Nach Hahn-Abgang: Bulic neuer Kapitän des MSV Duisburg

In der vergangenen Saison legte der MSV Duisburg mit sechs Siegen einen Startrekord in der 3. Liga hin. Zu Beginn der neuen Spielzeit steht die Mannschaft von Cheftrainer Dietmar Hirsch schon wieder bei drei Erfolgen – und wird mit Neu-Kapitän Rasim Bulic in die nächste Runde gegen den SSV Jahn Regensburg (Samstag, 14 Uhr) gehen.

"Im Moment treten wir sicher auf"

Vor einem Jahr stand der MSV Duisburg nach drei Spieltagen an der Tabellenspitze, eine Serie von sechs Siegen am Stück resultierte aus dem hervorragenden Start. Und der direkte Vergleich zeigt: Dieses Mal haben die Zebras sogar noch besser gespielt, denn bei der gleichbleibenden Anzahl von zwei Gegentoren kann die Mannschaft von Cheftrainer Dietmar Hirsch jetzt schon zehn Tore statt acht Treffer vorweisen – wieder ein Rekord, den sich der MSV mit Hansa Rostock teilt. "Wir sind selbstbewusst, weil wir gute Leistungen erzielt haben und nicht nur gute Ergebnisse", freute sich der Fußballlehrer von der Wedau.

Lobgesänge stimmte Hirsch allerdings nicht an. "Im Moment treten wir sicher auf, aber das darf nie zu Arroganz, Überheblichkeit oder Nachlässigkeit führen", mahnte der 54-Jährige freundlich streng. "Wir müssen die Qualität, die wir zweifelsohne haben, Woche für Woche auf den Platz bringen. Das zu schaffen, ist auch eine gewisse Qualität." Den Vergleich zum Vorjahr wollte Hirsch gar nicht mehr ziehen, denn trotz eines bestehenden Startrekords helfen die Ergebnisse der letzten Saison nicht mehr in der Wertung der neuen Spielzeit. Und das betonte der MSV-Coach auch vor dem Wiedersehen mit Regensburg: "Das Spiel fängt wieder bei Null an. Das ist zwar ein Euro für das Phrasenschwein, aber das ist so."

Bulic folgt offiziell auf Hahn

Im vergangenen Jahr überrollte Duisburg den Jahn, der Drittliga-Aufsteiger bezwang den Zweitliga-Absteiger überraschend mit 4:0. Eine ähnlich hohe Niederlage, nämlich ein 1:5, kassierte Regensburg am vergangenen Wochenende gegen Hoffenheim II. Da musste auch Hirsch schmunzeln, denn die Erfahrung einer deutlichen Pleite bei der U23-Mannschaft hatte der MSV ebenfalls gemacht – 1:4 im vergangenen November. "Das kann in Hoffenheim mal passieren", blickte Hirsch auf die letzte Partie der Jahnelf zurück. "Das macht es gleichzeitig ein bisschen schwierig. Wenn man hoch verloren hat, dann weiß man nie, was genau auf einen zukommt. Ich glaube schon, dass sie eine gewisse Qualität haben und die Spieler vorher eng waren." Rasim Bulic, der die Kapitänsbinde bereits in den letzten Partien trug, wird die Zebras in Regensburg nun offiziell als neuer Spielführer auf den Platz führen.

Nach dem Last-Minute-Abgang von Alexander Hahn wurde der Abräumer befördert, während Joshua Bitter aus dem Kreis des Mannschaftsrats in die Rolle des Vizekapitäns neben Can Coskun nachrückt. Neu im Mannschaftsrat wird wiederum Tobias Fleckstein sein. Einen direkten Ersatzmann im Kader gibt es für Hahn erst einmal nicht. "Man beobachtet den Markt natürlich weiter, aber wir holen niemanden, nur, weil uns jemand verlassen hat", betonte Hirsch. Der sich im Übrigen als Sammler alter Panini-Bilder zu erkennen gab, die Schmuckstücke aus seiner aktiven Karriere auf dem Dachboden aufbewahrend. "Ich hoffe, der Trainer ist auch dabei", spielte Hirsch auf die neue Serie, die erstmals für die 3. Liga in Umlauf gebracht wird. "Ich würde mich nochmal über ein Klebebild freuen." Und womöglich über eine alte Stecktabelle, in der er den MSV derzeit sorglos auf Platz 1 setzen darf.

   

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