Analyse: Die Gewinner und Verlierer der Hinrunde

Die Hinrunde der 3. Liga ist absolviert – an diesem Wochenende beginnt die Rückserie. Bei Betrachtung der aktuellen Tabelle fällt auf, dass besonders eine Region in Westfalen und das südliche Niedersachsen zu den absoluten Gewinnern zu zählen ist. Konkret handelt es sich um die drei Vereine VfL Osnabrück, Preußen Münster und Arminia Bielefeld, die die fußballverrückte Region erfreuen können. Mit der SpVgg Unterhaching gibt es allerdings einen absoluten Außenseiter, der im Aufstiegsrennen ebenfalls munter mitmischt. Zu den Verlierern des ersten Saisonabschnitts gehören zweifelsfrei Alemannia Aachen und Rot-Weiß Erfurt. Beide Teams wurden vor Saisonbeginn gar als mögliche Aufstiegskandidaten gehandelt, stehen derzeit jedoch im Tabellenkeller.

Die Tabelle lügt nie

Es gibt ein bekanntes Sprichwort im Fußball: Die Tabelle lügt nie. So muss konstatiert werden, dass bei den Vereinen aus Osnabrück, Münster und Bielefeld extrem gute Arbeit verrichtet worden ist. Diese drei Teams haben ein gewaltiges Zuschauerpotential und konnten auch zahlreiche Sponsoren durch offensiven, attraktiven, aber gleichzeitig auch taktisch disziplinierten Fußball hinzugewinnen. In der letzten Spielzeit war das Trio noch kein ernsthafter Aufstiegskandidat, da sich die jeweilige Mannschaft erst finden musste. Dies ist nun erfolgreich umgesetzt worden und besonders bei Osnabrück und Bielefeld gibt es eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Akteuren, die eine Unberechenbarkeit auf dem Spielfeld demonstrieren.

VfL Osnabrück: Stabile Defensive

Beim Tabellenführer VfL Osnabrück ist der Angriff mit 27 erzielten Treffern der Schwächste von allen Aufstiegskandidaten. Immerhin konnte sich der erst 21-jährige Simon Zoller mit fünf Saisontreffern in 18 Saisonspielen hervortun. Auch der gleichaltrige Adriano Grimaldi konnte mit zwei Toren seine Qualitäten zumindest schon einmal andeuten. Insgesamt zeichnet das Team von Trainer Claus-Dieter Wollitz eine enorme mannschaftliche Geschlossenheit aus. Mit nur zwölf Gegentreffern ist der VfL hinter dem Karlsruher SC die sicherste Defensive der gesamten Spielklasse.

Preußen Münster: Torgarant Taylor

Beim Tabellenzweiten aus Münster hingegen wird auf eine routinierte Mannschaft gebaut, die aufgrund ihrer Erfahrung und vor allem auch der spielerischen Klasse so regelmäßig punktet, dass im Münsterland realistisch über den Zweitliga-Aufstieg nachgedacht werden kann. 31 Treffer verdeutlichen die Münsteraner-Angriffswucht. Herausragende Akteure sind Stürmer Matthew Taylor mit beeindruckenden elf Toren in 19 Begegnungen und Spielmacher Amaury Bischoff, der allerdings zuletzt verletzt ausgefallen ist.

Arminia Bielefeld: Unberechenbarkeit ist Trumpf

Arminia Bielefeld steht nach den ersten 19 Spielen auf Relegationsplatz drei und beeindruckt mit einem Torverhältnis von 28:17. Sicherlich sticht Angreifer Fabian Klos mit elf Saisontoren heraus. Dennoch erweisen sich auch seine Offensivkollegen wie Pascal Testroet, Johannes Rahn, Patrick Schönfeld und auch Sebastian Hille als torgefährlich. Spielstark und mannschaftlich kompakt agieren die Kicker von Trainer Stefan Krämer. Hinzu kommt die Konterstärke mit den gefährlichen, schnellen Leuten, die durch Technik und Auffassungsgabe die Situationen schnell erkennen können. Der DSC Arminia steht verdient im Aufstiegskampf, sollte jedoch noch ein wenig mehr Konstanz in die Leistungen bringen.

SpVgg Unterhaching: Jung, frisch, dynamisch

Bei der Spielvereinigung Unterhaching hingegen dürfte diese komfortable Situation im Aufstiegsrennen als sehr überraschend daherkommen. Mit 33 erzielten Treffern stellt das Team aus dem Süden von München die stärkste Offensive der gesamten Spielklasse. Allerdings offenbaren 24 Gegentreffer zugleich auch die Sorglosigkeit in der Defensive der Hachinger. Besonders torgefährlich haben sich in den Reihen des ehemaligen Bundesligisten Florian Niederlechner und Stephan Thee mit jeweils sechs Treffern präsentiert. Auch Mittelfeldspieler Dominik Rohracker konnte fünfmal einnetzen. Die Mannschaft ist jung, technisch hervorragend ausgebildet und kann schnell kombinieren. Dies wurde über weite Strecken der Vorrunde sehr eindrucksvoll demonstriert.

Alemannia Aachen: Stadionbau "begünstigt" Insolvenz

Als klarer Verlierer der Hinrunde und vielleicht sogar der gesamten Spielzeit muss Alemannia Aachen angesehen werden. Mit einem Defizit von über vier Millionen Euro musste die Insolvenz angemeldet werden. Besonders der Stadionumbau kann als Grund für diesen Niedergang genannt werden. Sportlich hat sich dies auch negativ bemerkbar gemacht, da das Team bis auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht ist. Die Konsequenz der Insolvenz ist, dass in der Rückrunde eine verstärkte U23-Auswahl antreten wird, da zahlreiche Leistungsträger den Verein in der Winterpause verlassen werden. Schon vorher agierte der gutbesetzte Kader defensiv wie offensiv zu unkonzentriert und konnte zu keinem Zeitpunkt das vorhandene Potential abrufen.

Rot-Weiß Erfurt: Abgänge konnten nicht kompensiert werden

Finanziell gibt es bei Rot-Weiß Erfurt keine vergleichbaren Probleme wie in Aachen, da mit mehr Sorgfalt gearbeitet wird. Nach den guten Platzierungen im oberen Tabellendrittel in den letzten Spielzeiten war die Hoffnung vor Saisonbeginn groß, dass im erweiterten Aufstiegsrennen mitgemischt werden kann. Dies hat sich nach dem äußerst schwachen Saisonstart jedoch sehr schnell erledigt. Mit 34 Gegentoren präsentiert sich die Abwehr als absolute Achillesferse im Team des thüringischen Traditionsvereins. Speziell die Abgänge von Leistungsträgern wie Marcel Reichwein, Olivier Caillas, Denis Weidlich oder auch Gaetano Manno konnten bisher noch nicht kompensiert werden. Die Mannschaft muss sich erst noch finden.

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