Aigner im Interview: "Mir hat der Kick gefehlt"

Im Interview mit liga3-online.de spricht Uerdingens prominenter Neuzugang Stefan Aigner über seine Zeit in den USA, die Gründe für seinen Wechsel zum KFC Uerdingen und die starke Konkurrenz in der 3. Liga.

[box type="info" size="large"]"Das hat mir imponiert"[/box]

liga3-online.de: Die letzte Saison spielten Sie für die Colorado Rapids in der Major League Soccer (MLS). Wie war die Zeit in den USA, Herr Aigner?

Stefan Aigner: Ich hatte ein tolles Jahr in den Staaten. Auch abseits des Fußballs war es eine spannende Lebenserfahrung für mich. Ich durfte eine andere Kultur, ein anderes Umfeld und einige neue Menschen kennenlernen. Außerdem ist die USA landschaftlich gesehen eine Wucht. Die vielen Berge und Nationalparks sind ein Traum. Ich würde behaupten, dass ich vorher nichts Schöneres in meinem Leben gesehen hatte.

Trotzdem sind Sie nach nur einem Jahr in den USA jetzt nach Deutschland zurückgekehrt. Wieso?

Der Fußball wird in den USA anders wahrgenommen als in Europa. Auf den Spielern lastet nicht so viel Druck und auch nach schwachen Spielen wird kaum negative Stimmung verbreitet. Das mag zwar erst einmal positiv klingen. Wenn man aber wie ich zuvor lange in der 1. und 2. Bundesliga in Deutschland gespielt hat, wo mehr Zuschauer in die Stadien kommen und die Emotionen deutlich mehr hochkochen, dann vermisst man das. Mir hat der Kick gefehlt, vor Hexenkesseln in Deutschland aufzulaufen. Hinzu kam, dass es sportlich in Colorado nicht mehr gepasst hat und ich frühzeitig entschieden habe, meinen Vertrag aufzulösen.

Ab sofort sind Sie für den KFC Uerdingen in der 3. Liga am Ball. Warum haben Sie sich für einen Wechsel zum KFC entschieden?

Der KFC Uerdingen hatte bereits Kontakt zu mir aufgenommen, bevor ich meinen Vertrag in Colorado aufgelöst habe. Dass sich der Verein bereits zu einem so frühen Zeitpunkt um mich bemüht hat, hat mir imponiert. Als ich dann zurück in meiner Heimat München war, konnte mich KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart dort bei einem persönlichen Gespräch vom Konzept des Klubs überzeugen.

 

[box type="info" size="large"]"Gab ein Treffen mit Bierofka"[/box]

Sie spielten lange in der 1. Bundesliga und waren unter anderem für Eintracht Frankfurt aktiv. Gab es keine Angebote aus höheren Ligen?

Doch, die gab es. Ich hätte auch in die 2. Bundesliga wechseln können. Mir war aber vor allem wichtig, dass ich in eine intakte Mannschaft komme, in der ein hervorragender Zusammenhalt herrscht. Beim KFC ist der Teamspirit klasse. Ansonsten hätte das Team den Durchmarsch von der 5. bis in die 3. Liga nicht geschafft und vor allem wäre der schwierige Aufstieg von der Regionalliga in die 3. Liga nicht möglich gewesen. Außerdem finde ich es klasse, dass sich Uerdingen trotz des Durchmarschs nicht damit zufrieden gibt, einfach nur in der 3. Liga mitzuspielen. Der Verein möchte eine gute Rolle spielen – und ich will meinen Teil dazu beitragen.

Ihr Heimat- und Ausbildungsverein 1860 München spielt nun auch wieder in der 3. Liga. Eine Rückkehr zu den Löwen war in den letzten Wochen auch ein Thema.

Das stimmt. Es ist ja auch kein Geheimnis, dass ich mich mit 1860-Trainer Daniel Bierofka getroffen habe. Es war zunächst einmal ein freundschaftliches Treffen, weil wir seit unserer gemeinsamen Zeit beim TSV 1860 regelmäßig in Kontakt stehen und uns länger nicht gesehen hatten. Wir haben aber auch über meine Situation und eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen. Es war allerdings schnell klar, dass daraus nichts wird. Zum einen war die Kaderplanung von 1860 München in der Offensive bereits abgeschlossen und zum anderen hatte ich mich schon so gut dafür entschieden, mich dem KFC Uerdingen anzuschließen.

Der KFC Uerdingen verfolgt als ehemaliger Bundesligist weiter ambitionierte Ziele. Sie haben einen Vertrag bis 2021 unterschrieben. Wo wollen Sie mit den Krefeldern hin?

Die Mannschaft hat großes Potenzial und wurde für jetzt noch einmal hochkarätig verstärkt. Ich habe sicher nicht unterschrieben, um langfristig in der 3. Liga zu bleiben. Das heißt aber nicht, dass man von uns erwarten kann, dass wir direkt um den Aufstieg mitspielen. Die Liga ist enorm stark, von den Mannschaftsnamen her ist es eher eine 2. Liga. Teams wie der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig und der Karlsruher SC wollen unbedingt wieder hoch und gehören zu den Aufstiegsfavoriten. Für uns geht es erst einmal darum, in einem sicher nicht einfachen ersten Jahr in der 3. Liga eine ordentliche Saison zu spielen und das Bestmögliche herauszuholen. Wo wir dann am Ende landen, wird man sehen.

   
  • remember85

    Tja, "wem will er für Dumm verkaufen"??? Berechtigte Frage!
    Glauben Sie allen Ernstes, dass die Uerdinger im Gehalt derart massiv über den Gehältern von Zweitligisten liegen, dass dies einen Aigner der in 9 Jahren erster und zweiter Liga gutes Geld verdient haben wird, dazu bewegt, zu einem unterklassigen Verein zu wechseln?

    • Phillip

      Natürlich tun sie das. Ein Konzept kann noch so gut sein, aber Zweitligaspieler wechseln bestimmt nicht für 10.000€ brutto (und da ist das schon eine sehr gute Bezahlung) im Monat in die 3. Liga. Ein Maxi Beister wurde in der RL sicherlich auch nicht entsprechend bezahlt, sondern deutlich überm Niveau.

  • Ochsenschädel

    Der einzige Grund.. ähhh Kick.. ist die Kohle! Der soll aufhören so ein Müll zu schwätzen, oder wem will er für Dumm verkaufen?

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