"Zuneigung beider Vereine ist bekannt": RWE heiß auf Münster

Rot-Weiss Essen hat die Länderspielpause für mehrere Auftritte genutzt, zwei Mal setzte sich der Revierklub dabei im Landespokal durch. Ob die Mannschaft von Uwe Koschinat im Tritt geblieben ist, wird sich jedoch erst am Freitagabend (19 Uhr) beim SC Preußen Münster zeigen. Dann möchte der Cheftrainer wieder den Schwung aufnehmen.

"Dürfen eine enorme Emotionalität erwarten"

Aus sechs Spielen holte RWE insgesamt 14 Punkte, dazu noch das Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Zweitligist St. Pauli. Abgesehen vom 1. Spieltag verläuft die Saison des Revierklubs bislang hervorragend, was nun durch die lange Länderspielpause unterbrochen wurde – obwohl Essen im Landespokal gegen Broekhuysen (3:0) und Kosova Düsseldorf (13:0) unter Wettbewerbsbedingungen am Ball war. Jetzt folgt das Gastspiel beim SC Preußen Münster. "Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs sorgt natürlich direkt dafür, dass wir mit Sicherheit ein sehr, sehr emotionales Spiel am Freitagabend erwarten können", fand RWE-Coach Uwe Koschinat in der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag.

Münster habe nach dem Zweitliga-Abstieg einen aufstiegserfahrenen Coach geholt, dazu auch Spieler aus der Vorsaison im Kader behalten können. "Trotzdem ist auch Münster verletzungsbedingt nicht immer in der Lage gewesen, die vielleicht absolute Wunschformation auf dem Platz zu bringen", beobachtete Koschinat. Auch am Freitag werden den Preußen acht Spieler fehlen. Angesichts der Tatsache, dass der Absteiger jedoch elf Punkte souverän holte und vor der XXL-Pause auch Comeback-Qualitäten in einer Englischen Woche bewiesen, ließ den RWE-Coach warnen: "Alle inneren Faktoren scheinen absolut zu stimmen. Am Ende, so denke ich, kommt aber auch noch ein anderer Faktor hinzu, und das ist natürlich die enorme Emotionalität, die wir von diesem Spiel erwarten dürfen. Mir ist die enorme Zuneigung beider Vereine bekannt."

"Es kann nur eine Rückwärtsbetrachtung geben"

Einzelne Aktionen, so führte Koschinat aus, könnten den brisanten West-Kracher bereits verändern. "Am Ende wird es natürlich sehr, sehr spannend sein, einfach auf Strecke auch zu bewerten, möglicherweise schon nach dem ersten Spiel, wie sich diese Länderspielpause ausgewirkt hat", brachte der RWE-Trainer zudem ins Spiel. Denn die Ausgangslage könnte kaum unterschiedlicher sein, wie auch dem 55-Jährigen aufgefallen war. Während Essen nicht nur zwei Partien im Landespokal hatte, sondern auch zwei Testspiele absolvierte, spielte Münster in der dreiwöchigen Pause gegen keinen externen Gegner. "Sie werden die Pause wahrscheinlich sehr, sehr stark genutzt haben, um interne Abläufe einzustudieren", so Koschinats Prognose.

Eine Situation, die der Fußballlehrer als interessant einstufte, aber nicht als entscheidend für den Rückenwind, mit dem RWE nun wieder in den Liga-Alltag gehen kann. Gerade der Kantersieg gegen den Landesligisten hatte schließlich zuletzt dafür gesorgt, dass der Schwung erhalten bleib. Ob die lange Länderspielpause am Ende zum Fluch oder Segen werden würde, wollte Koschinat nicht prophezeien. "Da kann es später nur eine Rückwärtsbetrachtung geben. Unserem Schwung, den wir vorher hatten, kam es nicht zwingend entgegen, aber auf der anderen Seite muss man immer das Beste daraus machen." Welche Idee sich am Ende durchsetzen wird, dürfte am Freitagabend in Münster etwas mehr Nährboden erhalten.

Potocnik wieder eine Option

Aus personeller Sicht muss RWE weiterhin auf die drei Langzeitverletzten Max Geschwill, Tony Menzel und Nick Bätzner verzichten, dafür ist Jaka Cuber Potocnik nach seiner Muskelverletzung wieder im Training und auch eine Option – soll dazu beitragen, die drei Punkte mit nach Essen zu nehmen. In diesem Fall würde RWE vorerst auf den zweiten Tabellenplatz springen. 1.865 Fans werden die Essener ins ausverkaufte Preußenstadion begleiten.

   

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