"Konstanz ist der entscheidende Punkt": Mota legt Marschroute fest
Vor der Länderspielpause brachte sich der SV Waldhof Mannheim mit dem dritten Sieg ins Mittelfeld der Tabelle. Seitdem nutzte Cheftrainer Rui Mota die Zeit, um seine Mannschaft noch besser zusammenzuführen. Beim Gastspiel bei der SG Sonnenhof Großaspach (Samstag, 14 Uhr) will der Portugiese viel Wert auf eine wachsende Konstanz bei den Kurpfälzern legen.
"Sehr heikle Angelegenheit"
"Oh, das ist eine sehr heikle Angelegenheit", räumte Waldhof-Coach Rui Mota nach der langen Länderspielpause auf der Spieltags-Pressekonferenz seufzend ein. Allerdings sprach der 47-jährige Portugiese nicht über Mannheim, sondern über den Zwist zwischen Nationaltrainer Jorge Jesus und Superstar Cristiano Ronaldo, der sich während der UEFA Nations League ergab. Schließlich arbeitete Mota auch schon mit seinem Landsmann zusammen. Am Ende wollte Mota daher abwinken: "Da ich Jesus und seine Arbeitsweise sowie seine Persönlichkeit sehr gut kenne, möchte ich mir kein Urteil erlauben."
Anders sieht es bei der Bewertung seiner Mannschaft aus, die in der verlängerten Pause weiter zusammengewachsen ist. "Es war gut", bewertete der 47-Jährige die dreiwöchige Pause als positiv. "Wir hatten in dieser Zeit verschiedene Ziele zu erreichen. Zunächst natürlich, den Spielern eine Pause zu gönnen, da der Saisonstart sehr intensiv war. Zudem ging es darum, das Niveau weiter zu steigern – sowohl körperlich als auch taktisch, sei es in der Defensive, der Offensive oder bei Standardsituationen." In dieser Hinsicht sei die Zeit hilfreich gewesen, auch, um sich noch besser kennenzulernen. Schließlich war nicht nur der Portugiese im Sommer neu zum Waldhof gekommen.
"Das zeigt, wie offensiv sie agieren"
Entsprechend ist Mota mit der Entwicklung zufrieden. "In der Zeit bis jetzt sind wir als Team enorm gewachsen. Ich glaube, was uns aktuell am meisten fehlt, ist Konstanz in unserem Spiel", legte der Waldhof-Coach aber auch seinen Finger in die Wunde. "Es gab Phasen, in denen wir richtig gut waren, und dann Momente, in denen die Mannschaft abgeschaltet hat – und das wurde bestraft." Das Engagement war seiner Mannschaft zu keinem Zeitpunkt abzusprechen, nur die Balance zwischen Aufwand und Ertrag stimmte in Motas Augen noch nicht regelmäßig. Der Cheftrainer war sich daher sicher: "Wir können uns taktisch und physisch sicherlich noch weiterentwickeln und das nächste Level erreichen, aber im Moment ist Konstanz der entscheidende Punkt."
Bestenfalls ist das in der dreiwöchigen Pause gelungen, sodass die Früchte schon am Samstag bei der SG Sonnenhof Großaspach geerntet werden können. "Ich finde, sie sind nach dem Aufstieg aus der vierten Liga ziemlich ordentlich in die Saison gestartet. Sie sind sehr konkurrenzfähig. Wenn man sich ihre Spiele ansieht, halten sie immer gut mit", warnte Mota jedoch vor dem Aufsteiger. "Wenn ich mich nicht irre, verzeichnen sie auch viele Ballkontakte im gegnerischen Strafraum und liegen bei den 'Expected Points' auf dem zweiten Platz – das zeigt, wie offensiv sie agieren." Personell wird Mota auf die Langzeitverletzten verzichten müssen – allerdings konnte Jascha Brandt nach seinem Kreuzbandriss mittlerweile wieder Teile des Teamtrainings bestreiten. Eine Rückkehr des Offensivspielers wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen.