Spektakel in Münster, Essen dreht Partie, Hansa feiert Heimsieg
Das Spitzenspiel am Mittwochabend zwischen Münster und Saarbrücken löste alle Versprechen ein, lieferte sechs Treffer, noch viel mehr Chancen, aber keinen Sieger (3:3). Derweil drehte Essen in Mannheim die Partie und gewann mit 2:1, zudem holten auch Rostock (3:2 gegen Stuttgart II), der SV Wehen Wiesbaden (2:0 bei Fortuna Köln) und die TSG Hoffenheim II (2:1 in Ingolstadt) ebenfalls drei Zähler.
Münster 3:3 Saarbrücken: Spektakel an der Hammer Straße endet Remis
Am vorletzten Wochenende hatte der Münster gegen Havelse den ersten Heimsieg seit geschlagenen zehn Monaten eingefahren, nun gegen Saarbrücken wollten die Adlerträger gleich den nächsten folgen lassen. Der Start allerdings sollte ordentlich in die Hose gehen. Behrens ließ einen Distanzschuss von Rizzuto nach vorne abklatschen und Staff stand goldrichtig, um zur frühen 1:0-Führung der Gäste abzustauben (4.). Die drängten in der Folge direkt auf das 2:0, hatten weitere Möglichkeiten durch Brünker (8.) und Pick (18.), ehe ein Schuss von Owusu nach zuvor feinem Dribbling über den rechten Innenpfosten tatsächlich den erneuten Weg ins Münsteraner Gehäuse fand (19.). Dieses Mal hatte der SCP aber direkt eine Antwort parat. Kolbe setzte sich auf der rechten Außenbahn durch, flankte auf den Elfmeterpunkt und Makridis köpfte zum Anschlusstreffer ein (21.). Die Münsteraner schienen nun besser in die Begegnung zu kommen, mussten dann aber doch den nächsten Nackenschlag verkraften. Owusu flankte von rechts auf den zweiten Pfosten und der ehemalige Münsteraner Pick traf per Direktabnahme zum 3:1 (29.). Ein an die Latte abgefälschter Schuss von Althaus war schließlich die letzte nennenswerte Szene in einem wirklich wilden ersten Durchgang (37.).
Ohne personelle Wechsel schickte Wörle seine Truppe zurück aufs Feld, die sollten die selbst eingebrockte Suppe zunächst selbst auslöffeln dürfen. Und das schien tatsächlich aufzugehen. Johansson brachte eine Freistoß aus dem linken Halbfeld butterweich in den Sechzehner der Saarländer und Zeller nickte am kurzen Pfosten zum Anschlusstreffer ein (57.). Nun reagierte Münsters Coach aber doch, brachte unter anderem Ndikom und lag damit erneut richtig. Mit seiner ersten Aktion ließ der Joker am rechten Strafraumeck Pick aussteigen und schweißte das Rund dann aus 20 Metern mit Hilfe der Latten-Unterkante zum 3:3 in den gegnerischen Kasten (62.). Das Tempo blieb hoch, ebenso die Dichte an Möglichkeiten. Einen Distanzschuss von Johansson lenkte Bignetti über die Latte (68.) und Brünker scheiterte per Kopf aus kürzester Distanz an Behrens (82.). So blieb es letztlich bei einem 3:3 nach einer unfassbar intensiven Partie. Trotz der dritten Partie in Folge ohne Niederlage rutscht Münster in der Tabelle auf Platz 4 ab, der FCS ist Sechster.
Rostock 3:2 Stuttgart II: Dietze lässt das Ostseestadion spät beben
Im Spiel Nummer eins nach der Entlassung von Chefcoach Daniel Brinkmann und mit Co-Trainer Yannic Thiel interimsweise an der Seitenlinie bekam es Rostock mit der Zweitvertretung vom VfB Stuttgart zu tun. Die Hansestädter benötigten zwar ein wenig, um in die Partie zu kommen, gingen dann aber in Führung. Dajaku wurde auf der linken Seite steil geschickt, drang in den Stuttgarter Strafraum ein und traf flach ins rechte Eck zum 1:0 (23.). Ein kleiner Brustlöser für die Hausherren, die nun ein wenig planvoller zu Werke gingen und wenig später fast einen weiteren Treffer verzeichnet hätten, Voglsammer und Bohnert rauschten aber beide haarscharf im Strafraum an einer Hereingabe von Kölle vorbei (36.). Beinahe mit dem Halbzeitpfiff scheiterte zudem im Eins-gegen-eins mit einem Lupfer an VfB-Keeper von der Felsen (45.+2).
Der Tormann der Schwaben stand auch mit Wiederanpfiff sofort im Fokus, als er bei einem Schuss von Lennemann aus dem Getümmel heraus eine starke Parade zeigte (47.). Zwei Minuten später kam er aber in seinem Strafraum gegen Voglsammer zu spät, verursachte damit einen Strafstoß und bekam diesen von Fatkic zum 2:0 für die Kogge um die Ohren gehauen (50.). Die Schwaben wussten aber zu antworten, Penna stellte aus der Distanz wieder auf ein Tor Rückstand (54.). Der Startschuss für die Aufholjagd, die Stange wenig später belohnte. Von Sessa in Szene gesetzt blieb er vor Unbehaun cool und schob zum 2:2 ein (65.). Direkt im Anschluss haute van der Leij zudem einen Ball ans Lattenkreuz, ansonsten wäre das Spiel gar ganz auf die Stuttgarter Seite gekippt (68.). So aber war der Lucky-Punch den Hanseaten vergönnt. Dietze stand bei einem verlängerten Kopfball genau richtig und traf zum 3:2-Endstand (88.), womit sich die Fans und Interimstrainer Thiel über den ersten Heimsieg der Saison freuen durften. In der Tabelle ist der FCH nun Fünfter, der VfB II fällt auf Platz 16 ab.
Mannheim 1:2 Essen: RWE dreht Partie innerhalb von zwei Minuten
Vom Anpfiff an Feuer war in der Begegnung zwischen dem SV Waldhof Mannheim und Rot-Weiss Essen, in der der Ex-Mannheimer Sietan bereits nach sieben Minuten die Gelbe Karte zu sehen bekam. Die erste Möglichkeit verzeichnete die Begegnung nach einer knappen Viertelstunde, Thill scheiterte aber aus spitzem Winkel an Golz (13.). Auf der Gegenseite setzte Abiama einen Volley nur knapp neben den rechten Pfosten (15.). Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, beide Teams warfen sich intensiv in die Zweikämpfe, die Gäste waren aber ein wenig gefährlicher. Potocnik prüfte Nijhuis, der auch beim anschließenden Nachschuss von Obuz der Sieger blieb (27.). Telalovic schoss aus aussichtsreicher Position zudem einmal drüber (29.) und einmal rechts vorbei (36.). Knapp links vorbei schoss auch Abiama bei der wohl größten Chance im ersten Durchgang (40.).
Im zweiten Spielabschnitt tat sich zunächst nicht so viel, außer dass Ulbricht nach einem Zweikampf mit Sietan einen Elfmeter forderte – den bekam er aber nicht (52.). Seine Farben gingen aber auch ohne Strafstoß schließlich in Führung. Der eingewechselte Gregorio legte eine Flanke von Bierschenk stark zurück und der erst 18-jährige Keumo traf aus kurzer Distanz mit seinem ersten Profitor zum 1:0 (63.). RWE brauchte einen Moment, um sich von dem Schock zu erholen und drehte dann aber richtig auf. Erst köpfte Sietan eine Ecke zum Ausgleich ein (70.) und nur zwei Minuten später traf Telalovic von der linken Seite mit einem Schuss ins rechte Eck gar zum 2:1 – Spiel gedreht (72.)! Dabei blieb es auch, weil Masca tief in der Nachspielzeit aus spitzem Winkel an einer starken Reaktion von Golz scheiterte (90.+2). Nach dem dritten Sieg in Folge bleibt RWE in der Tabelle auf Rang 2, Mannheim rutscht auf den zwölften Rang ab.
Köln 0:2 Wiesbaden: SVWW kommt in Unterzahl zum ersten Sieg
Nach der Entlassung von Daniel Scherning reiste der SV Wehen Wiesbaden mit dem Interimsduo bestehend aus Frank Steinmetz und Giuliano Modica nach Köln und hätten fast ganz früh jubeln dürfen. May scheiterte mit einem Versuch aber an Winkler, die zweite Welle wussten die Fortunen mit gemeinsamer Abwehrarbeit zu verhindern (5.). Acht Minuten später gelang ihnen das aber nicht mehr. Massimo drang in den Kölner Strafraum ein und schlenzte den Ball wunderschön mit dem rechten Außenrist in den linken Knick (13.). Ein Fingerzeig der Hessen, die sofort weiter Gas gaben, wobei Massimo bei einem weiteren Versuch der Torerzielung an Winkler scheiterte (15.). Die Hausherren meldeten sich erstmals nach fast einer halben Stunde an, als Stanilewicz Stritzel mit einer Volleyabnahme prüfte (26.). Vor der Pause dann der nächste Tiefschlag für die Hausherren, Flotho nutzte nach einer Flanke von Gözüsirin die Unstimmigkeiten in der Kölner Defensive und erhöhte auf 2:0 – der Halbzeitstand (44.).
Die Fortuna kam mit viel Wut im Bauch aus der Kabine und erspielte sich gleich eine Reihe an Chancen. Aigbekaen schoss aber einmal links (47.) und einmal rechts (52.) vorbei, zudem scheiterte Bröger mit einem Flatterball an einer Faustabwehr von Stritzel (51.). Nach einer Stunde wurde es dann kurios: Chaikhoun kam im Kölner Strafraum zu Fall, bekam statt eines Elfmeters aber wegen einer Schwalbe die Ampelkarte gezeigt (61.). Die Hausherren agierten fortan also in Überzahl, wussten diese aber nicht mehr in Zählbares umzumünzen, wodurch Wiesbaden den ersten Saisonsieg feiern darf und die rote Laterne an Jahn Regensburg weitergibt. Fortuna Köln fällt auf Platz 15 zurück.
Ingolstadt 1:2 Hoffenheim II: Fields wird zum TSG-Matchwinner
In der vorherigen Saison hatte der FC Ingolstadt seine beiden Partien gegen die Hoffenheimer Zweitvertretung gewonnen und wollte nur allzu gern einen weiteren Dreier folgen lassen. Die erste gute Möglichkeit besaßen aber die Gäste, Dedic bekam den Ball im Eins-gegen-eins aber nicht an Torhüter Klein vorbeigelegt (3.). Die Schanzer benötigten für ihre erste echte Chance einen Freistoß, den Velupillay über die Mauer zirkelte und Biedermann mit einem Arm noch aus dem Winkel fischte (13.). Nach einer halben Stunde gab es noch einmal das gleiche Duell, dieses Mal aber mit besserem Ausgang für den Ingolstädter. Velupillay blieb nach Steckpass von Bennetts cool vor dem TSG-Schlussmann und schob zum 1:0 ein (31.). Die direkte Antwort gelang Hoffenheim zwar nicht – Spranger schoss an den Außenpfosten, Zors Nachschuss entschärfte Klein (34.) – kam vor der Pause aber dennoch zum 1:1. Zor zeigte mit einem Volley aus wenigen Metern keine Gnade (43.).
Nach dem Seitenwechsel spielte sich die Begegnung größtenteils nur noch im Mittelfeld ab, Chancen blieben hüben wie drüben Mangelware. Und doch fiel noch ein Treffer. Spranger brachte den Ball von der linken Seite flach in den Ingolstädter Strafraum und Fields verlängerte das Rund zum 2:1 ins lange Eck (84.). Der 19-Jährige wurde damit zum Matchwinner, auch weil Gül eine Gelegenheit in der Nachspielzeit knapp über den TSG-Kasten setzte (90.+4). Hoffenheim zieht damit in der Tabelle an den Schanzern vorbei und belegt nun Rang 7, Ingolstadt ist Zehnter.