"Leider nicht unsere Qualität gezeigt": F95 tritt auf der Stelle
Es bleibt dabei: Auswärts kann Fortuna Düsseldorf einfach nicht gewinnen. Durch das 0:0 bei Fortuna Köln wartet F95 saison- und ligaübergreifend bereits seit sieben Spielen auf einen Sieg in der Fremde. Entsprechend sorgte die Nullnummer auch nicht für Zufriedenheit – abgesehen von einem Aspekt.
Angriffe "zu unsauber" ausgespielt
Es war nicht so, als hätte es keine Gelegenheit für Tore gegeben. Problem nur: Wenn Düsseldorf mal nach vorne kam, wurden die Angriffe meist "zu unsauber" ausgespielt, wie Trainer Alexander Ende bei "MagentaSport" festhielt. Gerade in der Schlussphase waren viele Aktionen dabei, "wo wir den letzten Pass nicht sauber spielen und einfach geradliniger denken müssen", so Ende. "In den Situationen haben wir leider nicht unsere Qualität gezeigt." Der Fortuna-Coach hätte sich gewünscht, "dass wir noch zielstrebiger unterwegs sind und die Druckphase in der Schlussphase in Zählbares ummünzen". Zumal schon im Vorfeld klar gewesen sei, "dass wir nicht zehn Hundertprozentige haben werden". Entsprechend hätte seine Mannschaft häufiger den Abschluss suchen müssen. "Das ärgert mich, muss ich ehrlich sagen. Da müssen wir definitiv draufpacken."
Positiv wertete Ende dagegen die Tatsache, zum zweiten Mal zu Null gespielt zu haben. "Wir haben gegen eine Mannschaft, die sehr stark im Umschalten ist, die Durchbrüche nicht zugelassen. Diese Stabilität im Defensivbereich haben wir reinbekommen. Das ist ein wichtiger Aspekt." Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sich die Fortuna nach dem XXL-Umbruch weiterhin in einem Prozess befinde. "Wir müssen den eingeschlagenen Weg konsequent fortführen und wollen jetzt den nächsten Schritt machen, um eine Serie zu starten." Denn mit vier Punkten nach vier Partien tritt die Fortuna derzeit auf der Stelle und belegt lediglich Platz 16.
"Wissen, dass wir noch Luft nach oben haben"
Auch Tim Oberdorf meinte: "Für uns gilt, dass wir uns über harte Arbeit ein gutes Gefühl holen können. Wir wissen, dass wir noch Luft nach oben haben, aber wir sind in unserer Struktur gefestigter. Darauf müssen wir jetzt weiter aufbauen." Dass hinten erneut die Null stand, war auch Torhüter Louis Lord zu verdanken, der nach 36 Minuten mit einer Glanztat gegen Wirtz den Gegentreffer verhinderte. "Das kann ich mir jetzt vielleicht aufs Konto schreiben, aber es wird auch wieder Szenen geben, wo ich vielleicht mal doof aussehe. Von daher möchte ich es nicht zu hoch hängen", blieb der Schlussmann bescheiden. "Es ist schön, dass ich der Mannschaft helfen konnte, aber die gesamte Mannschaft hat heute sehr viel weggearbeitet, und das zeichnet uns aus."
Ein Sonderlob sprach Lord den über 3.000 mitgereisten Fans aus: "Das ist schon Wahnsinn, was die über 95 Minuten abgerissen haben. Einfach unfassbar. Bei jedem Angriff hat man gemerkt, wie es auf einmal lauter wurde. Das gibt einem Emotionalität, das gibt einem mehr Kraft, und genau das brauchen wir auch." Vor allem beim nun anstehenden Derby gegen Tabellenführer MSV Duisburg am kommenden Samstag. Mit einem Sieg würde die Fortuna ein Ausrufezeichen setzen. Selbstvertrauen können die Rheinländer am Mittwochabend im Landespokal bei Landesligist SV Biemenhorst sammeln.