"Super ärgerlich": Hansa nach 1:1 zwischen Frust und Stolz
Nach dem Auswärtsspiel in Essen ärgerte sich Hansa Rostock einerseits über den späten Gegentreffer und den verpassten Sieg, zeigte sich andererseits aber stolz auf die Leistung nach einer turbulenten Woche.
"Für mich überwiegt der Stolz"
Voglsammer hatte sie, die Riesenchance, nach 88 Minuten alles klar zu machen. Doch frei vor dem Tor scheiterte er an Golz. Statt das 2:0 zu machen, musste Hansa im direkten Gegenangriff dann den Ausgleich hinnehmen, nachdem Gürleyen eine Flanke nicht geklärt bekam. "Super ärgerlich, wie das Ganze entstanden ist", befand Maximilian Krauß bei "MagentaSport". Auch Interimscoach Yannic Thiel habe sich "brutal geärgert, dass wir dieses scheiß Tor noch bekommen", schilderte der 36-Jährige.
Doch so ärgerlich der späte Gegentreffer auch war, "für mich überwiegt der Stolz", sagte Thiel. Die Woche sei nach der Entlassung von Cheftrainer Daniel Brinkmann "nicht einfach" gewesen, von daher sei ein Punkt in Essen "okay". Zumal seine Mannschaft "richtig, richtig gut" ins Spiel gekommen sei und "genau das umgesetzt hat, was wir uns vorgestellt haben". Entsprechend zeigte sich der Interimscoach "mega stolz" auf seine Mannschaft. Auch die Art und Weise, wie Hansa nach der Pause aufgetreten sei, "war genau das, was wir sehen wollten", so Thiel. Nämlich mutig.
Thiel übergibt eine "geile Truppe"
Das führte nach 54 Minuten auch dazu, dass Krauß einen Fehler von Hofmann, der einen Klärungsversuch genau in dessen Füße köpfte, antizipierte, sich mit viel Tempo auf den Weg in Richtung Tor machte und zur Führung traf. Dass es dennoch nicht zum Sieg reichte, damit konnte auch der 29-Jährige leben und sprach entsprechend von einem "Punktgewinn". Zwar sei das späte Gegentor natürlich ärgerlich, "aber Essen ist mit das schwierigste Auswärtsspiel der Saison. Dementsprechend ist ein Punkt schon in Ordnung."
Für Thiel war es das letzte Spiel als Interimscoach, in den kommenden Tagen soll der neue Trainer vorgestellt werden. Diesem übergibt er eine "geile Truppe", wie der 36-Jährige betonte. "Das hat man auch nach den letzten Tagen wieder gesehen. Wir sitzen alle in einem Boot und haben an einem Strang gezogen." Erstmals auf der Bank sitzen wird der Brinkmann-Nachfolger am 3. Oktober im Landespokalspiel beim SV Gützkow aus der Landesklasse, sein Liga-Debüt gibt der neue Mann dann in drei Wochen im Heimspiel gegen die Würzburger Kickers. Im Duell mit dem Aufsteiger soll dann aber wieder ein Sieg her.