Am längeren Hebel #26: RB Leipzig greift tief in die Tasche

Am längeren Hebel steht heute unter dem Motto "am Ende dann also doch". Jetzt werdet ihr sagen, war ja klar, dass er heute mit Duisburg daher kommt, und RB Leipzig – ja klar, denn das Motto für heute ist ja "am Ende dann also doch“. Ich entschuldige mich an dieser Stelle, dass ich einen Abend zu spät dran bin mit der neuesten Ausgabe der Kolumne. Bestimmt dachtet ihr, die lassen sie diesmal ausfallen , aber ihr wisst schon: "Am Ende dann also doch". Genug geschnattert, wir gehen voll rein.

Jungbulle im Stall – zum Rekordpreis

Irgendwie war ich schon ein bisschen enttäuscht. Alles sprach davon, dass in Leipzig groß investiert wird, um den Durchmarsch in die zweite Liga zu realisieren. Lange kam nichts, dann wenig und dann: Yussuf Poulsen, für die schlappe Ablöse von 600.000 Euro – Allzeit-Rekord in Liga 3. Der dänische Junioren-Nationalspieler (39 Spiele, 14 Tore) kommt von Lyngby BK. Dabei setzte sich RB gegen namhafte Konkurrenz aus dem In-und Ausland durch. Tottenham Hotspur, Feyenoord Rotterdam und der VfB Stuttgart hatten ebenfalls bei Poulsen angeklopft, dieser entschied sich jedoch für Leipzig.  Im ersten Test machte der der 1,93 m-große Stürmer eine Halbzeit lang einen guten Eindruck und traf auch schon. Der 19-Jährige debütierte Anfang des Jahres für die A-Nationalmannschaft der „Danish Dynamite“ und wird RB mit seiner robusten Spielweise auf Anhieb weiterhelfen. Zudem ist er extrem kopfballstark und verfügt über einen durchaus passablen Torbabschluss. Ich freue mich auf Poulsen – er ist ein bisschen der Star der kommenden Saison. Es gilt über eine halbe Million Ablöse zu rechtfertigen. Damit aber noch nicht genug: RB verleiht Flügel (und versucht, die der anderen zu brechen, mit richtig Kohle): 600.000 weitere Euro investierten Rangnick & Co. In Joshua Kimmich und Andre Luge. Damit sind wir definitiv in Etat-Sphären der Liga-Kollegen angekommen. Warum nicht? 1,2 Millionen Ablöse (kein Gehalt) für drei Spieler. Und wir dachten schon RB macht langsam….

MSV Drittklassig

Warum dreschen wir nicht noch ein paar Phrasen? Gut Ding will Weile haben, oder was lange währt, wird endlich gut. Oder wir heißen den MSV Duisburg einfach herzlich Willkommen in der dritten Liga. Es hat ein bisschen gedauert mit den Formalien, aber: Seit Montag ist es  gewiss und plötzlich geht alles ganz schnell. Knappe fünf Stunden nach Erhalt der Lizenz gab Duisburg den neuen Boss bekannt. Karsten Baumann, uns bekannt von Trainerstationen wie Osnabrück und Erfurt. Zusammen mit Sportdirektor Grlic hat Baumann viel zu tun in den zwei Wochen bis zum Saisonstart. Mission: konkurrenzfähiger Kader! Dass sie das können, bewiesen sie gleich einen Tag später. Zehn Neuzugänge wurden vorgestellt, darunter Namen wie Ratajczak, Cincotta, Aycicek, Dum oder Onuegbu. Für 24 Stunden – Chapeau! Was wäre wenn der MSV die ganze Vorbereitung gehabt hätte? Nicht falsch verstehen, wir sprechen hier von keinem Kader, der unter dem Verdacht steht ohne Niederlage durchzustarten. Aber: Ich denke noch vor ein paar Wochen hätte alle beim MSV diese Entwicklung unterschrieben. Tendenz: aufsteigend. Wie sagte Uli Hoeneß einst? „The Trend is your Friend“ Und ich hoffe, wir sprechen nicht von steuerlichen Dingen…. Ich habe ein bisschen draufgehauen in der vergangenen Woche, daher will ich dem Vorstandsvorsitzenden des MSV Duisburg Udo Krimse das letzte Wort lassen (am Ende also doch): “Wir sind mit allen, denen unsere Zebras am Herzen liegen, überglücklich. Unser Dankeschön und unser Respekt gilt allen, die den MSV mit ihren Möglichkeiten in den vergangenen Tagen und Wochen auf so vielfältige und friedliche Art unterstützt haben“ Dem ist nichts hinzuzufügen und damit noch einmal herzlich Willkommen, dem MSV Duisburg.

Bestimmt denkt ihr, das kann doch nicht alles gewesen sein, warum ist er denn heute  auf Schmusekurs? Nun, ich hatte es nicht vor, aber getreu dem Motto der Kolumne „am Ende dann also doch“. Ende ist auch schon das Stichwort. Für heute sind wir durch und bewegen uns mit großen Schritten auf die Saison 2013 / 2014 zu. Can´t wait.

 

„stay tuned“ und eine sanfte Woche wünscht

Uli Hebel

Folgt ihm auf Twitter: @ulihebel

 

FOTO: Michelle Walther

 

   

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