Am Längeren Hebel #58: Es ging um die Wurst

Auch auf die Gefahr hin, dass es einen Bart hat, am Wochenende ging es um die Wurst. Europaweit, landesweit, überall. Die deutschen Profiligen haben zum letzten Mal in 2013/2014 zum letzten Mal gespielt. Und wie es der Fußball so an sich hat, gab es Freude, Tränen – Verlierer und Sieger. Mancher erlebte einen Alptraum, manch anderer einen Abschluss nach Maß. Die Drittligasaison ist in den Büchern. Und wie beim Eurovision-Songcontest: Alles war dabei – wirklich alles!

Rise like a Phoenix

Auf kein Team trifft dieser Songtitel so sehr zu wie auf den SV Darmstadt 98. Wie ein Phoenix aus der Asche vom Abstieg zum Aufstieg? Noch trennen die Lilien zwei gute Ergebnisse vom Traum 2.Liga. Wenn irgendeiner von euch vor der Saison das getippt hat, möge er mich zum Essen einladen. Unter 5 Sterne-Restaurant akzeptiere ich nichts – denn das Kleingeld ist jetzt ja vorhanden. So mancher wird beim Blick auf die Tabelle gefragt haben: Is it right? Und ja es ist richtig. Stroh-Engel und Schuster allen voran ging der SV Darmstadt 98 durch eine Traumsaison. Miracle? Ein Wunder?  Am Ende kann Darmstadt sich nur dann was kaufen, wenn es in der Relegation klappt. Das Motto: Running, Running, Running. Alles für den Traum. Ich bin ganz ehrlich: Ich will diesen Verein nächstes Jahr nicht mehr sehen. Sie haben uns so sehr Spaß gemacht, dass sie kein Jahr dritte Liga mehr verdient haben. Trotz einer Niederlage im letzten Spiel – so oft, wie Darmstadt auch in meiner Kolumne als Sieger der Woche auftauchte, ist das mehr als nur verdient. Das Team der Saison, weil sie mich so sehr überrascht haben. Auf den Plätzen: der FC Heidenheim, der Hallesche FC und die Stuttgarter Kickers.

Dancing in the Rain

So ein bisschen durch den Regen liefen einige Teams. Es gab viele negative Überraschungen in der abgelaufenen Spielzeit.  Lange Zeit hatte ich Angst um Hansa Rostock und den Chemnitzer FC. So richtig wollte es nicht laufen. Die Trainer – u.a. Legende Gerd Schädlich – mussten den Hut nehmen. Lange Zeit spielte auch Preußen Münster (von mir vor der Saison unter die Aufstiegsaspiranten gehievt) unter ferner Liefen. Gegen Ende sah man dann doch deutliche Fortschritte.  Das Gegenteil war bei der SV Elversberg zu sehen, deren Abstieg mir irgendwie Leid tut. Vor allem in der Saisonmitte war ich angetan von der Leistung von Dietmar Hirschs Team. Hirsch war schnell Geschichte, genauso wie der Klassenerhalt der SVE. So schnell geht es im Fußball. Hoffentlich sind sie Calm after the Storm.

Not Alone

Es ist ein schwacher Trost, aber Elversberg ist nicht alleine. Wacker Burghausen und der 1. FC Saarbrücken waren noch schwächer als die SVE und steigen am Ende verdient ab. Die Tabelle hat immer Recht. Oft habe ich Saarbrücken und Burghausen bewertet. Oft sind sie mir negativ aufgefallen, nicht nur sportlich. Saarbrückens Ambition mit diesem Kader hätte höher sein müssen. Viel Aktionismus im Winter und eine zerstörte Chemie. Chemie ist auch das Stichwort für Wacker Burghausen – rein standortbedingt. Donkov und Wolf ist es nicht gelungen, den SV Wacker in der Liga zu halten. Und noch einmal in aller Deutlichkeit: Keiner der Beiden kann etwas dafür. Trotzdem bitter für die Region: Erstmals seit fast 14 Jahren kein Profifußball mehr. Bleibt allen Absteigern zu wünschen, dass sie ein Feuer entfachen. Start a Fire.

Die Saison im Schnelldurchlauf. Bald werden sich meine Kollegen den Saisonverläufen der einzelnen Klubs annehmen. Highlights, Lowlights, Aufreger und Shooting-Stars. Das lege ich euch sehr ans Herz. Ich hoffe, ihr hattet Spaß in der abgelaufenen Saison und seid zufrieden mit eurem Team, mit euren Spielern. Wenn nicht: lasst es euch nicht zu langen nachhängen – es muss weiter gehen. Alles geht weiter. Spätestens in der Saison 2014/2015. Bis dahin mein gewohnter Gruß

 

„stay tuned“ und eine erholsame Woche

Uli Hebel

Folgt ihm auf Twitter: @ulihebel

 

 

FOTO:  FU Sportfotografie

 
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