Durch zwei Traumtore: Verl besiegt Würzburg mit 2:1
Der SC Verl setzt seinen Aufwärtstrend fort und feierte gegen die Würzburger Kickers am Freitagabend zum Auftakt des 7. Spieltages mit einem 2:1-Erfolg den dritten Sieg aus den vergangenen vier Spielen. Trotz des frühen Anschlusses in der zweiten Halbzeit brachten die Verler den Sieg über die Ziellinie – verloren aber ihren Torhüter.
Verl zweimal ansatzlos
Obwohl beide Städte 255 Kilometer voneinander entfernt liegen, war es ein Nachbarschaftsduell zwischen dem SC Verl und den Würzburger Kickers – zumindest tabellarisch. Der 13. empfing den 14., beide Mannschaften waren punktgleich. Verl hatte lediglich die etwas bessere Tordifferenz. Im Vergleich zum 1:1 bei der SG Sonnenhof Großaspach veränderte Shala seine Anfangself auf zwei Positionen: Kaube und Mesanovic starteten für Waidner und Farouk. Schiele musste nach dem 1:0 gegen Alemannia Aachen eine Änderung vornehmen. Der verletzte Kapitän Hägele wurde von Eberle vertreten.
Direkt zu Beginn leistete sich Seidel einen Fehler und spielte Kinsombi am Strafraum den Ball in den Fuß. Seinen Fehler bügelte der Verteidiger aber wieder aus (2.). Die Gastgeber hatten deutlich mehr Ballbesitz, Würzburg stand kompakt sowie sehr tief und versuchte immer wieder, über Konter gefährlich zu werden. So kamen die Kickers auch zum ersten nennenswerten Abschluss der Partie. Über rechts gelangte der Ball zu Bonga, der halblinks im Strafraum abzog. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und ging ein gutes Stück am Tor vorbei (14.). Die Ostwestfalen hatten nach 21 Minuten ihren ersten Abschluss: Heike versuchte es per Dropkick ins untere Eck, Rajkovacic hatte jedoch keine Probleme, den Schuss zu parieren.
Sechs Minuten später war der Torhüter jedoch geschlagen. Eine Ecke wurde per Kopf an die Strafraumkante geklärt, wo Berner lauerte. Der Mittelfeldspieler zog ansatzlos ab und traf ins aus seiner Sicht rechte untere Eck. Embaye fälschte den Schuss noch leicht ab (27.). Verl blieb dran und hatte direkt die nächste Möglichkeit. Nach einem Foul an Clausen brachte Heike den fälligen Freistoß aus 18 Metern mit Vollspann auf das Torwarteck. Rajkovacic konnte den Strahl nur mit Mühe abwehren (31.).
Nach dem Gegentreffer stemmten sich die Kickers gegen den Rückstand. Verl stach jedoch kurz nach der Druckphase erneut zu – und wieder per Traumtor. Kijewski flankte den Ball von links in die Mitte. Die Hereingabe wurde abgefälscht und landete im Rückraum bei Mesanovic, der den Ball unbedrängt kompromisslos ins kurze linke Eck drosch (43.).
Traumstart für Würzburg in 2. Halbzeit
Das Ergebnis schien aus Sicht der Verler komfortabel, doch die Kickers hatten bereits bei Rot-Weiss Essen unter Beweis gestellt, dass sie zurückkommen können. In Verl dauerte es gerade einmal zwei Minuten. Bonga spielte einen Doppelpass mit Evina und war frei durch. Mit dem ersten Kontakt überwand er Schlieck und erzielte den Anschlusstreffer. Die Kickers drückten nun auf den Ausgleich, wodurch sich für Verl Räume zum Kontern eröffneten. Clausen erkannte auf dem rechten Flügel eine Lücke, zog anschließend ins Zentrum, sein Abschluss ins kurze Eck war jedoch zu schwach (60.).
Großchancen erspielte sich Würzburg zwar nicht, hatte aber immer wieder Situationen, aus denen mehr hätte entstehen können. Bonga legte am Strafraum auf Franjic ab, der direkt abzog. Allerdings rutschte ihm der Ball über den Fuß und flog weit am Tor vorbei (65.). Wenig später prüfte Kinsombi Schlieck mit einem Flachschuss, der jedoch direkt in den Armen des Torhüters landete (66.). Die Drangphase der Würzburger nahm anschließend ab, Verl bekam wieder mehr Kontrolle über die Partie und verpasste das 3:1. Kijewski verlängerte eine Ecke an den zweiten Pfosten, wo Berner per Kopf beinahe den Doppelpack schnürte. Allerdings parierte Rajkovacic den Kopfball auf der Linie stark (74.).
Zehn Minuten später stand sein Gegenüber im Rampenlicht. Bonga lief einem langen Ball hinterher, Schlieck eilte weit aus seinem Tor und ging mit dem Stürmer ins Kopfballduell. Den Ball traf der Schlussmann nicht, dafür aber den Würzburger. Schiedsrichter Kernchen wertete das Einsteigen des Verlers nicht als Foulspiel. Es ging mit Schiedsrichterball weiter, der angeschlagene Torhüter musste anschließend vom Feld. Für ihn kam Pekruhl, der lediglich noch von seinem Gegenüber per Kopf von der Strafraumkante nach einem Freistoß geprüft wurde (90.+4.). Somit blieb es beim knappen 2:1 für Verl.
Für die Verler war es der dritte Sieg im vierten Spiel, wodurch sie zumindest über Nacht auf Platz neun kletterten. Am Samstag in einer Woche geht es im Landespokal beim 1. FC Gievenbeck weiter. In der Liga heißt die kommende Aufgabe am 11. Oktober Fortuna Düsseldorf (19:30 Uhr). Würzburg fällt durch die dritte Niederlage in den letzten vier Partien vorerst auf Rang elf. Die Kickers treffen am Dienstag im Landespokal auf den TSV Aubstadt, in der Liga empfängt der Aufsteiger am 10. Oktober Hansa Rostock (14 Uhr).