Am längeren Hebel #28: Ein Spieler klagt gegen seinen Verein

Endlich wieder Fußball. An diesem Wochenende hat die dritte Liga die fußball-freien Wochen beendet und das bei fast Katar-artigen Temperaturen. Fußballfeste im Winter? Nicht mit uns. Wir feiern im Sommer, wir feiern jetzt.  Ich gebe an dieser Stelle zu: Ich bin ein Schönwetter-Fußballer.  Genug Small-Talk: Was haben wir heute vor?  Wir schauen uns ein wenig den ersten Spieltag an und dann erzähle ich euch eine Home-Story.

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Alles beim Alten?

Die Saison 2013/2014 ist eröffnet, Spieltag eins ist durch. Welche Erkenntnisse liefert der Spieltag? Man könnte meinen: keine Neuen. Heidenheim gewann,  Osnabrück (überraschenderweise) und Preußen Münster machen da weiter, wo sie letzte Saison aufgehört haben – mit jeweils 3:0. Die Beiden, respektive Drei sind so ein bisschen die Gewinner des Spieltages. Na klar, soviel sagt uns das noch nicht. Die Gegner aus Duisburg, Chemnitz und Burghausen werden noch ein wenig Zeit brauchen, um ihre jeweils neuen Kader auf Vordermann zu bringen. Zwei Nullnummern waren dabei, wobei uns das Bayern-Derby schon ganz gut gefiel, ein schönes Niveau. Wehen und Erfurt siegten knapp, Stuttgart II auch. Kurios bei den beiden letzten Siegern:  Die Ergebnisse und Torschützen der Spiele Stuttgarter Kickers- Erfurt (0:1, Pfingsten-Reddig) und Dortmund II- VfB Stuttgart II (1:0, Schütze: Duksch) gleichen exakt der letzten Saison. Ok, der  VfB II spielte damals zuhause….

Liebe ist… wenn man sich auch mal vor dem Arbeitsgericht trifft

Zurück zu sportlichen Dingen – eigentlich  ist das glatt gelogen. Hier meine versprochenen Home-Story: Burghausen, Sommer 2013. Ein Fußballverein spielt hervorragenden Fußball. Aber es wäre langweilig, wenn es dabei bliebe. Traditionell geht’s heiß her im Sommer, in der Stadt an der österreichischen Grenze – und das nicht wegen der südlichen Lage. Warum aber jetzt Home? Nun, Burghausen ist meine Geburts-und Heimatstadt, für die, die das noch nicht wissen. Aber weiter im Text: Der Verein hat sich ein wenig verrechnet, fordert u.a. Gehaltseinbußen seiner Spieler. Einer dieser Spieler, vielleicht der Beste, hat Vertag und wird eines Tages (das sichert ihm sein Papier zu) sogar Sportdirektor. In der Zwischenzeit verdient er ganz nettes Geld, so in etwa Bundeskanzlersphären. Der Verein beschloss dann mal, dass Verträge gerne auch mal so oder so ausgelegt werden können und kündigt seinem Spieler, mit dem sicheren Wissen, dass die Kündigung zum 30.6 wirksam ist. Ratet mal: Nein! (Und schon gar nicht zum 31.12., wie teils propagiert) Folge: Der Spieler ist gezwungen zu klagen. Gestern war der Gerichtstermin – der Spieler siegt und spielt weiterhin für den Klub. Trainer und Vorstand stehen da, wie begossene Pudel. Es ist zwar heiß aber diese kalte Dusche hätte man wohl allzu gerne vermieden. Der Verein, ihr ahnt es, ist Wacker Burghausen, der Spieler Youssef Mokhtari. Eigentlich ist diese eine Ehe, die so viel Zukunft hat, wie Katar kühl ist im Sommer. Aber: Mokhtari will bleiben, Wacker muss ihm gewährleisten seine Arbeit ausüben zu können. Er könnte also am Wochenende gegen den MSV Duisburg im Kader stehen. Könnte mir denken, dass dies ein komisches Gschmäckle haben könnte. Mokhtari wurde auf der Homepage seine Vereines unter der Frage, was jeder einmal im Leben gemacht haben sollte zitiert mit: „Das Trikot des SVW tragen“. Ja, oder auch mal gegen seinen Lieblingsklub vor Gericht ziehen müssen….

Die Moral von der Geschicht`: Drum prüfe, was sich zwei Jahre lang (mit stattlichem Gehalt) bindet – oder lies zumindest deine Verträge richtig….

Soviel zu meiner Home-Story und zur aktuellsten Ausgabe von Am Längeren Hebel. Und die gute Nachricht zum Schluss: Es wird wieder Drittliga-Fußball gespielt und mehr live gezeigt, als je zuvor. Was interessiert mich da, was der Blatter in der Schweiz erzählt.

 

„stay tuned“ und eine live-Fußball-reiche Woche wünscht

Uli Hebel

Folgt ihm auf Twitter: @ulihebel

 

FOTO: Jakob Untersteger

 

   
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