Aachen hält gegen Münster lange mit, verliert aber trotzdem

„Schlecht gespielt und 4:1 gewonnen“, fasste Preußen-Coach Pavel Dotchev den 4:1-Heimsieg gegen Alemannia Aachen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel die Partie nüchtern zusammen. Dotchev ging sogar noch weiter: „In dieser Art und Weise hat uns in dieser Saison zuhause noch keine Mannschaft unter Druck gesetzt.“ Die Alemannia verliert wie schon so häufig zu unerfahren ihr drittes Spiel in Folge und rutscht nach dem Punkteabzug unter der Woche in akute Abstiegsgefahr.

Münster eiskalt

Gäste-Coach René van Eck musste in der Abwehr aufgrund von Personalengpässen auf Sven Schaffrath zurückgreifen, der normalerweise Co-Trainer der zweiten Mannschaft in der Oberliga ist. Auf Seiten der Gastgeber musste Pavel Dotchev mit Amaury Bischoff und Fabian Hergesell zwei Ausfälle kompensieren. Heise und Nazarov bekamen dafür das Vertrauen geschenkt. Aachen begann abwartend und ließ die Westfalen zu Beginn der Partie das Spielgerät in den eigenen Reihen kreisen Wirkliche Gefahr konnte der Aufstiegskandidat aber so nie entwickeln, sodass die Alemannia ihr Herz in beide Hände nahm und in der 20. Spielminute die 0:1 Führung, in Form von Oguzhan Kefkir, hätte erzielen müssen. Nach toller Einzelleistung durch Timmy Thiele, der frei im Strafraum auf Kefkir zurücklegen konnte, hätte der Deutsch-Türke nur noch einschieben müssen. Der entschied sich aber für die unkonventionelle Gewaltmethode und hämmerte den Ball auf der Linie gegen Münsters rettenden Innenverteidiger Stefan Kühne. Von Preußen Münster war weiter nichts zu sehen und spätestens in der 33. Spielminute muss die verdiente Führung für die Schwarz-Gelben zustande kommen, doch Thiele scheiterte frei vor dem Münsteraner Gehäuse am bekannt sicheren Preußen-Rückhalt Daniel Masuch. Es kam wie es kommen musste: in der 39. Minute holte sich der vorher verwarnte Kefkir den zweiten gelben Karton von Schiedsrichter Christian Bandurski ab und vier Minuten später bekam Münsters Mittelfeldmann Dima Nazarov nach einer missglückten Flanke den Ball vor die Füße und schob überlegt von der Strafraumkante zur Münsteraner Führung ein.

Alemannia-Keeper verhindert „die Packung“

In der zweiten Halbzeit begann die in der letzten Zeit arg gebeutelte Aachener Mannschaft unbeeindruckt. Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff kam Sascha Marquet zu einer guten Torchance, die er allerdings ungenutzt liegen ließ. 51. Minute: Preußen in Manier einer Spitzenmannschaft, Nazarov mit einer Alibi-Flanke, Aachens Strujic fälscht ab, 2:0 für die Adlerträger. Die Kaiserstädter gaben sich in Unterzahl nicht auf und konnten in der 57. durch Timmy Thieles Flugkopfball den Anschlusstreffer markieren. Thieles erster Treffer seit August letzten Jahres. Nun rannte Aachen an und Preußen Münster bekam die Freiräume. Logische Konsequenz: in der 79. Minute erzielte Mehmet Kara sein sechstes Tor im sechsten Spiel nach seiner Rückkehr aus der Türkei, drei Minuten später machte Kirsch dann den im Endergebnis zu hohen 4:1 Endstand klar. Mit starken Paraden verhinderte Aachens Keeper Mark Flekken am Schluss sogar noch „die Packung“.

Zuschauerzahl: 8.089, davon ca. 1.000 Gästefans aus Aachen

Aufstellungen:

Preußen Münster: Masuch – Schöneberg, Kirsch, Kühne, Heise – Truckenbrod, Kara  – Siegert (46. Menga), Nazarov, Grote  – Taylor (68.Königs)

Alemannia Aachen: Flekken – Wilschrey, Brauer, Schaffrath, Strujic – Murakami, Marquet (82.Leipertz), Schumacher (55.Simon), Heller, Kefkir – Thiele (72.Pozder)

FOTO: Lennart Ebersbach

 

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