Duell mit Riemann gewonnen: Bajic ist neue Nummer 1 in Aachen

Mit einem Heimspiel gegen den SC Verl startet Alemannia Aachen am Sonntagabend in die neue Saison – mit Stefan Bajic im Tor. Der Neuzugang aus Frankreich hat das Duell um den Stammplatz zwischen den Pfosten gegen Manuel Riemann gewonnen.

Größeres Entwicklungspotenzial bei Bajic

37 versus 24 Jahre: Was das Alter – und damit auch die Erfahrung – angeht, unterscheiden sich Riemann und Bajic schon deutlich. Abgesehen davon habe Trainer Mersad Selimbegovic während der Vorbereitung jedoch "keine großen Unterschiede" festgestellt, wie der bei der Spieltags-Pressekonferenz am Freitag sagte. Etwa seien beide Keeper gut mit dem Fuß. Dass die Wahl in einem entsprechend engen Rennen auf Bajic gefallen ist, begründete Selimbegovic vor allem mit dem Entwicklungspotenzial des 24-Jährigen.

"Spieler entwickeln sich nur, wenn sie Selbstvertrauen haben. Und das haben sie nur, wenn sie Vertrauen bekommen. Deswegen werden wir Stefan alles geben, was er braucht, um sich weiter zu entwickeln." Wenn der Franzose den nächsten Schritt mache, "wird er ein sehr sehr spannender Torwart", so Selimbegovic. Riemann habe die Entscheidung demnach "sportlich aufgenommen", nehme die Rolle des Ersatzkeepers "überragend" an und unterstütze seine Kontrahenten in vielen Bereichen. "Seine Erfahrung ist eine Schatzkiste, die wir im richtigen Moment aufmachen müssen."

"Sehr starkes Training" von Schroers

Während die Torwartfrage damit geklärt wurde, ist die Zukunft von Mika Schroers weiterhin offen. Vor allem der 1. FC Nürnberg zeigt großes Interesse, zuletzt lagen die Vereine aber noch weit auseinander. Den Frust über den stockenden Wechsel konnte der 24-Jährige auch im Training nicht komplett verbergen, was zu einer öffentlichen Ermahnung von Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi führte.

"Da kommt so viel von links und rechts, dass man fast nicht mehr klar denken kann", sagte Selimbegovic und sprach davon, dass es "keine einfache Situation" für den Offensivspieler sei. "Die Begehrlichkeiten sind da, das spricht für uns alle. Wir werden ihn weiter bestmöglich unterstützen. Und wenn wir ihn brauchen, wird er da sein", zeigte sich der 44-Jährige überzeugt, zumal er am Donnerstag ein "sehr starkes Training" von Schroers gesehen habe. Ob der Stürmer am Sonntag von Anfang an auflaufen wird, ließ Selimbegovic aber noch offen.

"Eigentlich wollen wir Erster werden"

Kapitän Mika Hanraths wird dagegen wohl zur Startelf gehören, nachdem er die Folgen seines vor einem Jahr erlittenen Kreuzbandrisses mittlerweile auskuriert hat. Es sei "gar nicht so leicht" gewesen, "ihn langsam aufzubauen", so der Alemannia-Trainer. "Er ist sehr motiviert und will direkt wieder spielen. Wir sind froh, dass er fit ist und hoffen, dass er am Sonntag 90 Minuten spielen kann." Auch sonst kann Selimbegovic personell aus dem Vollen schöpfen, einzig Neuzugang Ken Izekor wird noch fehlen. Was die Spielweise oder das System angeht, soll indes nicht viel gegenüber der letzten Saison geändert werden. "Das wichtigste ist Intensität."

Gerade auch gegen einen spielstarken Gegner wie den SC Verl. Selimbegovic sprach den Ostwestfalen einen "Riesenrespekt" dafür aus, wie sie den XXL-Umbruch in der Sommerpause bewältigt bekamen. "Die werden wieder eine gute Rolle spielen", legte sich der 44-Jährige fest. Das will auch die Alemannia. "Eigentlich wollen wir Erster werden", sagte er mit einem Augenzwinkern und zählte dann nahezu die halbe Liga auf, die ein ähnliches Ziel verfolgt. Daher soll – zumindest öffentlich – kein konkretes Ziel ausgerufen werden: "Wir wollen den Verein stabilisieren und uns weiterentwickeln. Wir wollen Spaß haben wie in der Rückrunde. Ob wir wieder so gut sein werden, werden wir sehen." Die Sommerpause sei jedenfalls "ausreichend lang" gewesen. "Jetzt können wir es kaum erwarten, dass es wieder losgeht." 22.000 Zuschauer werden am Sonntagabend erwartet.

   

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