Wieder drei Standardtore: Hansa gewinnt 4:2 in Saarbrücken
Am frühen Sonntag hat der F.C. Hansa Rostock seine Aufstiegsambitionen untermauert. Die Kogge drehte nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich des 1. FC Saarbrücken auf und erzielte binnen 20 Minuten drei Tore, die allesamt – wie schon vor zwei Wochen gegen Mannheim – nach einem Standard fielen. Zwei Saarbrücker Joker waren dabei besonders im Pech.
Bedrückte Stimmung – Dajakus Flanke zur Führung
Jeweils noch ungeschlagen gingen der 1. FC Saarbrücken und Hansa Rostock in den 3. Spieltag. Während Saarbrücken zwei Siege zum Auftakt feierte, sammelte die Kogge vier Punkte. Im Vergleich zum Pokalspiel gegen Hertha BSC veränderte Giannikis seine Elf auf drei Positionen: Bignetti kehrte für Broll ins Tor zurück, Lee und Brünker starteten für Nankishi und Kühlwetter. Auf der Gegenseite begann Hansa nach dem Pokalduell gegen den VfB Stuttgart mit vier Veränderungen: Kopacz, Dirkner, Wallner und Kraus rückten für Pfanne, Gürleyen, Dietze und Michaelis in die Startelf.
Die Stimmung war zunächst bedrückt. Beide Fanlager trauerten. Die Hansa-Anhänger gedachten des beim letzten Gastspiel in Saarbrücken verstorbenen Fans. Saarbrückens Zuschauer schwiegen derweil 19 Minuten und drei Sekunden für den beim Pokalspiel verunglückten und später verstorbenen FCS-Fan.
Sportlich startete Saarbrücken besser in die Partie und hatten nach drei Minuten die erste Annäherung – Fatkic klärte nach einer Hereingabe im Fünfmeterraum in höchster Not. Danach passierte lange Zeit wenig, ehe Pick von der linken Außenbahn einen Freistoß frech auf das Tor zog. Rostocks Keeper Unbehaun war jedoch auf dem Posten (17.). Wenig später eroberte Saarbrücken den Ball hoch. Staff zog aus halblinker Position aus 17 Metern eher hektisch ab, statt noch etwas zu gehen. Den harmlosen Schuss parierte Unbehaun (18.).
Danach wurde Rostock etwas besser und ging in Führung. Dajaku sprintete auf der linken Außenbahn nach vorn, ließ Pick mit einem Haken stehen und flankte vor das Tor. Da sich vor Bignetti viel tat, konnte der Keeper erst spät reagieren und den auf das Tor fliegenden Ball nicht mehr parieren (32.). Vor der Pause hatte Rostock dann die große Chance auf das 2:0. Voglsammer schickte Dajaku, der wohl im Abseits stand. Der Stürmer kam im Eins-gegen-eins mit Bignetti zum Abschluss, doch der Saarbrücker Keeper verhinderte den zweiten Gegentreffer.
Hansa dreht nach Gegentreffer auf
Hatte Rostock gehofft, dieses Mal zu null zu spielen, war diese Hoffnung nach knapp 70 Sekunden in der zweiten Halbzeit dahin. Lee tankte sich nach einem langen Ball von Brünker auf der linken Außenbahn durch, sprintete in den Strafraum und tunnelte Unbehaun aus spitzem Winkel. Rostock ließ sich davon allerdings nicht beirren und kam zunächst durch Bohnert zu einer Chance, dessen Volleyabnahme jedoch über das Tor ging (51.). Nach einer Ecke ging die Kogge dann wieder in Führung: Dajaku flankte an den kurzen Pfosten, wo Carstens den Ball per Kopf ins Tor verlängerte (55.).
Rostock blieb dran und arbeitete am 3:1, das nach einer Stunde fiel: Fatkic verwandelte einen Strafstoß souverän. Bitter für Giannikis: Zunächst verursachte der eingewechselte Kühlwetter einen Freistoß, aus dem eine Flanke resultierte. Zu dieser brachte Nankishi, der ebenfalls zuvor eingewechselt worden war, Wallner im Sechzehner zu Fall. Saarbrücken hatte nach dem Ausgleich vollends die Kontrolle verloren und kam erst in der 69. Minute wieder gefährlich vor das Tor. Nachdem Krauß Pick am Abschluss gehindert hatte, versuchte es Owusu im Strafraum. Den zu unplatzierten Schuss hielt Unbehaun (69.). Mehr oder minder im Gegenzug hatte Voglsammer das 4:1 auf dem Fuß, schoss den Ball aus zehn Metern aber über das Tor (70.). Die Entscheidung fiel schließlich in der 74. Minute. Wie beim 2:1 flankte dieses Mal Schuster nach einer Ecke an den kurzen Pfosten, wo Wallner vor Bignetti an den Ball kam und einköpfte.
Gegen die drohende Klatsche stemmte sich Saarbrücken noch einmal. Fahrner passte von der Grundlinie in den Rückraum, wo Pick unbedrängt abschloss und ins kurze Eck verwandelte (76.). Zuvor war Owusu im Eins-gegen-eins mit Unbehaun zu Fall gekommen. Saarbrücken forderte einen Strafstoß – Co-Trainer Gaetan Krebs sah aufgrund zu heftiger Proteste dabei die Rote Karte. Während bei den Gästen Wallner angeschlagen ausgewechselt werden musste, war Saarbrücken wieder besser in der Begegnung. Spannend wurde es aber dennoch nicht mehr.
Durch die erste Niederlage dieser Saison nach zuvor zwei Siegen rutscht Saarbrücken auf den vierten Rang ab. Rostock klettert mit sieben Punkten aus drei Partien auf den zweiten Platz. Kommenden Samstag gastiert der FCS in Meppen (14 Uhr). Hansa empfängt zur selben Zeit den SV Wehen Wiesbaden.