"Haben leidenschaftlich verteidigt": Aachen zeigt Reifeprozess

Mit dem 2:1 beim VfB Stuttgart II gewann der TSV Alemannia Aachen erstmals in dieser Saison zwei Spiele in Folge. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in Richtung der Aufstiegsplätze, die für den Trainer aber noch kein Thema sind.

"Können deutlich mehr als zwei Tore machen"

Als der Aachener Kapitän Danilo Wiebe zum Interview bei "MagentaSport" gebeten wurde, musste er zunächst VfB-Torwart Marius Funk ein Lob aussprechen, der die Partie mit starken Paraden bis zum Ende offen hielt. "Wir haben wirklich ein paar Chancen verballert, aber da muss man ihm ein Kompliment machen. Ansonsten hätten wir es früher klarmachen können." In den gleichen Tenor stimmte Trainer Mersad Selimbegovic ein: "Heute können wir deutlich mehr als zwei Tore machen. Man muss aber auch sagen, dass der Gegner einen überragenden Torwart hat. Was er heute gehalten hat, sieht man auch nicht so oft in dieser Liga."

Dass die Gäste aber trotzdem über drei Punkte jubeln konnten, lag an Mittelfeldmann Wiebe, der nach einem Eckball zur Stelle war. "Ich war für den Block eingeteilt, und dass er dann hinten herunterfällt, darauf muss ich spekulieren", beschrieb er sein Tor, das er vorausgeahnt hatte. "Gestern haben wir noch gesprochen, dass ich gerne einfach mal wieder ein Tor schießen würde, wo ich im Fünfer den Ball über die Linie drücke. Deswegen war es so lustig." Beeindruckt zeigte sich der Routinier von der Abwehrleistung seiner Elf: "Mich freut es für die Mannschaft, dass wir unter Druck das Ergebnis verteidigt haben, uns reingeschmissen haben, was für eine so junge Mannschaft nicht ganz normal ist."

"Wir müssen noch sehr viel machen"

Dank der kompromisslosen Verteidigung in der Schlussphase fiel nach dem Schlusspfiff viel Anspannung von Selimbegovic ab: "Es war eine Menge Erleichterung da, weil wir eine fast perfekte erste Halbzeit gespielt haben und eigentlich mit drei Toren Unterschied in die Pause gehen müssen." Am Ende reichte aber der knappe Vorsprung, den die Alemannia mit viel Kampf über die Zeit brachte. "Wir haben leidenschaftlich verteidigt. Das ist das, was uns in den letzten Wochen gefehlt hat. In Schönheit darf man nicht sterben. Wir müssen solche Spiele ziehen. Das haben wir heute getan. In Summe ein verdienter Sieg", resümierte der 44-Jährige.

Für ihn ist es nun fast genau ein Jahr her, dass er den Trainerposten bei den Aachenern übernommen hat. Nach der überragenden Rückrunde und einem großen Umbruch im Sommer musste sich die Mannschaft erstmal wieder finden. "Wir sind auf einem guten Weg. Wir sind gut beraten, diesen Weg weiter zu verfolgen. Wir müssen gemeinsam mit unseren Fans wachsen", so Selimbegovic. Trotz der guten Entwicklung seien noch einige Schritte zu gehen. "Diese Fans verdienen noch mehr Stabilität. Wenn wir das haben, werden wir wahrscheinlich auch über etwas anderes reden. Bis dahin müssen wir noch sehr viel machen." Am nächsten Sonntag geht es mit einem Heimspiel gegen Preußen Münster weiter.

   

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