Nach Ausschreitungen bei Derby: Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

Nach den schweren Ausschreitungen rund um das DFB-Pokalderby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat die Polizei eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Einheit mit dem Namen "Campus Ludi" soll die zahlreichen Vorfälle vom 21. August umfassend aufarbeiten.

Polizei will Foto- und Videoaufnahmen auswerten

Wie das Polizeipräsidium Mannheim mitteilte, gehören der Ermittlungsgruppe derzeit elf Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei an. Ziel sei es, vorhandene Informationen sowie Foto- und Videoaufnahmen auszuwerten, Tatverdächtige zu identifizieren und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen. Bereits vor dem Anpfiff war es im Carl-Benz-Stadion zu erheblichen Zwischenfällen gekommen. Anhänger des 1. FC Kaiserslautern zündeten massiv Pyrotechnik und schossen diese auf das Spielfeld, wodurch sich der Spielbeginn verzögerte. Auch während der Partie sei in beiden Fanlagern wiederholt Pyrotechnik abgebrannt worden.

Nach einer Rudelbildung auf dem Rasen zum Ende der regulären Spielzeit hatte sich die aufgeheizte Stimmung auf die Tribünen übertragen. Dabei kam es zu Becherwürfen in Richtung der Mannschaft des FCK, ehe aus dem Gästeblock mehrere Raketen auf die Haupttribüne des SV Waldhof geschossen wurden. Anschließend stürmten Mannheimer Anhänger den Innenraum. Zahlreiche Polizeikräfte mussten eingreifen und die Personen zurück in die Zuschauerbereiche drängen. Dabei wurden mehrere Personen verletzt. Darüber hinaus hatten FCK-Anhänger mehrere Sitzreihen aus ihrer Verankerung gelöst. Nach Spielende wurde zudem die eigene Choreografie verbrannt, wodurch nach Angaben der Polizei erheblicher Sachschaden entstand.

Hinweisportal eingerichtet

Für die weiteren Ermittlungen hofft die Polizei auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Ermittler seien insbesondere auf Foto- und Videoaufnahmen angewiesen. Über ein eigens eingerichtetes Hinweisportal können Zeugen entsprechendes Material zur Verfügung stellen. Die Polizei betont, dass auch vermeintlich unbedeutende Aufnahmen wichtige Hinweise liefern und zur Identifizierung von Tatverdächtigen beitragen könnten.

   

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