Last-Minute-Derbysieg für F95 – Essen mit 6:2 gegen Würzburg
Das Straßenbahnderby zwischen Düsseldorf und Duisburg verpasste zwar den Zuschauerrekord knapp, fand aber einen Sieger: Fortuna setzte sich nach spätem Comeback mit 2:1 gegen den MSV Duisburg durch. In Essen verspielte RWE beinahe eine Drei-Tore-Führung, feierte am Ende gegen die Würzburger Kickers aber einen fulminanten 6:2-Kantersieg. Auch der SC Verl machte gegen den SV Meppen aus einem 0:1 noch ein 2:1, während der 1. FC Saarbrücken zuhause gegen den FC Ingolstadt seine zweite Saisonniederlage kassierte (0:1). Der TSV Havelse und die SG Sonnenhof Großaspach trennten sich 2:2.
Düsseldorf 2:1 Duisburg: Hottmann sorgt für Düsseldorfer Ekstase
Das Straßenbahnderby – und ein Zuschauerrekord? Genau 49.325 Zuschauer fanden den Weg ins Stadion, sodass dieser knapp verpasst wurde. Sportlich kam die Fortuna zur ersten Chance. Slimani köpfte eine Zimmermann-Flanke aufs Tor, doch Braune hielt (9.). Bis zur nächsten Gelegenheit dauerte es etwas: Nach knapp einer halben Stunde schickte Schleusener Förster auf die Reise. Der frühere Karlsruher bediente den völlig freistehenden Slimani, der den Ball jedoch am Tor vorbeischoss (30.). Auch 60 Sekunden später war dem Stürmer das Glück nicht hold, Braune parierte seinen Abschluss (31.). Kurz vor der Pause kam auch Duisburg zu ersten Chancen. Remmert zog aus der Drehung ab, Lord parierte (41.). Eine Minute später legte die Schalker Leihgabe auf Symalla ab, dessen abgefälschter Schuss knapp am Tor vorbeiflog (42.).
Der erste Angriff im zweiten Durchgang saß schließlich. Symallas Hereingabe drückte Remmert am Fünfmeterraum über die Linie (46.). Duisburg war nun am Drücker: Symalla sprintete von der Mittellinie bis vor das Tor, legte den Ball im Eins-gegen-eins mit Lord aber am Pfosten vorbei (63.). Das rächte sich: Ein Einwurf landete über Umwege bei Schleusener, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich traf (68.). Lange Zeit sah es nach einer Punkteteilung aus, bis Coskun sich einen Fehlpass erlaubte, den Hottmann eiskalt ausnutzte. Präzise schloss der Joker ins untere Eck ab (87.). In den Schlussminuten wurde es noch einmal dramatisch. Nach einem Fehler von Lord gab es im Strafraum einen indirekten Freistoß. Den parierte der Keeper jedoch stark (90.+6.). Die Fortuna klettert mit ihrem zweiten Saisonsieg auf den siebten Rang, Duisburg punktete erstmals nicht in dieser Spielzeit. Der MSV bleibt aber erstmal an der Spitze.
Saarbrücken 0:1 Ingolstadt: FCI aus dem Nichts mit dem goldenen Tor
Zuletzt präsentierten sich die Saarländer in Topform und starteten auch gegen Ingolstadt gut in die Partie. Nach etwas mehr als 60 Sekunden prüfte Staff Klein aus spitzem Winkel. Der Druck in den ersten Minuten war immens: Nach einer scharfen Flanke von Owusu kam Kühlwetter am zweiten Pfosten an den Ball, ließ diesen aber nur abprallen, sodass er am Tor vorbeiging (5.). Während Carlsen mit einem Distanzschuss, der knapp am Tor vorbeirauschte, den ersten Abschluss für die Schanzer hatte (18.), verpasste Bretschneider mit seinem Versuch aus dem Rückraum die nächste Chance zur FCS-Führung (21.). Das rächte sich. Ausgerechnet Bretschneider lenkte bei seinem Klärungsversuch eine Flanke zu Lokotsch, der aus zwölf Metern souverän zur Führung traf (27.). Die Schanzer waren nun besser. Lokotsch verpasste den Doppelpack (35.), wenig später klärte Bignetti gegen Carlsen zur Ecke (36.). Kurz vor der Pause ließ Owusu den Ausgleich liegen. Sein Schuss aus spitzem Winkel flog knapp am Tor vorbei (45.+3.).
Wie der erste Durchgang begonnen hatte, so startete auch die zweite Halbzeit: mit einer FCS-Chance. Pick bediente Kühlwetter, dessen Flachschuss knapp am Tor vorbeirauschte (48.). Danach gönnte sich die Partie eine kurze Verschnaufpause, ehe Velupillay für den FCI wieder für Gefahr sorgte. Sein Schlenzer flog knapp über das Gehäuse (69.). Auf der Gegenseite verpasste Ganda wohl die Entscheidung. Freistehend schoss er am Tor vorbei (71.). Das hätte sich beinahe gerächt: Klein parierte einen Freistoß von Pick, den Nachschuss von Multhaup klärte Lokotsch per Kopf (73.). Kurz vor Schluss hatte Brünker die große Chance zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Pick rutschte dem Joker beim Kopfball jedoch der Ball über den Kopf (90.+2.). Durch die zweite Saisonniederlage der Saarländer fällt der FCS auf den dritten Platz, der FCI klettert auf Platz fünf.
Essen 6:2 Würzburg: Würzburg mitunter überfordert
Mit einem Sieg wollte sich Essen weiter in Richtung Aufstiegsränge bewegen. Beinahe wäre RWE früh in Führung gegangen: Würzburgs Torwart Rajkovacic spielte einen Abstoß genau in die Füße von Janssen. Dessen Abschluss klärte ein Verteidiger auf der Linie (5.). Auch die nächste große Chance verpasste Janssen, als er einen Kopfball knapp über das Tor setzte (15.). Doch aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Aus fünf Metern köpfte der Mittelstürmer den Ball über die Linie (25.). Es war der Auftakt zu einer furiosen Essener Phase. Gerade einmal vier Minuten später traf Telalovic zum 2:0. Rajkovacic kam im Eins-gegen-eins zögerlich aus dem Kasten, sodass der Stürmer leichtes Spiel hatte (29.). Essen blieb am Drücker. Zunächst scheiterte Pesch noch am stark parierenden Rajkovacic (36.), wenig später traf der frühere Gladbacher. Eine Verlängerung von Janssen drückte er im Strafraum über die Linie (44.).
Auch in der zweiten Halbzeit blieb Essen auf dem Gaspedal. Dardaris Schuss parierte Rajkovacic (48.). Mehr oder weniger aus dem Nichts kam Würzburg zum Anschlusstreffer: Zunächst erreichte eine Ecke Hägele am zweiten Pfosten. Von dessen Knie sprang der Ball zu Omore, der aus kurzer Distanz einköpfte (60.). Nur vier Minuten später spielte Bonga den Ball in die Mitte, wo Evina zum 2:3 einschob (64.). Hoffnung für Würzburg? Zumindest rund eine Viertelstunde lang. Dann stellte Bätzner auf 4:2, indem er den Ball aus wenigen Metern über die Linie drückte (78.). Für die endgültige Entscheidung sorgte erneut Bätzner. Wuchtig köpfte er den Ball ins obere Eck (86.). Den Schlusspunkt setzte Brumme mit einem direkt verwandelten Freistoß (90.+7.). Seit der Auftaktniederlage hat RWE nun drei Siege und ein Remis gefeiert und ist nunmehr Zweiter. Die Kickers fallen nach der dritten Pleite in Folge auf Platz 18 zurück.
Verl 2:1 Meppen: SCV dreht Rückstand
Während Verl am vergangenen Wochenende seinen ersten Saisonsieg feierte, musste Meppen eine 1:5-Niederlage verdauen. Zu Beginn hatten beide Teams gute Chancen. Auf der einen Seite wollte Voufack einen Abpraller von Pünt verwerten, doch der Schlussmann rettete mit einer starken Fußparade (7.). Auf der Gegenseite traf Mißner mit seinem Flachschuss den Pfosten (9.). Nachdem sich die Partie eine kleine Auszeit genommen hatte, wurde es in der Schlussphase der ersten Halbzeit wieder spektakulär. Zunächst scheiterte Meier im Eins-gegen-eins an Schlieck, dann donnerte ein Distanzschuss von Deters an das Lattenkreuz (36.). Kurz vor der Pause war Meier erneut frei durch, umkurvte zwar den SC-Schlussmann, legte sich den Ball aber zu weit in Richtung Grundlinie. Lehmann klärte anschließend den Querpass (43.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff ging Meppen schließlich in Führung: Nach einer Ecke fiel der Ball Schmitt vor die Füße. Zunächst scheiterte er am Torhüter, stocherte den Nachschuss aber über die Linie (45.).
Die Verler Antwort folgte zu Beginn der zweiten Halbzeit. Heike zirkelte einen Freistoß über die Mauer in die Maschen (53.). Nach dem Ausgleich gab es keine Großchancen mehr, wenngleich es noch einmal knifflig wurde – für den Schiedsrichter. Lehmann ging mit gestrecktem Bein und offener Sohle in den Zweikampf mit Deters und traf den SVM-Kapitän. Der Unparteiische beließ es bei Gelb (67.). Zehn Minuten später drehte Verl die Partie: Im eigenen Sechzehner verlor Schmitt den Ball gegen Berner, der den Fehler aus kurzer Distanz ausnutzte (77.). Mit der Führung im Rücken hätte Verl wenige Augenblicke später beinahe für die Entscheidung gesorgt. Mesanovic schlenzte den Ball von der Strafraumkante hauchzart am Tor vorbei. In den Schlussminuten schwächte sich Meppen noch doppelt: Sowohl Sprekelmeyer (90.) als auch Zehir (90.+2.) sahen Gelb-Rot. Mit dem zweiten Sieg in Folge klettert Verl aus dem Keller und teilt sich mit dem SV Meppen, das zum zweiten Mal in Folge verliert, nun Platz 13.
Havelse 2:2 Großaspach: Später Ausgleich in Hannover
Auch gegen die SG Sonnenhof Großaspach musste der TSV Havelse in der Heinz-von-Heiden-Arena antreten. Gegen Mannheim feierten die Niedersachsen dort ihren ersten Sieg, gegen den Aufsteiger aus Großaspach gingen sie früh in Führung. Guiddir tanzte zwei Gegenspieler aus und bezwang im Strafraum auch Reule (4.). Die Württemberger erholten sich vom frühen Nackenschlag, allerdings passierte nach dem Treffer lange Zeit wenig. Bis Großaspach nach etwa einer halben Stunde ausglich: Celiktas köpfte eine Flanke wuchtig aufs Tor, Hanin konnte den Versuch noch parieren. Der Ball fiel jedoch Maier vor die Füße, der zum Ausgleich abstaubte (31.). Kurz vor der Pause war es der Kapitän, der die Partie drehte. Pollex flankte auf Celiktas, der dieses Mal wuchtig ins Tor köpfte (45.+1.).
Die zweite Halbzeit dominierte die SG Sonnenhof Großaspach und verdiente sich die Führung zunehmend. Allerdings wurden die Württemberger nicht wirklich gefährlich. Der TSV Havelse blieb defensiv weitestgehend stabil, kam selbst aber kaum noch vor das Tor. Das änderte sich erst in der Schlussphase. In der 88. Minute ließ Lamby einen hohen Ball hinter die Kette klatschen, wo Guiddir zur Stelle war und sich mit dem späten 2:2 bedankte. Damit verpasste Großaspach den Sieg trotz klarer Überlegenheit nach der Pause. Mit vier Punkten aus fünf Partien bleibt Havelse vorerst auf dem 17. Platz. Großaspach belegt weiterhin den zehnten Rang.