Am längeren Hebel #8: Keine Schiri-Experimente in der 3. Liga!

Es war das OSCAR-Wochenende. Die Stars und Sternchen wurden ausgezeichnet für glanzvolle Leistungen und die Regisseure für ihre spannenden Drehbücher. Die besten Geschichten schreibt jedoch immer noch das echte Leben – vor allem der Fußball  So wurden in der dritten Liga am vergangenen Wochenende Hollywood-reife Geschichten geliefert.

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Guess who´s back – Manuel Riemann!

„Das Comeback“ müsste der Titel eines ganz besonderen Filmes sein. Hauptdarsteller, Überraschungsgast und Gewinner des Spieltages ist Manuel Riemann, seines Zeichens Torhüter des VfL Osnabrück. Zwei Monate nach seiner zweiten Hand-Operation stand der einstige Pokalheld von Wacker Burghausen überraschenderweise wieder im Tor des VfL. Riemann befand sich erst seit kurzer Zeit erst wieder im Training und Trainer Wollitz überraschte alle mit der Nominierung Riemanns. Bis auf den Keeper selber – denn der war eingeweiht. Die Kollegen (die Statisten) des gebürtigen Bayerns haben applaudiert, als beim Abschlussspiel der Trainer jenem Riemann das Leibchen gab. Die Rückkehr des Schlussmannes – in Rekordzeit und ohne große Praxis. Wegen der Verletzung und des kaum-vorhandenen Trainings hatte der Torwart keine Angst. „Kein Risiko – in beiden Fällen“. Wenn das mal nicht nach einem sehr guten Untertitel klingt …

Gorka im falschen Film – Gelb-Rot nach einem Foul?

Der Verlierer des Spieltages ist der Gewinner der besten Schmieren-Komödie – obwohl das Ende noch völlig offen ist. Was sich beim Spiel in Heidenheim gegen den SV Darmstadt zutrug ist eigentlich nur noch mit Galgenhumor zum Lachen. Hauptdarsteller hier: Benjamin Gorka, Schiedsrichter Benjamin Cortus und irgendwie wohl auch Aytac Sulu. Aber was war eigentlich passiert? Innenverteidiger Gorka vom SV Darmstadt stoppte den Heidenheimer-Stürmer Niederlechner regelwidrig und kassiert dafür vollkommen zurecht die gelbe Karte. Wir schreiben die 67. Spielminute. Doch damit nicht genug. Schiedsrichter Cortus zieht rot gleich hinterher. Zur Information: Gorka war nicht verwarnt. Die sich aufregenden Lilien versuchten dem Spielleiter zu erklären, dass wohl eine Verwechslung vorliegen musste, mit Sulu, der bereits gelb sah. Beide tragen ein sehr ähnliches Kostüm. Doch Sherrif Cortus blieb bei seiner Entscheidung – und Heidenheim nutze die Darmstädter Verwirrung und setzte den Gegner mit zwei Toren schachmatt.

Der DFB muss Fehler eingestehen!

Doch damit nicht genug. Die zweite gelbe Karte Gorkas soll dieser wegen Schiedsrichter-Beleidigung bekommen haben, was Gorka nach wie vor vehement bestreitet. Im Spielbericht hatte der Schiedsrichter eine glatt Rote Karte vermerkt, was wohl eine drei Spiele-Sperre nach sich ziehen würde, anstatt einem. Nicht nur, dass die gelb-rote Karte falsch war – da Gorka ja vorher nicht verwarnt war – vielmehr ist das nachherige Verhalten des Schiedsrichters das wahre Problem. Dieser stellt sich schön hin und verkauft seinen Fehler an die Presse. „Nachträglich den Sachverhalt als Gelbe Karte für ein Foul und als separate Rote Karte für eine nicht stattgefundene Beleidigung darzustellen, ist unserer Auffassung nach nicht nachvollziehbar", so Darmstadt- Präsident Fritsch vollkommen richtig. Ich finde es nicht nur nicht nachvollziehbar. Fehler können passieren. Es ist aber besser, diese zuzugeben. Schreibt mir, wenn euch ein passender Filmtitel für diese Posse einfällt. Ich dachte zunächst an „Pinocchio“, oder vielleicht doch etwas melodramatischer „die DFB-Verschwörung“.

Ich hoffe inständig, dass das DFB-Sportgericht, welches nun für die Bewertung zuständig ist und am Donnerstag über den Fall entscheiden wird, hier ein klares Zeichen setzt und sich nicht (wie meistens) hinter den Schiedsrichter stellt. Hier ist schlicht ein Fehler unterlaufen. Nochmal: Diese können passieren – aber diese darf man gerne auch zugeben. Nehmen Sie sich ein Vorbild an FIFA-Referee Wolfgang Stark, Herr Cortus. Stark zog im Dezember vergangenen Jahres einen Platzverweis Schmelzers zurück. So etwas wünschen wir uns auch für die dritte Liga.

Ihr merkt schon, es war ein aufregendes Wochenende. Wahrscheinlich nicht nur für mich. Die Darmstädter haben kein Happy End erlebt und auf diese Spannung hätten sie wohl gerne verzichtet. Gorka hat sich sowieso im Kino geirrt. Ich hoffe aber, dass es ein Happy End gibt, denn diese Filme sind immer noch die schönsten.

 

Wie sagt man so schön? Fortsetzung folgt!

„stay tuned“ und eine weniger dramatische Woche

 

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