Am längeren Hebel #37: Elf Freunde müsst ihr sein

Elf. Die magische Zahl im Fußball. Elf Spieler hat eine Mannschaft, plus in etwa 11 genauso gute auf der Bank. Und elf im Team hinter dem Team, Minimum. Die Rückennummer Elf tragen, bzw. trugen Legenden, wie Ryan Giggs oder Romario. Wussten Sie z.B. ? Seit dem tragischen Tod von Marek Krejci wird die Nummer beim SV Wacker Burghausen nicht mehr vergeben. Und eines weiß sowieso jedes Kind:  Elf Freunde müsst ihr sein… Warum kommt er jetzt mit der 11 daher? Und nicht mit der 10 – da gibt es doch auch super Spieler wie Messi, Maradona oder Matthäus!? Einfache Kiste: Seit elf Spieltagen läuft die dritte Liga. Langsam wird auch die Tabelle so richtig aussagekräftig. Schauen wir doch mal auf die Elf – denn vier Augen sehen mehr als zwei.

Drama in Halle – Neun Kämpfer müsst ihr sein

Gewinner des Spieltages ist der Hallescher FC. Klar, es gab noch die ein oder andere Leistung, die zu würdigen wäre – jetzt lasst mich doch erst einmal erklären. Den Ausschlag gab der 2:1-Derbysieg vor 10.000 Zuschauern gegen den Chemnitzer FC. Nach 33 Minuten (ein Vielfaches von elf) lag der HFC bereits mit zwei Treffern vorne: Bertram und Gogia markieren die Treffer für den späteren Sieger. Der Anschlusstreffer der Himmelblauen taucht nur auf, weil er per Elfer (Zufall?) markiert wurde, durch Anton Fink. Halle also die Elf des Tages,  dabei nahm es der HFC gar nicht so genau mit den elf Freunden. Nach den 90 Minuten waren es nämlich nur noch deren neun. Innerhalb von zwei Minuten durften Toni Lindehahn und Robert Schick duschen gehen. FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte kein Erbarmen. (Vorab: Die Bewertung der Szenen schenke ich mir – macht nur alles kaputt.) Innerhalb von zwei Minuten durften Toni Lindehahn und Robert Schick also duschen gehen. Nach dieser Endphase werden sie das gleich zweimal getan haben.  Sei´s drum: Sieg, drei Punkte, Platz neun und zwei freie Startplätze in der Elf des zwölften Spieltages.

Recycling:  Aus alt wird neu

Wer ist der Verlierer der Woche? Rostock, die (mal wieder) hinter den Erwartungen zurück bleiben, oder doch Kiel, die in der Realität angekommen sind? Vielleicht Dortmund II, die gegen die Kickers drei bekommen haben? Nein, Nein, Nein. (muss ich das jetzt elfmal schreiben, um die Stringenz zu wahren?)

Ganz so leicht ist es heute nicht und es scheint auch nicht klar, ob der Protagonist der folgenden Passage Gewinn oder Verlust darstellt. Gewinn oder Verlust ist ein Wort aus der Buchhaltung, bzw. Bilanz. Diese wertet „Der Pate von der Saar“ (Überschrift „Spiegel“), Hartmut Ostermann, mit Sicherheit auf. Ostermann ersetzt Bogard als Präsident des 1.FC Saarbrücken – schon wieder. Zwischen 1998 und 2007 hatte der 61-Jährige dieses Amt schon einmal inne. Ergebnis:  Über den Umweg zweite Liga ging es von der damaligen Regionalliga in die Fünftklassigkeit. So ein bisschen ist Ostermann vergleichbar mit Hoffenheims Mäzen, Dietmar Hopp, mit etwas mehr sportlicher Gewalt (das wirft man ihm zumindest vor). Ostermann steuert geschätzt die Hälfte des Gesamtetats bei – auch Trainer Sasic scheint „sponsored by daddy“. Einzig die Motive für die zweite Amtszeit sind mir noch nicht so ganz klar. Fakt ist, wenn er etwas wieder gut machen möchte, könnte es klappen. Und eins ist doch klar: Wenn ich schon so viel Taschengeld gebe, möchte ich doch auch wissen, wofür der Sprössling es ausgibt, oder?

Fazit: Hoffentlich hat der neue Alte, der gleichzeitig der alte Neue ist als Altem gelernt, sodass neu nicht gleich alt ist – denn das Neu von morgen soll nicht das Alt von gestern sein beim FCS. Verstanden? Ich auch nicht. Mein Tipp: 11 88 0. Da werden Sie… mit zweitklassigen Wortspielen beschenkt – so ähnlich wie bei „Am Längeren Hebel“. Jetzt ist es aber fünf vor Zwölf…

 

„stay tuned“ und einen schönen zehnten Monat wünscht

Uli Hebel

Folgt ihm auf Twitter: @ulihebel

 

FOTO: Flohre Fotografie

   
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