Aalen blickt nach vorne und hofft auf geringen Punktabzug

Zwei Tage nach Stellung des Insolvenzantrages hat sich der VfR Aalen am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz geäußert und dabei die Zukunftsplanung vorgestellt. Zudem hoffen die Schwaben, dass der im Raum stehende Punktabzug durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) möglichst gering ausfallen wird. Derweil hat Hauptsponsor "Telenot" für zwei Jahre verlängert. 

Gespräche mit dem DFB

"Es muss der Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass wir zu unserem Vorgehen keine Alternative hatten", macht Präsidiumssprecher Roland Vogt deutlich und betont: "Wir haben jetzt eine echte Chance, endgültig mit der Vergangenheit abzuschließen." Bevor der VfR Aalen jedoch damit abschließen kann, geht der Verein mit dem Insolvenzantrag in ein Risiko. Schließlich droht den Schwaben durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein Abzug von neun Punkten – damit wäre der VfR plötzlich mitten im Abstiegskampf. "Natürlich sind wir uns des sportlichen Risikos bewusst", so Voigt. Wann der Punktabzug Realität wird und wie hoch dieser letztlich ausfällt, ist noch offen. Der Tabellenneunte hofft aber, möglichst unbeschadet davon zu kommen: "Wir sind mit dem Deutschen Fußball-Bund bereits im Gespräch, um diesbezüglich eine unserer Situation angemessene Entscheidung herbeizuführen", erläutert Prof. Dr. Georg Streit, Rechtsanwalt aus München und Rechtsberater des VfR.

"Ein erster Schritt ist jetzt gemacht"

Gute Nachrichten gibt es unterdessen ausgerechnet von finanzieller Seite. So hat Hauptsponsor "Telenot" für zwei Jahre verlängert, alle zwölf Exklusivpartner bleiben jeweils ein weiteres Jahr an Bord. "Damit haben wir finanzielle Planungssicherheit für die kommende Saison und werden die Lizenz für die 3. Liga auch halten", ist Vogt optimistisch. Auch Insolvenzverwalter Dr. Holger Leichtle, der schon den SSV Ulm 1846 erfolgreich durch die Krise führte, gibt sich hoffnungsvoll: "Ein erster Schritt ist jetzt gemacht. Der Spielbetrieb ist bis Saisonende gesichert, für den Vereinsbetrieb kann ich im Moment auch keine Probleme erkennen." Jetzt gehe es darum, dass man sich mit den Gläubigern zusammensetze und ein Konzept entwickele, wie die Neuaufstellung gelingen könne. "Auch hier fangen wir nicht bei Null an, sondern es liegt ein Plan vor, den wir weiter abstimmen und gemeinsam mit allen Beteiligten umsetzen werden", so Leichtle weiter.

Klassenerhalt ist das Ziel – sportlich wie finanziell

Offen ist unterdessen noch, wie die Mannschaft mit der Situation umgehen wird. Geschäftsführer Markus Thiele schätzt die Spieler aber als "stabil genug" ein: "Dass sie Charakter und Moral hat, wurde in den vergangenen Wochen mehr als deutlich." Eine gewisse Verunsicherung in der momentanen Situation sei ganz normal, dennoch "sind wir zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt sichern", führt Thiele weiter aus. Nur darum soll es in den kommenden Wochen gehen – sportlich wie finanziell.

 

   
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