"Vielleicht haben wir auch Glück": FCH bangt um Dajaku und Schuster
Zum Abschluss einer wechselhaften Englischen Woche mit Sieg und Niederlage gastiert der F.C. Hansa Rostock am Samstag bei Alemannia Aachen – und will dann wieder sein Auswärtsgesicht zeigen. Womöglich jedoch ohne Leon Dajaku und Marco Schuster.
Meppen-Spiel "sehr analytisch" aufgearbeitet
Auswärts hui, zuhause pfui – so lässt sich die bisherige Saison des F.C. Hansa kurz und knapp zusammenfassen. Denn während der FCH das drittbeste Auswärtsteam der Liga ist, steht in der Heimtabelle lediglich Platz 13 zu Buche. Und so verwunderte es auch nicht, dass die Kogge in Würzburg gewann, gegen Meppen dann aber als Verlierer vom Platz ging. In den letzten beiden Tagen sei das Duell mit den Emsländern "sehr analytisch" aufgearbeitet worden, berichtete Trainer André Breitenreiter bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag.
Mit der defensiven Leistung seiner Mannschaft zeigte sich der 53-Jährige – abgesehen von den beiden Gegentoren – über weite Strecken zufrieden, offensiv fehlte es Breitenreiter zufolge vor allem an Zielstrebigkeit und Geradlinigkeit. Zwar habe sein Team geduldig gespielt, sei gegen den tief stehenden Gegner aber zu selten zu klaren Chancen gekommen. "Jeder, der sich im Fußball auskennt, weiß, dass sich jede Mannschaft auf der Welt mit tiefen Blöcken schwer tut." Um solche Gegner vor Probleme zu stellen, müsse man Chancen nutzen und in Führung gehen, damit sich Räume öffnen. Das sei seiner Mannschaft nicht gelungen.
Für die kommenden Wochen kündigte Breitenreiter weitere Arbeit an den Abläufen an. Gemeinsam mit dem Team wolle er für mehr Sicherheit sorgen und das Spiel gegen tief stehende Gegner konkreter und zielstrebiger gestalten. "Daran werden wir arbeiten, da können Sie sich alle sicher sein", versicherte der Coach. Gleichzeitig warb er um Geduld und betonte, dass die Spieler Unterstützung benötigen. "Die Jungs haben alles gegeben. Und deswegen muss man ihnen den Rücken stärken."
Fragezeichen hinter Dajaku und Schuster
Dass mit der Partie in Aachen nun wieder ein Auswärtsspiel ansteht, dürfte der Kogge durchaus gelegen kommen. Zumal die Alemannia die letzten beiden Partien verloren und dabei acht Gegentore kassiert hat. Breitenreiter warnte allerdings vor einem "extrem aggressiven und hohen Angriffspressing" der Schwarz-Gelben. "Wir müssen sehr klar und vorbereitet sein." Ob Leon Dajaku dabei mithelfen kann, ist noch ungewiss. Der Offensivspieler ist derzeit erkältet. Zwar konnte er am Donnerstag mittrainieren, hat sich aber separat von der Mannschaft umgezogen. "Da müssen wir sehen, wie sich dieser Zustand weiterentwickelt und ob er tatsächlich einsatzfähig ist."
Ein Fragezeichen steht auch noch hinter Marco Schuster, der jeden Moment zum zweiten Mal Vater werden könnte. Der errechnete Geburtstermin ist Breitenreiter zufolge bereits um "einige Tage" überschritten. "Wir werden morgen mit ihm besprechen, wie wir mit der Angelegenheit umgehen." Das Problem: Sollte Schuster mitreisen, die Geburt dann aber ausgerechnet am Samstag losgehen, könnte es aufgrund der Entfernung von 670 Kilometern schwierig werden, rechtzeitig einzutreffen. "Vielleicht haben wir auch Glück und es passiert heute. Dann kann er natürlich mitfahren", so Breitenreiter. Mitreisen werden in jedem Fall 2.000 Fans, die darauf hoffen, den vierten Auswärtssieg im sechsten Spiel feiern zu können.