Abstiegskampf im Check: Wer muss in die Regionalliga?

Nach der Länderspielpause biegt die 3. Liga in die entscheidende Saisonphase ein – und wird auch eine Antwort auf folgende Fragen liefern: Wer muss den Weg in die Regionalliga antreten, wer zittert sich zum Klassenerhalt? Die gesamte untere Tabellenhälfte ist akut gefährdet. liga3-online.de prognostiziert, wie die Chancen für alle Klubs stehen.

Noch beträgt der Vorsprung auf die rote Zone zwar fünf Punkte, doch mit nur zehn Punkten aus zehn Rückrundenspielen muss der Hallesche FC nach unten schauen – zumal der Trend angesichts nur eines Zählers aus den letzten drei Partien gegen die Saalstädter spricht. Außerdem weist Halle gemeinsam mit Meppen die schlechteste Tordifferenz der Liga (-14) auf. Trainer Florian Schnorrenberg sammelt zuletzt nur bedingt Argumente für eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages, allerdings kann ihm noch angerechnet werden, Halle vor einem Jahr aus einer viel schwierigerer Position gerettet zu haben. Die nahen Duelle mit Kaiserslautern und Uerdingen geben die Richtung vor, danach geht es zumeist gegen Mittelfeldteams.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 15 Prozent

 

So einige, die gerne und oft das Geschehen in der 3. Liga verfolgen, hatten den SV Meppen in dieser Saison vor Schwierigkeiten gesehen, und auch manchem SVM-Fan wurde zuletzt Angst und Bange nach zwei deutlichen 0:4-Niederlagen gegen Dresden und Uerdingen. Allerdings gewinnt Meppen eben auch, zuletzt das Sechs-Punkte-Spiel gegen den FC Bayern II. So ist der Vorsprung neun Spieltage vor Schluss solide (fünf Zähler), das Torverhältnis dagegen verbesserungswürdig (-14). Im Restprogramm warten Kracher wie Ingolstadt und Rostock, spät kommen die Duelle mit Lübeck und Duisburg. Läuft vieles schief, könnte es da noch um eine Menge gehen.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 15 Prozent

 

Auf vier Punkte ist der Vorsprung des SV Waldhof Mannheim auf einen Abstiegsplatz geschrumpft. Der Grund: Nach einem überragenden Januar mit 15 Zählern aus sieben Partien holte die Mannschaft von Trainer Patrick Glöckner, der volle Rückendeckung bei der Mannschaft genießt, nur noch zwei Punkte aus sieben Spielen. Bei allen fünf Niederlagen in diesem Zeitraum traf Waldhof das gegnerische Tor nicht ein einziges Mal, in den anderen Partien sprangen auch nur drei Treffer heraus. Triste Zahlen, die den Waldhof nun zittern lassen. Neun bis zehn Punkte brauchen die Kurpfälzer noch, um in der Liga zu bleiben. Bis zum Saisonende stehen dem Waldhof noch vier Duelle mit Konkurrenten wie Lübeck, Haching und Duisburg bevor. Da gibt es viel zu gewinnen, aber auch zu verlieren.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 20 Prozent

 

Auf dem Weg aus dem Tabellenkeller hat der MSV Duisburg – nach der Hinrunde noch mit der Roten Laterne unterwegs – immer mehr Fahrt aufgenommen, 16 Punkte aus den ersten zehn Rückrundenspielen sind eine respektable Bilanz. Wer zudem wie die Zebras zuletzt gegen Türkgücü ein 0:2 in ein 3:2 dreht, hat auch noch das Momentum klar auf seiner Seite, die allgemeine Dynamik und der neue Zusammenhalt zwischen den tapfer hupenden Fans und der Mannschaft mit Trainer Pavel Dotchev (13 Punkte aus sieben Spielen) sind sehr positive Signale. Das Restprogramm hat es dafür in sich: Dresden, Ingolstadt, Verl, Wiesbaden – um nur einige zu nennen. Mit Mannheim, Kaiserslautern, Bayern II und Magdeburg warten aber auch noch vier direkte Konkurrenten.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 15 Prozent

 

Steigt der Meister ab? Tatsächlich ist der FC Bayern II derzeit alles andere als sicher, was trotz des Kaderumbruchs im vergangenen Sommer schon überrascht. Erst ein Sieg in der Rückrunde, die wenigsten erzielten Tore in diesem Zeitraum – es ist ein völlig anderer FCB als noch in der letztjährigen Rückserie, der mit offensiver Brillanz Gegner um Gegner wie im Vorbeigehen besiegte. Können die jungen Talente, bei denen in diesem Jahr schon 35 (!) Spieler eingesetzt worden sind, auch Abstiegskampf? Im Restprogramm warten Mannschaften aus allen Tabellenteilen, bunt gemischt. Alle aber eint: Sie sind deutlich erfahrener als die Bayern-Reserve.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 30 Prozent

 

Erstmals in fast drei Jahren 3. Liga wirkt der KFC Uerdingen wie eine echte Einheit – offenbar brauchte es dafür, so zynisch es klingt, erst eine so handfeste Krise wie jene der vergangenen Monate. Keiner weiß so recht, ob der Klub mittelfristig finanziell abgesichert ist, doch die Spieler haben die Situation mit zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen und großen Nehmerqualitäten stark angenommen. Trainer Stefan Krämer ist der Letzte, der trotz schwerer Rahmenbedingungen aufgeben würde, und das überträgt sich auf seine Profis. Die spielen bis Ende Mai noch gegen fast das gesamte Mittelfeld, dazu Spitzenreiter Dynamo – und Lautern sowie Magdeburg als unmittelbare Konkurrenz. Dazu hat der KFC ein Nachholspiel gegen Zwickau am Samstag in der Hinterhand. Bei einem Sieg, dem dritten in Folge, würde Uerdingen die rote Zone auf vier Zähler distanzieren – und auf Rang 13 springen.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 40 Prozent

 

Drei Niederlagen Anlaufzeit brauchte Christian Titz beim 1. FC Magdeburg, nach dem desaströsen 0:4 gegen den SC Verl schwand bei manchem Anhänger schon jede Hoffnung. Doch der FCM lebt – und wie! Drei Siege holte er zuletzt aus vier Spielen, jeden einzelnen gegen einen Rivalen aus der unteren Tabellenhälfte. Zuletzt bestanden die Blau-Weißen auch noch das Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern, der Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen ist da. Angeführt vom im Winter verpflichteten und zunächst lange verletzten Baris Atik (fünf Scorerpunkte in sechs Spielen) blickt Magdeburg nun zunächst den Spitzenteams Ingolstadt und Rostock entgegen – dann gibt es fast ausschließlich direkte Duelle im Keller, unter anderem warten Duisburg und Uerdingen.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 45 Prozent

 

Marco Antwerpen ist keiner, der aufgibt. Doch nach der 0:1-Niederlage in Magdeburg und dem Blick auf die Tabelle musste wohl auch er einmal tief durchatmen: Sechs Punkte Rückstand hat der Deutsche Meister von 1998 auf einen Nichtabstiegsplatz, das Szenario Regionalliga wird immer wahrscheinlicher. Gut: Lautern hat noch ein Nachholspiel gegen Zwickau in der Hinterhand, ist dort aber zum Siegen verdammt. Außerdem finden noch sechs Spiele auf dem Betzenberg statt – nur haben die Roten Teufel dort erst genau eine Saisonpartie gewonnen, eine extrem bittere Bilanz. Noch dazu stellt Lautern die harmloseste Offensive und ist die zweitschwächste Rückrundenmannschaft. Gegen wen der FCK noch gut 20 Punkte aus zehn Spielen holen muss? Nach der Länderspielpause stehen binnen weniger Tage mit Halle, Zwickau und Lübeck die ersten drei Schicksalsspiele an, anschließend geht es unter anderem noch gegen Duisburg, Uerdingen und Köln. Einen Großteil dieser Partien wird Kaiserslautern gewinnen müssen, um nicht erstmals in die Regionalliga abzusteigen.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 60 Prozent

 

Bei den beiden Letzten der Tabelle muss allmählich die Erkenntnis reifen: Es reicht nicht, zumindest nicht in diesem Jahr. Lübeck kämpft wacker, doch die kurze Phase mit vier Siegen am Stück aus dem Herbst einmal ausgenommen, genügen weder Ergebnisse noch Kader Drittliga-Ansprüchen. Im März holte der VfB solide sechs Punkte aus fünf Spielen, tritt damit aber völlig auf der Stelle. Immerhin: Es geht noch unter anderem gegen Bayern II, Kaiserslautern, Magdeburg und Meppen. Eigentlich aber muss Lübeck all diese Spiele bereits gewinnen. Ein sehr, sehr schwieriges Unterfangen, beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer doch bereits jetzt sechs Zähler – bei zudem noch einem Spiel mehr.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 85 Prozent

 

Noch trister ist die Lage einzig in Unterhaching, dem schlechtesten Rückrundenteam. Ein Sieg, neun Niederlagen, so auch das jüngste 2:3 gegen Uerdingen, das bei umgekehrtem Ausgang ein letzter Hoffnungsschimmer hätte sein können, der seinen Namen auch verdient. Ab jetzt sind alle Hochrechnungen mit gutem Ausgang schlicht unrealistisch: Woher sollen die wohl sieben benötigten Siege aus neun Partien kommen? Zumal es ja unter anderem noch gegen Dresden, Rostock und Wiesbaden um Punkte geht. Vieles deutet darauf hin, dass Unterhaching zum zweiten Mal nach 2015 aus der 3. Liga absteigen wird.

Abstiegswahrscheinlichkeit: 90 Prozent

 

Wer steigt ab? (vier Stimmen)

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