Gescheiterte RL-Reform: Fanszenen kündigen Proteste an

Mit scharfer Kritik an den Regionalverbänden und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) kündigen mehrere Fanszenen Proteste zum Start der neuen Saison an. Hintergrund ist das vorerst gescheiterte Vorhaben, die Aufstiegsregelung aus den Regionalligen zu reformieren.

Vorwurf des Betrugs

In einem veröffentlichten Statement werfen die Fanszenen den Verbänden vor, Vereine und Fans bei der Abstimmung über eine Reform "betrogen" zu haben. Insbesondere kritisiert sie, dass zentrale Bestandteile der vorgeschlagenen Modelle sowie das Abstimmungsverfahren kurz vor der Abstimmung verändert worden seien.

Nach Ansicht der Initiative sei dadurch die zuvor erreichte Geschlossenheit der Vereine geschwächt worden. "Der jüngste Skandal um die lang ersehnte Aufstiegsreform beweist beispielhaft, dass die Fußballverbände längst vergessen haben, welche Interessen sie vertreten", heißt es in der Erklärung. Statt um die Interessen der Vereine gehe es "ganz offensichtlich nicht mehr um den Willen der Vereine, ihrer Sportler und Mitglieder, sondern um Besitz- und Machtansprüche".

"Angemessen, aber definitiv spürbar"

Zugleich fordern die Fanszenen personelle Konsequenzen bei den Verbänden. "Wir haben spätestens jetzt einen Punkt erreicht, an welchem Köpfe rollen müssen". Den Regionalverbänden werfen die Anhänger vor, ihre "Maske abgelegt" zu haben, während der DFB den Vorgängen ihrer Ansicht nach nichts Ehrliches entgegensetze. Für die kommenden Wochen kündigen die Initiatoren weitere Protestaktionen in den Stadien an und rufen Fans zur Unterstützung auf. Diese würden "angemessen, aber definitiv spürbar" ausfallen.

"Der Start der neuen Saison wird ungemütlich. Es geht um mehr als einen sportlich erfolgreichen Start in die Spielzeit – es geht um Fairness, Authentizität und konsequente personelle und ideelle Veränderungen im Fußball. Der Protest der Vereine und ihrer Anhänger wird in die Stadien getragen und die Solidarität zunächst nur mittelbar betroffener Clubs ist dabei spürbar."

Acht Drittliga-Fanszenen unterstützen Aufruf

Insgesamt 47 Fanszenen unterstützen den Aufruf, darunter mit Rostock, Ingolstadt, Würzburg, Fortuna Köln, Münster, Duisburg, Meppen und Saarbrücken auch acht Fanszenen aus der 3. Liga. In der Regionalliga Nordost war es zum Saisonauftakt am Freitagabend bereits zu Protesten gekommen. So warfen Anhänger des 1. Lokomotive Leipzig, der bereits dreimal in den Aufstiegsspielen gescheitert war, kleine Pokale auf das Spielfeld. Zudem ruhte in der ersten Spielminute der Ball.

   

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