"Das ist Wahnsinn": Voet kann sein Glück kaum fassen
Mit der letzten Aktion des Spiels schoss Siemen Voet den 1. FC Saarbrücken tief in der Nachspielzeit zum Heimsieg gegen Sonnenhof Großaspach – und konnte sein Glück anschließend kaum fassen.
"Dass ich so viele Leute glücklich machen kann …"
Es lief bereits die siebte Minute der Nachspielzeit, als es nochmal einen Eckball für den FCS gab. Fahrner brachte diesen herein und fand den Kopf von Brünker, der den Ball ins Zentrum verlängerte. Dort stand Voet genau richtig und knallte das Leder ins Netz – riesiger Jubel auf den Rängen war die Folge. Auch Voet selbst konnte es kurz danach noch gar nicht richtig fassen, als er zum Interview mit "MagentaSport" kam. "Dass ich mit einem Tor so viele Leute glücklich machen kann, ist Wahnsinn! Für mich ist das so emotional. Die Fans, die springen und singen. Das ist Leidenschaft und Emotionen – und warum man den Fußball liebt."
Er habe sich vorgenommen, "für diese Mannschaft und diesen Verein noch ein Tor zu schießen" zu wollen, erklärte der Innenverteidiger seinen Plan, als er in der Nachspielzeit nochmal mit nach vorne kam. "Der Ball kam perfekt und ich treffe ihn, ohne nachzudenken. Die haben wahrscheinlich nicht mehr damit gerechnet, dass ein belgischer Innenverteidiger in der Nachspielzeit noch mit nach vorne kommt und ein Tor schießt." Für den Belgier war es bereits das vierte Tor in dieser Saison. Damit ist Voet der treffsicherste Abwehrspieler der bisherigen Serie.
Giannikis lobt die Moral
Auch Trainer Argirios Giannikis freute sich für den 26-Jährigen: "Ich kann verstehen, dass da die Emotionen hochkommen." Über den späten Sieg nach zuletzt zwei Heimpleiten zeigte sich der FCS-Coach ebenfalls begeistert, vom Auftritt seiner Mannschaft dagegen weniger. "Man hat uns den Tag weniger Regeneration angemerkt. Wir waren unsauber." Auch die Abläufe seien nicht so dagewesen wie in den letzten Wochen. "Wir haben bessere Spiele nicht gewonnen, aber das zeigt auch, welche Moral die Mannschaft hat und sie bis zum Schluss daran glaubt – auch an einem etwas schwächeren Tag wie heute", hob der Deutsch-Grieche hervor, dass die Mannschaft "alles dafür getan" habe, das Spiel zu gewinnen, nachdem die Gäste in der 51. Minute durch einen Fehler von Staff in Führung gegangen waren. Erst traf Sontheimer zum Ausgleich (64.), ehe Voet ganz spät zur Stelle war. "Es hat sich angedeutet, dass noch etwas gehen könnte."
So geht der FCS mit 13 Punkten nach sieben Spielen und vorerst als Tabellendritter in die Länderspielpause. Eine Bilanz, mit der sich Giannikis angesichts des großen Umbruchs im Sommer "zufrieden" zeigte. "Wir haben alles gesehen: Spektakel, Offensivfußball – auch, dass wir uns hier und da schwertun, dass wir Sachen zu optimieren haben. Das wissen wir. Wir haben eine junge Mannschaft, die Fehler macht, das ist einkalkuliert." Nach der Länderspielpause geht es für die Saarländer bei Fortuna Köln weiter. Ob Voet dann wieder ein derart umjubeltes Tor erzielt?