Saisonprognose #3: Regensburg, Ingolstadt, Viktoria und Mannheim

In knapp zwei Wochen beginnt die 19. Ausgabe der eingleisigen 3. Liga. Wer mischt diesmal im Aufstiegskampf mit? Wer spielt gegen den Abstieg? Und welche Überraschungen hat die so schwer zu berechnende 3. Liga diesmal zu bieten? In fünf Teilen nimmt liga3-online.de alle Teams unter die Lupe und wagt eine Prognose. Im dritten Teil schauen wir auf den SSV Jahn Regensburg, den FC Ingolstadt 04, Viktoria Köln und den SV Waldhof Mannheim.

Ausgangslage: "Langfristig wollen wir gerne aufsteigen, aber das geht nur über harte Arbeit und eine kontinuierliche Entwicklung", erklärte Sascha Hildmann bei seiner Vorstellung Ende März. Die Vision ist klar: Der langjährige Zweitligist möchte mittelfristig ins Unterhaus zurückkehren. Gleichwohl verfügt Regensburg nicht über die Strahlkraft, geschweige denn über die finanziellen Möglichkeiten manch anderer Standorte. Der Erfolg muss Schritt für Schritt erarbeitet werden – ein Weg, für den Hildmann steht. In Münster gelang ihm im dritten Jahr der Aufstieg aus der Regionalliga in die 3. Liga und anschließend der Durchmarsch in die 2. Bundesliga. So weit ist man in der Oberpfalz noch nicht. Dennoch ist das Fundament bereits gelegt: Nach dem großen Umbruch vor der vergangenen Saison herrscht diesmal das Gebot der Kontinuität. Die Mannschaft wurde nur geringfügig verändert und soll nun den nächsten Schritt machen.

Transfers: Wichtigster Erfolg der Transferperiode war, dass der Großteil des Kaders zusammengehalten werden konnte, darunter die komplett Abwehrreihe. Mit Eric Hottmann (für 300.000 EUR nach Düsseldorf), Noel Eichinger (ablösefrei nach Karlsruhe) muss der Jahn nur zwei absolute Leistungsträger ersetzt werden. Bei den Neuzugängen freut sich Regensburg besonders auf Nassim Boujellab (Havelse) fürs Mittelfeld und Patrick Hobsch (1860 München) für den Sturm. Im Tor duellieren sich künftig die beiden Talente Max Schmitt (Bayern, zuletzt in Ulm) und Hannes Herrmann (HSV).

Vorbereitung: Gegen den österreichischen Bundesligist Ried (4:2), Unterhaching (2:0) und die Stuttgarter Kickers (2:1) feierte die Jahn-Elf drei Siege, während es gegen Fünftligist Schwaig ur zu einem 2:2 reichte und sich die Jahnelf im Duell mit Regionalligist Vilzing sogar mit 2:3 geschlagen geben musste. Die Generalprobe steigt am Samstag gegen Drittliga-Absteiger Ulm, ehe die Saison auswärts bei Viktoria Köln beginnt.

Prognose: Im zweiten Jahr nach dem Zweitliga-Abstieg kann Regensburg auf eine eingespielte Truppe zurückgreifen, was in dieser engen Liga sicherlich kein Nachteil ist. Für den Aufstiegskampf dürfte dem insgesamt eher durchschnittlich besetzten Kader jedoch die Qualität fehlen. Ein Mittelfeldplatz erscheint realistisch. Platz 9 bis 14.

 

Ausgangslage: Dass ein zwölfter Platz angesichts der Ambitionen für Unzufriedenheit bei den Schanzern sorgte, war wenig überraschend – und blieb nicht ohne personelle Konsequenzen. Sportdirektor Ivica Grlic und Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer mussten den Klub im Laufe der Vorsaison verlassen. Trainerin Sabrina Wittmann genießt dagegen weiterhin das Vertrauen der Verantwortlichen und geht in ihre dritte Spielzeit. Die sportliche Führung liegt nun maßgeblich bei Rückkehrer Harald Gärtner, der den Weg des FCI zwischen 2007 und 2019 von der Regionalliga bis in die Bundesliga mitprägte. Unterstützt wird er von Kaderplaner Ringo Hof. Nach mehreren Jahren mit offensiv formulierten Aufstiegszielen gibt sich Ingolstadt diesmal zurückhaltender. Die namhaften Verpflichtungen zeigen dennoch, dass die Oberbayern weiterhin Ansprüche hegen.

Transfers: Mit Vinko Sapina (Dresden), Lars Lokotsch (Münster), Keanan Bennetts (Notts County) und Rückkehrer Benjamin Kanuric (Leixões) wurde ein prominentes Quartett an Land gezogen. Hinzu kommen entwicklungsfähige Spieler wie Jong-min Seo (First Vienna) sowie die beiden Angreifer Sejdo Durakov und Obed Chidindu Ugondu (beide aus Erfurt). Auf der Abgangsseite wiegen vor allem zwei Verluste schwer: Mit Max Besuschkow (Duisburg) und Marcel Costly (wechselte für eine kolportierte Ablöse von rund einer Million Euro nach Heidenheim) verabschiedeten sich der zentrale Taktgeber im Mittelfeld und der entscheidende Unterschiedsspieler in der Offensive.

Vorbereitung: Gegen Eichstätt (2:0), den österreichischen Meister Linzer ASK (2:0) und Palermo (1:0) feierte der FCI drei Zu-Null-Siege. Im Landespokal setzte sich die Wittmann-Elf zudem deutlich gegen Forstinning (7:1) durch. Die einzige Niederlage der Vorbereitung gab es beim 0:1 gegen RB Leipzig. Bevor die Drittliga-Saison mit einem Heimspiel gegen Aufsteiger Würzburg beginnt, testet der FCI noch gegen Heidenheim und trifft im Landespokal auf Regionalligist Memmingen.

Prognose: Der Umbruch hält sich in Grenzen, zugleich wurde der Kader gezielt mit Erfahrung und Entwicklungspotenzial verstärkt. Für ganz oben dürfte es dennoch nur reichen, wenn sich die Neuzugänge als Volltreffer erweisen. Platz 5 bis 11.

 

Ausgangslage: Seit Jahren gelingt es nur den wenigsten Vereinen so gut wie Viktoria Köln, namhafte Abgänge aufzufangen und durch junge, weitgehend unbekannte Spieler zu ersetzen. Gleichzeitig hielten sich die Höhenberger stets souverän von der Abstiegszone fern und etablierten sich im gesicherten, häufig sogar oberen Mittelfeld der 3. Liga. Erleben wir nun die x-te Wiederholung dieses Schemas? Nein! In diesem Sommer ist die Ausgangslage in Höhenberg ungewöhnlich komfortabel: Mit Leonhard Münst (Osnabrück) und Simon Handle (Hallein) müssen lediglich zwei Leistungsträger ersetzt werden. Erstmals seit Jahren kann der Kader gezielt verstärkt werden, ohne zunächst zahlreiche Lücken schließen zu müssen. Gleichzeitig gelang es den Verantwortlichen, mehrere vielversprechende Neuzugänge nach Höhenberg zu holen. Ist die Truppe von Marian Wilhelm damit bereit für den nächsten Schritt?

Transfers: Mit Pascal Fallmann (Aue) verpflichtete die Viktoria einen gefragten Rechtsverteidiger. Auch Kilian Jakob (1860 München) für die linke Seite darf als starke Verstärkung gewertet werden. Im klassischen Viktoria-Stil wurde zudem ein Talente-Quartett präsentiert: Niklas Swider (Gladbach II), Niklas Jahn (Bochum II), Jason Amann (Mainz II) und Noah Maboulou (Nürnberg). Ergänzt wird der Kader durch Alexander Prokopenko (Jena), Niklas Castelle (Ulm, zuletzt Aachen) und Eric Gueye (Oberhausen).

Vorbereitung: Gegen Rodenbach (18:0), Bonn (4:1) und Steinbach (5:0) feierte Viktoria Köln drei klare Siege, ehe es gegen den niederländischen Zweitligisten Maastricht eine 1:4-Niederlage gab. Dafür meldete sich die Wilhelm-Elf mit zwei Siegen gegen Elversberg (2:1) und den niederländischen Zweitligisten Venlo (5:3) zurück. Am kommenden Wochenende stehen gegen den belgischen Erstligisten Standard Lüttich und Kaiserslautern noch zwei abschließende Testspiele an.

Prognose: Erstmals seit Jahren startet Viktoria Köln ohne größeren Umbruch in die Saison und kann auf ein eingespieltes Gerüst bauen, das vielversprechend verstärkt wurde. Wozu sind die Kölner in dieser neuen Konstellation in der Lage? Ein Platz im oberen Mittelfeld scheint gut möglich. Platz 6 bis 11.

 

Ausgangslage: Rui Mota heißt er, der neue Trainer des SV Waldhof Mannheim. Nachdem Luc Holtz den Klub in Richtung FC Metz verlassen hatte, suchten die Verantwortlichen mehrere Wochen nach einem Nachfolger – und wurden schließlich beim 47-jährigen Portugiesen fündig, der zuletzt – jeweils durchaus erfolgreich – in Georgien, Armenien und Bulgarien arbeitete. "Rui war von Beginn an unsere Wunschlösung für die vakante Trainerposition", erklärte Sportchef Gerhard Zuber. "Mannheim goes international" gilt auch für die Kaderplanung. Mit Gonçalo Gregório (FC Noah, Armenien), Leroy Mickels (FC Zira, Aserbaidschan) und Jid Okeke (Stockport, England) verpflichtete der Waldhof mehrere Spieler aus ausländischen Ligen. In der Kurpfalz möchte man kreativere Wege gehen als so mancher Konkurrent – und damit den nächsten sportlichen Schritt machen. Nach drei Jahren im Abstiegskampf oder Tabellenmittelfeld wollen die Buwe wieder oben anklopfen.

Transfers: Insgesamt zehn neue Gesichter laufen über den Trainingsplatz in der Quadratestadt. Sie sollen elf Abgänge ersetzen, darunter mehrere Stammkräfte wie Felix Lohkemper und Arianit Ferati (beide Sandhausen). Als kleiner Transfercoup darf die Verpflichtung von Torjäger Julian Ulbricht gewertet werden, der in der Vorsaison 27 Treffer für den SV Meppen erzielte. Auch von Flügelspieler Noah Sarenren Bazee (Bielefeld) und Verteidiger Claudio Kammerknecht (Dresden) versprechen sich die Verantwortlichen viel. Weitere Transfers für das Mittelfeld sollen noch folgen.

Vorbereitung: Nach deutlichen Siegen gegen Wallstadt (15:0) und Moosbrunn (14:0) gewann der Waldhof auch gegen den Stadtrivalen VfR Mannheim (2:0) und den Schweizer Meister Thun (2:1). Anschließend folgten Niederlagen gegen Frankfurt II (0:2) und Nürnberg (2:3), ehe gegen Liefering und Kranj jeweils ein 4:1 gelang. Der Testspielmarathon endet mit einem Duell gegen Eintracht Frankfurt, bevor der SVW die Saison mit einem Heimspiel gegen Düsseldorf eröffnet.

Prognose: Der Waldhof bastelt an einem spannenden Kader, der sich die Einordnung als Wundertüte redlich verdient. Ausschläge in beide Richtungen sind denkbar, am wahrscheinlichsten erscheint jedoch ein Platz im gesicherten Mittelfeld. Platz 7 bis 12

 

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