Alles, was ihr zum 10. Spieltag wissen müsst

Wir werden zweistellig! Der 10. Spieltag der Saison 2026/27 steht vor der Tür – und hat mit dem Gipfeltreffen zwischen dem Ersten und dem Zweiten ein waschechtes Spitzenspiel zu bieten. Unsere Vorschau verschafft euch wie gewohnt einen Überblick über das anstehende Programm.

Die Ausgangslage

Gemeinhin heißt es, dass die Tabelle ab dem zehnten Spieltag erstmals so richtig aussagekräftig ist. Die Drittligisten haben also noch eine letzte Gelegenheit, sich in Stellung zu bringen. Klar ist allerdings schon jetzt, dass der MSV Duisburg auch nach diesem Wochenende von der Tabellenspitze grüßen wird. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf Verfolger Viktoria Köln, der den Abstand mit einem Sieg im direkten Duell am Sonntagnachmittag immerhin auf zwei Zähler verkürzen könnte.

Bis dahin könnte sich allerdings bereits Rot-Weiss Essen auf Rang zwei vorgeschoben haben. RWE liegt nur einen Punkt hinter der Viktoria und ist schon am Samstag auswärts in Ingolstadt im Einsatz. Drei Zähler dahinter lauert Hansa Rostock, das zeitgleich in Aachen gastiert. Es folgen Saarbrücken und Düsseldorf mit jeweils 14 Punkten, die ebenfalls am Samstag direkten Duell aufeinandertreffen.

Während sich an der Tabellenspitze bereits etwas deutlichere Abstände herausgebildet haben, geht es im Mittelfeld und in der unteren Hälfte weiterhin extrem eng zu. Zwischen Platz neun (Preußen Münster, zwölf Punkte) und Rang 18 (Großaspach, neun Punkte) liegen gerade einmal drei Zähler. Kurios: Mit einem Sieg im direkten Duell am Samstag könnte der Aufsteiger den Zweitliga-Absteiger sogar überholen. Etwas abgeschlagen ist dagegen bereits der TSV Havelse, der mit drei Zählern Rückstand die rote Laterne innehat.

 

Fünf Spiele im Fokus

Düsseldorf vs. Saarbrücken: Kann die Fortuna nachlegen?

War das der viel zitierte Brustlöser? Als bereits alles auf das nächste Remis hindeutete, schlug Joker Eric Hottmann in der zweiten Minute der Nachspielzeit zu und schoss Fortuna Düsseldorf zum umjubelten 2:1-Auswärtssieg bei Mitabsteiger Preußen Münster. Ein eminent wichtiger Erfolg für die Fortuna, der dem kritisch beäugten Fortuna-Coach Alexander Ende etwas Luft verschafft. Nun gilt es für F95, im nächsten Schlagerspiel gegen den 1. FC Saarbrücken nachzulegen und den Aufwärtstrend zu bestätigen.

Kurios ist der Blick in die Bilanz der Aufeinandertreffen zwischen Düsseldorf und Saarbrücken: In 18 Pflichtspielen konnte sich der FCS noch nie nach 90 Minuten gegen die Rheinländer durchsetzen. Das bislang letzte Duell ging dennoch an die Blau-Schwarzen. Im März 2020 kegelte der damalige Regionalligist die Fortuna, seinerzeit noch Bundesligist, im Elfmeterschießen mit 7:6 aus dem DFB-Pokal und zog sensationell ins Halbfinale ein. Von den damaligen Akteuren ist übrigens nur noch Düsseldorfs Matthias Zimmermann bei einem der beiden Vereine aktiv. Saarbrücken dürfte auf ein neuerliches Positiv-Erlebnis gegen die Fortuna hoffen, schließlich ist der FCS mit nur einem Punkt aus zwei Spielen nicht gut aus der Länderspielpause gekommen.

Ingolstadt vs. Essen: Stellen die Schanzer RWE ein Bein?

Gerade rechtzeitig vor dem Heimspiel-Kracher gegen Rot-Weiss Essen konnte der FC Ingolstadt neues Selbstvertrauen tanken: Am Mittwochabend feierten die Schanzer einen deutlichen 3:0-Auswärtssieg bei Waldhof Mannheim. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Oberbayern von einer frühen Roten Karte gegen Mannheim profitierten und nahezu die gesamte Partie in Überzahl agierten. Das dürfte Achim Beierlorzer im Nachgang herzlich egal sein, schließlich zählt in erster Linie, dass er im zweiten Spiel seinen ersten Sieg als FCI-Trainer bejubeln durfte.

Gegen Essen will Ingolstadt jetzt selbstredend nachlegen. Das dürfte allerdings ein schweres Unterfangen werden, schließlich zählt RWE in dieser Saison zu den stärksten Mannschaften der Liga. Die Ruhrpottler sind seit dem ersten Spieltag ungeschlagen und agieren zunehmend im Stile einer Spitzenmannschaft. So auch unter der Woche gegen Fortuna Köln, als die Essener defensiv über 90 Minuten so gut wie nichts zuließen und vorne zweimal eiskalt zuschlugen. Auch der Blick auf die jüngere Vergangenheit spricht für die Gäste: Die letzten drei Aufeinandertreffen mit Ingolstadt konnte RWE allesamt für sich entscheiden. Ob die Schanzer diese Serie durchbrechen können?

Regensburg vs. Wiesbaden: Schafft der SVWW die perfekte Englische Woche?

Es dürfte sich wie ein Déjà-vu angefühlt haben: Wie schon vor der Länderspielpause gegen Stuttgart II verspielte Jahn Regensburg auch unter der Woche in Verl eine komfortable Auswärtsführung. Waren es gegen die Schwaben zwischenzeitlich sogar drei Tore Vorsprung, lagen die Oberpfälzer diesmal mit zwei Treffern vorne. Dennoch schien der Sieg bereits eingetütet, zumal der SSV genügend Chancen hatte, das Ergebnis noch deutlicher zu gestalten. Doch nach der Pause kippte die Partie und Verl kam noch zum Ausgleich. Der nächste hergeschenkte Sieg für den Jahn, der dadurch wieder unter den Strich abrutschte.

Vor eigenem Publikum will die Hildmann-Elf nun endlich wieder über 90 Minuten die Konzentration hochhalten – und am besten an das letzte Heimspiel anknüpfen, als Havelse mit 5:0 aus dem Stadion gefegt wurde. Gegner Wehen Wiesbaden reist allerdings mit reichlich Rückenwind in die Oberpfalz. Seit der Übernahme durch Neu-Trainer Jochen Seitz läuft es bei den Hessen wie am Schnürchen: Beide Partien unter der Seitz-Regie konnte der SVWW für sich entschieden – bei einem Torverhältnis von 7:2. Am Mittwoch gab es ein überzeugender 3:0-Erfolg gegen Alemannia Aachen. Stellt sich nun die Frage, ob Wiesbaden mit einem neuerlichen Sieg die perfekte Englische Woche gelingt?

Aachen vs. Rostock: Wer findet zurück in die Erfolgsspur?

Eigentlich war Alemannia Aachen – abgesehen vom Ausrutscher gegen Meppen – gut in die neue Saison gestartet. Doch nach der Länderspielpause mussten die Kaiserstädter zwei herbe Rückschläge hinnehmen. Nach zwei Niederlagen bei 2:8 Toren steht der TSV vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock entsprechend unter Druck. Um die Trendwende einzuleiten, "brauchen wir keine besonderen Sachen machen, sondern müssen die einfachen Dinge besonders konsequent umsetzen", forderte Trainer Mersad Selimbegovic. Hoffnung macht die mögliche Rückkehr von Topstürmer Mika Schroers, der in Wiesbaden angeschlagen passen musste.

Auf Wiedergutmachung ist allerdings auch Rostock aus. Die Kogge kassierte am Dienstag eine schmerzhafte 0:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger Meppen und präsentierte sich dabei offensiv ideenlos und bei gegnerischen Eckbällen erstaunlich verwundbar. Ein verkorkstes Heimdebüt für André Breitenreiter, der vor der Reise nach Aachen zudem um Leon Dajaku (Erkältung) und Marco Schuster (bevorstehende Geburt seines zweiten Kindes) bangt. Sicher ist dagegen die Unterstützung von den Rängen: 2.000 Hansa-Fans begleiten die Rostocker in den Westen der Republik – in der Hoffnung, dass ihr FCH an die gute Auswärtsbilanz anknüpfen kann (10 Punkte aus fünf Spielen). Insgesamt werden gut 25.000 Zuschauer auf dem Tivoli erwartet.

Duisburg vs. Viktoria Köln: Offensivspektakel im Spitzenspiel?

Der Tabellenführer empfängt den Zweiten – mehr Spitzenspiel geht nicht! Mit Spannung darf erwartet werden, wie sich die beiden mit Abstand besten Offensivreihen der Liga (jeweils 26 Tore) im direkten Duell schlagen. Brisanz verspricht auch der Blick auf die Vorsaison, als der MSV am letzten Spieltag gegen die Viktoria die Teilnahme an der Relegation verspielte, weil ausgerechnet der so starke Rasim Bulic in der Nachspielzeit nur den Pfosten traf. Am Dienstag traf Bulic dagegen ins Netz – als einer von vier Torschützen beim beeindruckenden 4:2-Auswärtssieg in Saarbrücken, der den Zebras zusätzlichen Rückenwind verleiht.

Die Viktoria musste am Mittwoch dagegen einen kleinen Dämpfer hinnehmen, als sie eine 2:0-Führung gegen Großaspach noch verspielte und sich mit einem 2:2 begnügen musste. Trainer Marian Wilhelm verbuchte den Rückschlag als Teil des "Lernprozesses". Offensiv können die Kölner auf das gefährlichste Trio der Liga bauen: David Otto, Niklas Castelle und Lucas Wolf erzielten zusammen bereits 19 Saisontore – das ist der aktuelle Spitzenwert der 3. Liga. Beim MSV verteilt sich die Torgefahr dagegen auf deutlich mehr Schultern – darunter bekanntlich auch zahlreiche treffsichere Joker wie Peter Remmert.

   

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