Viktoria auf Platz zwei: "Hat noch überhaupt keine Bedeutung"
In Meppen hat sich Viktoria Köln auf Platz 2 geschossen. Cheftrainer Marian Wilhelm schenkte der Tabelle nach dem 3:1-Erfolg im Emsland zwar noch keine Beachtung, doch die Entwicklung bei den Domstädtern lässt sich sehen.
"Für uns geht es nur um die Leistung"
Wieder drei Tore von der Viktoria: Im Emsland untermauerte Köln seinen Ruf als offensivstarke Mannschaft, was nun schon 16 Treffer auf dem Konto der Höhenberger ausmacht. Das ist gleichbedeutend mit dem stärksten Sturm der Liga, wenngleich noch Teams wie Saarbrücken (14 Tore) in der Englischen Woche nachziehen können. Für Köln bedeutet das jedenfalls erst einmal Platz 2 in der Tabelle. "Was haben wir denn? Fünfter oder sechster Spieltag? Ich weiß es gar nicht", schmunzelte Cheftrainer Marian Wilhelm bei "MagentaSport" über den Umstand, dass die Viktoria früh in der Saison zu den Spitzenteams zählt. "Das hat noch überhaupt keine Bedeutung. Für uns geht es nur um die Leistung."
Und über jene Leistung wird sich Wilhelm wohl kaum beschweren. 60 bis 70 Minuten hatte Köln in Meppen alles unter Kontrolle, wenngleich es für den 37-Jährigen das "erwartet schwere Spiel" war. Was SVM-Pendant Lucas Beniermann als Ärgernis hervorhob, nämlich die Standardsituationen, war für Wilhelm natürlich ein Grund zur Freude. "Kevin Rauhut, unser Standard- und Torwarttrainer, hat schon ein bisschen gelitten, weil wir schon richtig viele gute Situationen hatten, die wir nicht verwertet haben", gab der Viktoria-Coach an. "Und ich freue mich, dass wir gerade dann heute da auch zuschlagen." Zwei Mal klingelte es nach einem ruhenden Ball, was der Partie eine entscheidende Note gab.
"Man hat sich hier wie in England gefühlt"
Und dann zeigte Köln noch etwas, das den Domstädtern eine Woche zuvor an der Essener Hafenstraße noch schwer gefallen war – mit der Wucht des Stadions umzugehen, wenn die Hausherren eine Drangphase erhalten. Denn der Anschlusstreffer der Meppener beflügelte den SVM logischerweise. "Du hast hier die komplette Wucht von Meppen gespürt mit den unglaublichen Fans im Stadion. Man hat sich hier wie in England gefühlt, also eine Wahnsinnsstimmung", lobte Wilhelm die Emsländer. "So etwas willst du natürlich an so einem Tag nicht, aber die Jungs sind da stark geblieben." Obwohl die Englische Woche an den Kräften gezehrt hätte, brachte Köln den Sieg über die Zeit und erhöhte sogar noch in der Nachspielzeit. "Es ist unfassbar schwer, hier zu punkten. Dementsprechend bin ich sehr, sehr stolz", so Wilhelm. Vor der Länderspielpause wird die Viktoria jetzt noch auf den FC Ingolstadt treffen (Samstag, 14 Uhr).