Arabis Transferfazit: "Sie sind hungrig, für die Fortuna zu spielen"
Im Mai trat Samir Arabi die Nachfolge von Sven Mislintat als Sportvorstand von Fortuna Düsseldorf an. Die Aufgabe? Der größte Umbruch der jüngeren Vereinsgeschichte beim Zweitliga-Absteiger. Fast 60 Transferbewegungen gab es im Kader der Rheinländer – und nun zog der 47-Jährige das erste Fazit.
"Natürlich sind wir noch in dem Prozess"
Das Transferfenster in Deutschland ist geschlossen, und F95-Sportvorstand Samir Arabi wird erst einmal durchpusten. Sechs Leihspieler kehrten zu ihren Stammvereinen zurück, dazu trennten sich 23 Akteure von der Fortuna – darunter auch alle vier Spieler, die Düsseldorf in der vergangenen Saison verliehen hatte. Zudem gaben die Rheinländer zwei Talente per Leihgeschäft ab. In Summe also 31 Abgänge, während nur sechs Akteure aus dem letzten Zweitliga-Kader blieben. Im Umkehrschluss holte Arabi insgesamt 19 Spieler und zog fünf Nachwuchsspieler hoch.
Wie bewertete der Sportvorstand die Arbeit? "Ich glaube, dass wir alle als Gruppe mit den Leuten, die daran gearbeitet haben, zufrieden sind mit dem, was wir jetzt geschafft haben", so der 47-Jährige im Vereins-TV. "Natürlich sind wir noch in dem Prozess, dass sich die Gruppe finden muss", schob Arabi nach, nachdem er betont hatte, dass er "sehr, sehr großen Wert" darauf gelegt habe, "gute Charakter in unsere Gruppe zu bekommen". Stabilität und Belastbarkeit – zwei Faktoren, die Düsseldorf nach einer katastrophalen Phase in der Vereinsgeschichte gebraucht hat und auch weiter brauchen wird.
"Das zeigt sich jetzt in den ersten Wochen", war auch Arabi bewusst, dass der Start für die Düsseldorf alles andere als optimal verlaufen war. Womöglich hilft, dass der F95-Sportvorstand eine vergleichbare Transferphase schon einmal im Dienst von Arminia Bielefeld erlebt hatte, obwohl die Planungszeit in Düsseldorf dieses Mal durch den späten Abstieg und auch durch den späten Wechsel von Mislintat zu Arabi erschwert wurde.
"Leute haben Lust auf die Fortuna"
Vom neuen Willen der neuen F95-Mannschaft ist der Sportvorstand hingegen völlig überzeugt. "Wir haben das Gefühl, dass die Leute Lust auf die Fortuna haben. Nicht nur aufgrund der Attraktivität der Stadt oder des Stadions, sondern, dass sie von unserem Weg überzeugt sind, den wir gemeinsam gehen wollen. Dass sie hungrig sind, für die Fortuna zu spielen", gab Arabi an. Dass viele Zahnräder bei der Größe des Umbruchs noch nicht ineinander greifen, weil eben auch schlichtweg eine Vielzahl von neuen Leuten im Verein aufeinandertrifft, sei nicht ungewöhnlich. "Das braucht Zeit, und natürlich wissen wir auch, dass wir schnell Ergebnisse in dieser Liga brauchen. Aber trotzdem will ich ein bisschen dafür werden, dass das ein Prozess ist. Wenn das alles nicht von Nöten wäre, könnte man sich auch einfach nur jeden Sonntag treffen und hoffen, dass man die Ergebnisse einfährt", so Arabi.
Automatismen und Hierarchien werden sich bei der Fortuna bilden, dessen war sich der Sportvorstand sicher. Ein Schritt in die richtige Richtung war der 1:0-Sieg gegen Stuttgart II, der zeigt, dass Düsseldorf die schwachen Auftritte der ersten Partien verdauen konnte. "Das war schon ein Brustlöser für diese Gruppe. Die Anspannung war groß, auch einfach deshalb, weil sich die Jungs zu 100 Prozent mit der Sache identifizieren und es eher zu gut machen wollten. Damit waren sie sehr beschäftigt, was an den ersten beiden Spieltagen dann nicht funktioniert hat", räumte Arabi ebenso ein. Der Druck war da, der Kopf spiele im Fußball mit.
Nun blickte der F95-Sportchef aber zuversichtlich voraus: "Man hat die Erleichterung gespürt und jetzt ist auch wieder eine Gelassenheit da, die man braucht, um gut Fußball spielen zu können." Am Sonntag (19:30 Uhr) bei Fortuna Köln und am Mittwoch (19:30 Uhr) im Landespokal beim SV Biemenhorst sollen die nächsten Erfolge gelingen.