyse: Warum Darmstadt auch gegen Burghausen unterliegt

Nach der 3:1-Niederlage unter der Woche gegen den Chemnitzer FC musste sich Darmstadt 98 am gestrigen Samstag auch dem SV Wacker Burghausen geschlagen geben. In einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie gelang den Hausherren vonr 2.410 Zuschauern der entscheidene Treffer erst in der 88. Minute. liga3-online.de war vor Ort und analysiert die Partie:Schiedsrichter: Marcel Göpferich (Büchig)

Zuschauerzahl: 2410

Tore: 1:0 Maximilian Thiel (88. Spielminute)

Wacker Burghausen: René Vollath – Moritz Moser, Fabian Aupperle, Josef Cinar, Roland Schmidt – Kevin Freiberger, Alexander Eberlein (C), Thomas Leberfinger (61. Marco Holz), Youssef Mokhtari, Heiko Schwarz (69., Maximilian Thiel) – Sahr Senesie (77., Ahmet Kulabas)

SV Darmstadt 98: Jan Zimmermann (C) – Michael Stegmayer, Christian Beisel (89., Benjamin Maas), Benjamin Gorka, Marc Schnier (74., Andreas Gaebler) – Uwe Hesse, Hanno Behrens, Danny Latza, Preston Zimmerman – Kacper Tatara, Sebastian Zielinsky (65. Elton Da Costa)

 

Karten: Marc Schnier, Andreas Gaebler, Hanno Behrens (alle SV Darmstadt 98)

Szenen des Spiels:

4. Minute: Darmstadts Uwe Hesse setzt sich auf dem rechten Flügel durch und flankt von der Grundlinie. Preston Zimmerman kommt mit dem langen Bein an den Ball, der aber zur Ecke abgefälscht wird.

6. Minute: Freistoß Wacker aus 18 Metern, halbrechte Position: Mokhtari auf Fabian Aupperle, doch der Ball geht einen Meter über das Tor.

12. Minute: Schiri Göpferich spricht den Darmstädtern fälschlicherweise einen Freistoß im Mittelfeld zu. Dieser wird schnell ausgeführt und der Ball kommt zu Zimmerman, der eine lange Flanke auf Hesse schlägt. Dieser köpft von rechts zurück vors Tor. Dort steht Michael Stegmayer, der René Vollath mit einem Kopfball prüft, doch zu wenig druckvoll.

22. Minute: Konter der Lilien nach einem Burghauser Eckball – 3 gegen 3-Situation. Kacper Tatara sprintet mit dem Ball auf der rechten Seite, hängt Routinier Roland Schmidt ab, verpasst aber den richtigen Zeitpunkt des Abspiels und schießt Aupperle an.

36. Minute: Erneut Freistoß Mokhtari, diesmal von der rechten Seite. Der Ball kommt scharf vor das Darmstädter Tor, doch Josef Cinar köpft rechts am Lattenkreuz vorbei. Gefährliche Situation.

37. Minute: Überzahlsituation der Darmstädter am Wacker-Strafraum, doch Hesses Flanke wird vor dem heraneilenden Hanno Behrens abgefangen.

42. Minute: Pass von Wackers Kevin Freiberger in den „Lilien“-Strafraum, aber Benjamin Gorka klärt, bevor richtige Gefahr aufkommt.

45. Minute: Hesse verliert den Ball an der Mittellinie, dann geht es ganz schnell: Sahr Senesie passt präzise in den Lauf von Heiko Schwarz. Wackers Nummer 17 behält den Überblick und spielt an die zentrale Strafraumgrenze, wo Youssef Mokhtari wartet. Im letzten Moment klärt Gorka vor Burghausens Spielmacher.

 

Halbzeit

 

47.Minute: Freistoß für Darmstadt aus 30 Metern, zentrale Position. Stegmayer bringt die Kugel hoch rein, Cinar rutscht weg, deshalb steht Danny Latza frei. Jedoch nicht optimal zum Ball, so kommt der Ball zentral und ohne Druck auf Torwart Vollath.

55. Minute: Darmstadts Preston Zimmerman legt auf der linken Strafraum-Seite zurück auf Stegmayer. Der schießt aus 25 Metern, aber ein Abwehrbein fälscht zur Ecke ab.

57. Minute: Danny Latza erkämpft den Ball am Burghauser Strafraum. Der Ball kommt zu Hesse, der auf Zimmerman flankt. Dessen Schuss landet jedoch am Außennetz.

58. Minute: Beste Chance des bisherigen Matchs: Darmstadts Latza fällt der Ball an der Strafraumgrenze vor die Füße. Der Ex-Schalker zieht ab, die Kugel kommt zentral auf Vollath, der nur abklatschen lassen kann. Tatara bekommt den zweiten Ball, zielt aber wiederum zu zentral auf den Wacker-Keeper, der das Geschoss festhalten kann.

59. Minute: Eine Freistoßflanke von Mokhtari segelt in den Darmstädter Strafraum. Über Umwege kommt der Ball zu Kevin Freiberger, der auf Höhe des Elfmeterpunktes aber über den Ball schlägt.

70.Minute: Weiter Ball auf Wackers Freiberger auf den rechten Flügel. Torwart Zimmermann entschließt sich etwas spät herauszukommen, kann den Schuss aber 9 Meter links vor seinem Tor abwehren.

72. Minute: Wacker-Routinier Roland Schmidt versucht es mit Gewalt aus rund 35 Metern, doch 3 Meter über das Darmstädter Tor.

76. Minute: Nach einem Darmstädter Ballverlust geht es ganz schnell: Senesie und Freiberger stehen allein gegen die Lilien-Verteidiger Beisel und Stegmayer. Doch anstatt auf den startenden Freiberger zu passen, schließt Senesie aus 20 Metern ab. Zimmermann ganz sicher.

81. Minute: Freistoß Wacker aus zentraler Position, 20 Meter: Eberlein zirkelt den Ball um die Mauer, aber Zimmermann packt zu.

86. Minute: Größte Chance für die „Lilien“ – Tatara bringt den Ball  von links flach in den Strafraum, Behrens rauscht heran und setzt den Ball über das Tor.

88. Minute: Tor für Wacker Burghausen: Darmstadt bekommt den Ball nicht heraus. Youssef Mokhtari flankt in den Strafraum und Maximilian Thiel lässt sich nicht zweimal bitten und netzt ein.

 

 

Spielanalyse:

Beide Mannschaften warteten mit zahlreichen Änderungen in der Startelf auf: „Lilien“-Trainer Kosta Runjaic bot Marc Schnier, Benjmain Gorka, Hanno Behrens, Uwe Hesse und Kacper Tatara für Andreas Gaebler, Cem Islamoglu, Elton da Costa, Rudi Hübner und Ugur Albayrak auf. Sein Gegenüber Georgi Donkov setzte auf Thomas Leberfinger, Kevin Freiberger und Heiko Schwarz, während Matthias Heidrich, Marco Holz sowie Maximilian Thiel auf der Bank Platz nehmen mussten. Von Verunsicherung oder Zurückhaltung war nichts zu spüren, die Kontrahenten starteten mit offenem Visier in die Anfangsphase. Es entwickelte sich ein munteres Duell zweier Teams auf Augenhöhe, mit Torchancen auf beiden Seiten. Die beste Gelegenheit der Anfangsphase besaß Darmstadts Außenverteidiger Stegmayer in der zwölften Minute, als er frei zum Kopfball kam, den Ball jedoch nicht im Tor unterbringen konnte. Während die Hausherren auf den Offensivpositionen mit Senesie, Mokhtari und auch Freiberger technisch starke Spieler aufboten, versuchte Darmstadt 98 über viel Ballbesitz und schnelles Umschalten zum Erfolg zu kommen. Doch fehlte so gut wie immer die letzte Genauigkeit im Spiel der Südhessen, wie zum Beispiel in der 22. Minute, als Tatara den Abspielzeitpunkt verpasste. In der Folge ging der Spielfluss etwas verloren, das Geschehen spielte sich zumeist im Mittelfeld ab.

„Lilien“ zwangen Wacker in die Defensive

Ihre beste Chance verzeichneten die Burghauser in der 36. Minute: Spielmacher Mokhtari brachte einen Freistoß in den „Lilien“-Strafraum und Josef Cinar köpfte nur knapp am Lattenkreuz vorbei. In den letzten Minuten vor der Pause schalteten beide Teams noch mal einen Gang hoch und versuchten zum Erfolg zu kommen: Die Anzeigetafel zeigte die 44. Minute an, als es für die Gäste noch einmal brenzlig wurde und erneut war Youssef Mokhtari beteiligt: Nach einer schönen Kombination auf der linken Seite, konnte Darmstadts Abwehrhüne Benjamin Gorka gerade noch vor der einschussbereiten Nummer 16 klären. Beide Teams kamen unverändert aus der Kabine, Darmstadt jedoch mit mehr Elan. Die „Lilien“ zwangen Wacker in die Defensive und kamen in der 58. Minute dem Treffer ganz nahe: Doch weder Danny Latza noch Kacper Tatara konnten Keeper René Vollath überwinden. Fast hätte es Burghausen im direkten Gegenzug besser gemacht: Kevin Freiberger traf in der zentraler Position den Ball nicht – Glück für Darmstadt. Als ob die Hausherren solch eine Gelegenheit zum Aufwachen gebraucht hätten, übernahmen sie in der Folge mehr und mehr das Kommando. In der 70. Minute hätte sich das erhöhte Engagement der Burghauser beinahe ausgezahlt: Kevin Freiberger tauchte frei vor Darmstadts Torhüter Jan Zimmerman auf, doch der machte sich ganz groß und parierte den Schuss.

Nun war Wacker am Drücker: 6 Minuten später entschied sich Stürmer Sahr Senesie selbst zu schießen, anstatt quer zu legen. So wurde diese 2 gegen 2-Situation kläglich vergeben. Die Hausherren drückten weiter, doch die Darmstädter Abwehr stand sicher. In der 86. Minute hatte Lilien-Mittelfeldabräumer Hanno Behrens gar die große Möglichkeit die drei Punkte für seine Farben klarzumachen: Aus zentraler Position zielte er jedoch völlig frei am Tor vorbei. Das hätte es sein müssen. Stattdessen avancierte der eingewechselte Maximilian Thiel zum Matchwinner: Darmstadt bekam den Ball nicht aus der Gefahrenzone und Thiel verwertete eine Mokhtari-Flanke zum viel umjubelten 1:0, kurz danach war Schluss. Unterm Strich wäre ein Unentschieden das gerechte Ergebnis dieser insgesamt mäßigen Partie gewesen. Beide Teams hatten ihre Druckphasen, in den entscheidenden Situationen fehlte jedoch die Fortune. Die Ausnahme bildete lediglich die 88. Minute, in der Maximilian Thiel zum glücklichen Flanken-Abnehmer wurde und den Ball über die Linie drückte.

 

 

Schiedsrichter:

Marcel Göpferich Der Unparteiische hatte mit der weitgehend fairen Partie keine Probleme, allerdings leistete er sich einen groben Schnitzer: In der 12. Minute pfiff er einen unberechtigten Freistoß für Darmstadt 98, der fast zu einem Tor führte.

 

Spieler des Spiels:

Youssef Mokhtari (Wacker Burghausen) – Wenn es gefährlich wurde, lief es meist über ihn. Der ehemalige Nationalspieler Marokkos schlug alle Standardsituationen, strahlte selbst Torgefahr aus und gab die Vorlage zum entscheidenden 1:0.

 

Enttäuschung des Spiels:

Uwe Hesse (SV Darmstadt 98) – Voller Einsatz und starke Sprints – Das sind die zentralen Elemente im Spiel von Darmstadts Uwe Hesse. So auch im Spiel gegen Burghausen. Doch mangelte es dem mittlerweile dienstältesten Lilien-Profi in dieser Partie an den fußballerischen Elementen. Seine Pässe und Flanken brachte der blonde Publikumsliebling zu selten an den Mann. Hesse stand so stellvertretend für die Ungenauigkeit im Darmstädter Spiel.

 

Stimmen zum Spiel:

Kosta Runjaic (Trainer SV Darmstadt 98):

"Aus meiner Sicht ist das ein sehr glücklicher Sieg für Wacker, aber am Ende zählt nur das Ergebnis. Trotzdem haben wir eine deutliche Steigerung unserer Mannschaft gesehen. In der zweiten Halbzeit haben wir gespürt, dass der Gegner einen Tag mehr Zeit zum Regenerieren hatte. Wacker hatte lediglich eine zwingende Chance, als ein Spieler frei vor Zimmermann auftauchte. Wir hatten da mehr Gelegenheiten. Da muss man versuchen, den Ball über die Linie zu drücken. Das Gegentor in der 88. Minute nach so einer unübersichtlichen Situation zu bekommen, ist sehr unglücklich. Ich bin dennoch zufrieden, da es eine 100%ige Steigerung gegenüber Chemnitz war.Jetzt haben wir 2 Wochen Zeit, um uns auf das nächste Spiel vorzubereiten"

 

Georgi Donkov (Wacker Burghausen):

"Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Wir haben uns vorgenommen, kein Gegentor zu kassieren und das haben wir gut umgesetzt. In der 1. Halbzeit haben wir mehr vom Spiel gehabt, aber keine zwingenden Chancen herausgespielt. Wir machen einfach zu wenig aus unseren Standardsituationen. Es wird jetzt vielleicht gesagt, das war ein dreckiger Sieg, aber das zählt für mich nicht. Morgen wird jeder die Art und Weise vergessen haben, fest steht, dass wir Darmstadt zuhause geschlagen und die drei Punkte hierbehalten haben. Nach fünf Spieltagen haben wir jetzt 6 Punkte auf dem Konto. Wir werden in den nächsten Spielen versuchen, weiter zu punkten."

FOTO:o-m-d.org

 

 

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