Aalen feiert ersten Zweitliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte

Der VfR Aalen hat in seiner 91-jährigen Vereinsgeschichte zum ersten Mal den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga geschafft. Dabei reichte der Mannschaft von Ralph Hasenhüttl am vorletzten Spieltag der 3. Liga ein 2:2 Unentschieden bei den Amateuren des VfB Stuttgart II. Weit über 2.000 Fußballfans wollten es miterleben, wenn der VfR vor dem 38. und letzten Drittligaspieltag das Ereignis 2. Liga schafft. Dazu war „nur ein Punkt“ auf Degerlochs Höhen nötig was trotz zweimaliger Führung am Ende auch geschafft wurde. Eben angetrieben von einer großen Anhängerschaft startete der VfR Aalen stark:

Dausch legt den Führungstreffer vor

Robert Lechleiter und Andreas Hofmann hatten nach sechs Minuten schon die erste Doppelchance für die Ostalb-Kicker auf dem Fuß, scheiterten aber an VfB-Keeper Andre Weis. Auch in der Folge blieb der Tabellenzweite die spielbestimmende Mannschaft, ließ aber die nötige Durchschlagskraft vermissen. Dabei standen beide Teams in den hinteren Reihen sicher. Danach kam die Kramny-Elf in der 35. Minute zu Möglichkeiten, wobei Felice Vecchione und Rani Khedira an Aalens Keeper Daniel Bernhardt scheiterten, sodass man torlos die Seiten wechselte. Dies änderte sich in Halbzeit zwei dann aber schnell, als Martin Dausch einen Freistoß vor den VfB Kasten hob und Tim Kister in der 51. Minute mit einem Kopfballtreffer das 0:1 besorgte. Die Gästeelf danach noch sicherer in der Spur war. Soufian Benyamina deutet aber die Gefährlichkeit der VfB-Joungster an, als er in der 61. Minute knapp das Ziel zum Ausgleich verfehlte. In der 75. Minute war es aber soweit, als er das Leder am verdutzten Torhüter Bernhardt vorbei zum 1:1-Ausgleich in die Maschen schob. Der Gegentreffer für das Gästeteam aber immer noch ausreichend war. Umso erfreulicher war danach die abermalige Führung durch Ex-VfB-Spieler Martin Dausch, der mit seinem fünften verwandelten Foulelfmeter den VfR in der 82. Minute erneut in Führung schoss.

Ausgelassene Feier bis 3 Uhr morgens

Bei dieser Aktion musste Antonio Rüdiger nach vorausgegangenem Foulspiel an Stani Bergheim nach Roter Karte vom Platz. Dennoch ließen die Gastgeber die dem Aufsteiger nichts schenkten keinesfalls nach und erzielten wiederum den Ausgleich. Erneut zeichnete sich dabei VfB-Torjäger Benyamina aus, und wurde in der 86. Minute zum Doppeltorschützen. Dies interessierte nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Tim Sönder (Kiel) aber aus Aalener Sicht niemand mehr, zumal der in dieser Saison unerwartet Aufstieg erreicht war. Dementsprechend groß war dann auch der Empfang in Aalen, als die Mannschaft gegen 19.15 Uhr auf dem Rathausbalkon erschien und sich von Tausenden um den Rathausplatz feiern ließen. Der Trainer hätte angesichts der Vorsaison nicht mit dem Aufstieg gerechnet: "Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, hätte ich ihm geraten, seine Tabletten abzusetzen und etwas anderes auszuprobieren", sagte Hasenhüttl, der bis etwa 3 Uhr morgens mit der Mannschaft feierte. Den Erfolg mit der jungen Mannschaft im Kollektiv und in der mannschaftlichen Geschlossenheit sieht. Zur Aufstiegsparty am letzten Spieltag empfängt der Tabellenzweite am kommenden Samstag 13:30 Uhr den VfL Osnabrück. Bei einem Sieg und gleichzeitiger Niederlage des SV Sandhausen könnte der VfR sogar noch die Drittligameisterschaft feiern.

FOTO: Marvin Wellhausen

 

   
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