Insolvenzverfahren eröffnet: Nächste Phase bei 1860 beginnt

Zehn Wochen, nachdem Drittliga-Absteiger TSV 1860 München für seine KGaA einen Insolvenzantrag gestellt hatte, ist das Insolvenzverfahren nun offiziell eröffnet worden. Das geht aus der Veröffentlichung im Portal der Insolvenzbekanntmachungen hervor. Als Insolvenzverwalter wurde der bisherige vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig bestellt.

Gläubigerversammlung am 1. Dezember

Laut dem Beschluss wurde das Verfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eröffnet. Für die KGaA beginnt damit die eigentliche Abwicklung. Gläubiger können ihre Forderungen nun bis zum 20. Oktober beim Insolvenzverwalter anmelden. Für den 1. Dezember sind eine Gläubigerversammlung sowie die Prüfung der Forderungen angesetzt. Mit der Verfahrenseröffnung ergeben sich auch Folgen für die Beschäftigten und Spieler.

Wie der frühere Insolvenzverwalter des 1. FC Kaiserslautern, Dirk Eichelbaum, gegenüber dem "BR" erklärt, besteht nun ein Sonderkündigungsrecht. Demnach können sowohl der Insolvenzverwalter als auch die Arbeitnehmer bestehende Verträge mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Das würde auch für Profispieler gelten, deren Verträge mit der KGaA geschlossen wurde.

Spielbetrieb weiterhin nicht gefährdet

Auf den laufenden Spielbetrieb hat die Insolvenzeröffnung zunächst keine direkten Auswirkungen. Entscheidend werde laut Eichelbaum sein, wie sauber die neue Spielbetriebsgesellschaft von der insolventen KGaA getrennt werden könne und wie mit bestehenden Verträgen, Mitarbeitern und Infrastruktur umgegangen werde.

Geschäftsführer Manfred Paula betont gegenüber dem "BR", der Verein verfolge weiterhin "eine klare Linie". Die neue Spielbetriebsgesellschaft, die auch über das Spielrecht für die Regionalliga verfügt, sei komplett neu aufgebaut worden – von der Mannschaft über die Infrastruktur bis hin zu den internen Systemen. Die in den vergangenen Wochen geleistete Arbeit solle nun fortgesetzt werden. Unterdessen rechnet Eichelbaum damit, dass die Insolvenz auch juristische Nachwirkungen haben könnte. Mit Blick auf die vergangenen Monate sagte er, die Beteiligten müssten sich auf weitere gerichtliche Auseinandersetzungen einstellen.

Nach fünf Spielen noch ungeschlagen

Sportlich sind die Löwen indes mit neun Punkten aus den ersten fünf Spielen in die neue Saison gestartet. Zusammen mit Tabellenführer TSV Buchbach ist 1860 zudem das einzige Team der Regionalliga Bayern, das noch ungeschlagen ist. Dennoch steht in der Tabelle – bei allerdings einem Spiel weniger – derzeit nur Platz 7 zu Buche.

   

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