Aachen gegen Hansa unter Druck: Wiebe fraglich, Schroers-Rückkehr?
Nach zwei Niederlagen in Folge bei 2:8 Toren steht Alemannia Aachen am Samstag im Heimspiel gegen Hansa Rostock unter Druck. Aus personeller Sicht gibt es indes gute und schlechte Nachrichten.
"Brauchen keine besonderen Sachen machen"
Nein, trotz der 0:3-Pleite in Wiesbaden sei nicht alles schlecht gewesen, stellte Trainer Mersad Selimbegovic bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag klar. Schließlich waren die Schwarz-Gelben durchaus zu Chancen gekommen, der Gegner habe die Fehler jedoch konsequent bestraft. Besonders ärgerte ihn, dass sein Team trotz des hohen läuferischen Aufwands von 121 Kilometern mehrfach Geschenke verteilt habe. Seine Mannschaft müsse lernen, auch mal mit einem 0:0 zufrieden zu sein und Spiele notfalls lange offen zu halten. "Du kannst auch in der 79. Minute noch das 1:0 machen", betonte Aachens Coach. Gerade für viele noch unerfahrene Spieler sei das ein Lernprozess. "Doch solange wir die Fehler nicht abstellen, werden die Gegner diese weiterhin ausnutzen."
Um nun die Trendwende einzuleiten, "brauchen wir keine besonderen Sachen machen, sondern müssen die einfachen Dinge besonders konsequent umsetzen", forderte Selimbegovic. Dazu nimmt er vor allem die Führungsspieler in die Pflicht, die zuletzt teilweise schwächelten. Doch auch alle anderen seien gefordert, "dann nochmal eine Schippe draufzulegen, damit wir das gemeinsam auffangen". Schon am Samstag soll es im Heimspiel gegen Hansa Rostock besser laufen.
Dass sich die Kogge, anders als zuletzt Wehen Wiesbaden, eher nicht hinten reinstellen wird, dürfte den Schwarz-Gelben entgegenkommen. Gleichwohl forderte Selimbegovic, dass seine Mannschaft über ihr Limit gehen müsse, um eine Chance zu haben. "Denn wenn du Hansa nur ein bisschen was anbietest, nutzen die das gnadenlos aus." Um das gegen ein Team mit einem "brutal gut besetzten Mittelfeld" zu verhindern, brauche es "einen guten Start, gute Zweikämpfe und eine gute Kompaktheit".
Schroers wieder im Training
Viele Wechsel wird es trotz der Englischen Woche aufgrund der weiterhin angespannten Personallage nicht geben, wie Aachens Coach bereits durchblicken ließ. So werden Jonas Oehmichen (Knieprobleme), Marius Wegmann (Handverletzung) und Gideon Jung (Leistenprobleme) weiterhin ausfallen, während die Einsätze von Danilo Wiebe (muskuläre Probleme), Mika Hanraths und Nathan Bitumazala allesamt noch fraglich sind. "Da müssen wir abwägen, ob wir ins Risiko oder lieber auf Nummer sicher gehen wollen."
Bessere Nachrichten gibt es von Mika Schroers, der in Wiesbaden überraschend angeschlagen gefehlt hatte. "Er hat gestern wieder mittrainiert. Zwar nicht komplett, aber größtenteils", berichtete Selimbegovic. "Ich hoffe, dass er sich heute gut fühlt und alles mitmachen kann." Dann dürfte einem Einsatz des Topscorers nichts im Wege stehen.
Wer das Tor hüten wird, ließ der TSV-Coach erneut offen. Die Besetzung wird auch davon abhängen, ob Wiebe spielen kann. Wenn nicht, dürfte es erneut auf Manuel Riemann hinauslaufen. Der 38-Jährige patzte in Wiesbaden zwar erneut, gilt im Gegensatz zu Stefan Bajic aber als Lautsprecher, um die junge Mannschaft anzuleiten. Ob das am Samstag dann besser gelingt als in den letzten beiden Partien, davon werden sich rund 25.000 Zuschauer vor Ort selbst ein Bild machen.