1860 wieder mitten im Aufstiegsrennen: "An Restchance geglaubt"

Während der 1. FC Saarbrücken durch das Aus von Türkgücü München gleich sechs Punkte verliert und vom dritten auf den vierten Platz abrutscht, muss 1860 München nur einen Zähler abgeben, ist damit der große Profiteur – und plötzlich wieder mittendrin im Aufstiegsrennen.

Nur noch drei Punkte Rückstand

Als 1860 am vergangenen Sonntag ersatzgeschwächt mit 0:3 bei Waldhof Mannheim unterlag, stellte Stephan Salger im Nachgang fest, dass die Löwen nur noch eine Randnotiz im Aufstiegskampf seien. Was für diesen Moment sicherlich stimmte, ist seit Donnerstag und dem vorzeitigen Aus von Türkgücü München schon wieder hinfällig. Denn weil 1860 nur einen Punkt verliert – so wenige wie kein anderer Klub im Aufstiegskampf – hat sich der Rückstand auf den Relegationsplatz auf einen Schlag von sechs auf drei Punkte halbiert. Allein auf den 1. FC Saarbrücken haben die Sechzger satte fünf Punkte gutgemacht und liegen – nachdem es von Platz 7 auf Rang 5 hochging – nun unmittelbar hinter den Saarländern.

In Jubelstürme sind die Löwen aber dennoch nicht ausgebrochen: "Egal, ob wir Profiteure dieser Entscheidung sind: Für das Renommee der Liga ist es schlecht. Alle Beteiligten müssen zukünftig dafür Sorge tragen, dass so etwas nicht mehr passiert und das Image der 3. Liga gestärkt wird", sagt Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel auf der Löwen-Homepage und betont: "Unabhängig von der Entscheidung am Grünen Tisch müssen wir unsere Hausaufgaben in den nächsten Wochen erledigen."

Zustimmung erhält der Österreicher von Trainer Michael Köllner: "Solche Entscheidungen will im Fußball grundsätzlich keiner haben." Doch unabhängig von Türkgücü habe man immer "an unsere Restchance geglaubt". Die Ausgangsposition für sein Team sei nun ohne Frage besser. Dennoch betont Köllner: "Wir müssen in unseren verbleibenden sieben Spielen gut spielen und dann schauen wir, für was es am Ende reicht!" Bereits nächste Woche Samstag kommt es zum direkten Duell mit dem 1. FC Saarbrücken, danach warten noch Freiburg II (A), Osnabrück (H), Duisburg (A), Havelse (H), Magdeburg (A) und Dortmund II (H).

1860 ohne zehn Spieler im Landespokal

Doch bevor die Löwen die unverhoffte Chance im Aufstiegskampf nutzen wollen, geht es am Samstag zunächst um den Einzug ins Landespokal-Endspiel. Im Halbfinale bekommen es die Löwen dabei mit Regionalligist TSV Aubstadt zu tun, der Türkgücü München aus dem Wettbewerb gekegelt hatte. Um die besten Chancen auf das Finale zu haben, wollte Köllner eigentlich die erste Elf spielen lassen, was aufgrund von gleich zehn Ausfällen allerdings nicht möglich ist. Während Daniel Wein, Keanu Staude, Marius Willsch, Lorenz Knöferl und Tim Linsbichler verletzt fehlen, befinden sich Semi Belkahia, Dennis Dressel und Quirin Moll weiterhin in Quarantäne. Außerdem fehlen die beiden 17-jährigen Leandro Morgalla (bei der deutschen U18-Nationalmannschaft) und Nathan Wicht (Schweizer U18).

"Ich habe exakt noch 16 Feldspieler und drei Torhüter", erklärt Köllner, der mit der Mannschaft bereits am Freitagmorgen ins 290 Kilometer entfernte Schweinfurt anreisen wird. Es zeigt, wie ernst die Löwen das Spiel nehmen. "Wir wollen von Anfang an Druck machen und eine frühe Entscheidung herbeiführen", sagt Köllner und fordert 90 Minuten Vollgas, "damit kein Schlendrian eintritt. Die Mannschaft weiß um den Ernst des Spiels". Die Partie ist auch eine gute Gelegenheit, um Selbstvertrauen für den Endspurt im Aufstiegskampf zu sammeln, in dem 1860 nun keine Randnotiz mehr ist.

   
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