"Sehr, sehr ambitioniert": Koschinat ruft erstes Etappenziel aus
20 Punkte aus zwölf Spielen: Wo sich vielerorts die Trainer nicht öffentlich über Ziele äußern, setzt RWE-Coach Uwe Koschinat schon das erste Ausrufezeichen in der neuen Saison. Vor dem Auftakt beim 1. FC Saarbrücken (Sonntag, 16:30 Uhr) gab der 54-Jährige konkret an, was er sich von der ersten Etappe der anstehenden Spielzeit wünscht.
"Werden ganz klare Orientierungsziele liefern"
1. Spieltag, erste Spieltags-Pressekonferenz – und Uwe Koschinat nahm direkt zu Beginn kein Blatt vor den Mund. 130 Sekunden war die erste Ansprache des RWE-Coaches alt, als der 54-Jährige auch schon das Heft des Handelns in die Hand nahm. "Selbstverständlich, und das wollen wir aktiv anmoderieren, geht es natürlich vor so einem ersten Spiel auch immer um eine konkrete Zielformulierung", ahnte Koschinat, dass er im Laufe der Medienrunde ohnehin auf die RWE-Ziele in dieser Saison angesprochen wird – kein Wunder, nachdem Essen vor wenigen Wochen noch die Zweitliga-Relegation verlor und damit erneut zum offensichtlichen Favoritenkreis zählen wird. Aber ganz so einfach wollte es der 54-Jährige den Journalisten dann auch nicht machen: "Wir werden ganz klare Orientierungsziele liefern, die sich wegbewegen von einem finalen Saisonziel. Wir werden weiterhin ganz klar in Etappen denken."
Das Wort 'Aufstieg' nahm Koschinat folgerichtig zu keinem Zeitpunkt in den Mund. Aber die erste Ziellinie wurde ausgesprochen. "Ich empfinde das, was wir jetzt formulieren, als sehr, sehr ambitioniert. Auf der anderen Seite bietet die letzte Saison eine klare Orientierung. Deshalb wollen wir aus den ersten zwölf Spielen wieder 20 Punkte holen und das mit einer deutlich besseren Bilanz bei der Anzahl der Gegentore verbunden", so Koschinat. Der direkte Vergleich zeigt, dass RWE in der vergangenen Saison bei genau diesen 20 Punkten stand und ein Torverhältnis von 23 zu 20 vorweisen konnte. Das bedeutete nach dem ersten Drittel der zurückliegenden Spielzeit den fünften Platz im Zwischenranking.
"Haben sehr bewusst einen überschaubaren Kader"
An diesem Etappenziel will sich Koschinat in den nächsten Wochen messen lassen. "Dafür wäre es wunderbar, wenn wir einen guten spielerischen und punktechnisch guten Start in Saarbrücken hinlegen können. Mit Bezug auf dieses sehr, sehr ambitionierte Ziel wäre das ein guter Start", fand der 54-Jährige. Zur Verfügung stehen ihm dafür alle Spieler, die Koschinat in seinem verhältnismäßig kleinen Kader angesammelt hat. "Wir haben ja sehr bewusst einen überschaubaren Kader", gab der RWE-Coach diesbezüglich an und führte im Laufe der Medienrunde weiter aus: "Prinzipiell ist die Situation sehr, sehr positiv, weil es auf der einen Seite eben sehr überschaubare Konkurrenzkämpfe gibt, also Spieler auch wirklich immer einen sehr, sehr kurzen Weg in die Stammelf haben. Und auf der anderen Seite ist es natürlich sehr, sehr positiv, weil du dich in der täglichen Trainingsarbeit wirklich auf einzelne Spieler sehr gut fokussieren kannst."
Das heißt: Koschinat will seine Spieler in der Spitze besser gemacht haben, was sich am Sonntag vor rund 1.650 mitgereisten RWE-Fans zeigen wird. Die Augen auf dem Transfermarkt, sie werden selbstverständlich offen bleiben – vor allem im Mittelfeld. Die gute Vorbereitung, das Brechen von Negativserien – RWE gewann seit dem Aufstieg 2022 noch kein Auftaktspiel in eine neue Saison – und das Selbstbewusstsein aus einer starken letzten Saison sollen Essen beim Start stärken. Und Saarbrücken wird dagegenhalten, wie sich Koschinat sicher war: "Nach Jahren, in denen man eigentlich immer um die Spitze in der 3. Liga gespielt hat, haben sie ein sehr schwieriges Jahr hinter sich. (…) Insgesamt haben wir in der Vorbereitung eine deutliche Aufbruchsstimmung bei ihnen wahrgenommen, weil sie auch sehr, sehr stabile Transfers hatten." Insofern ging Koschinat davon aus, dass auch der FCS mit "ordentlich Selbstvertrauen" loslegen wird.