Fans sabotierten VAR-Monitor: Münster muss 16.800 Euro zahlen
Weil Fans beim Heimspiel gegen Hertha BSC am 8. März dem Monitor für die Videoüberprüfung am Spielfeldrand den Stecker gezogen und zudem Pyrotechnik abgebrannt hatten, ist der SC Preußen Münster vom DFB-Sportgericht mit einer Geldstrafe in Höhe von 16.800 Euro belegt worden.
Bildschirm blieb schwarz
Es lief die 45. Minute, als Hertha-Offensivspieler Michael Cuisance nach einer Grätsche von Niko Koulis im Strafraum zu Fall gekommen war. Schiedsrichter Felix Bickel ließ zunächst weiterlaufen, wurde dann jedoch von Videoassistentin Katrin Rafalski zu einem On-Field-Review geschickt. Am Monitor am Spielfeldrand blieb der Bildschirm jedoch schwarz, sodass der Unparteiische die Szene nicht selbst überprüfen konnte.
Dennoch entschied Bickel auf Strafstoß und erklärte im Stadion, dass seine Kollegin im Videoraum ein Foul erkannt habe. Der Grund für den Ausfall der Technik wurde wenig später bekannt: Ein vermummter Münster-Anhänger hatte sich aus dem Block der aktiven Fanszene unrechtmäßig Zutritt zum Innenraum verschafft und den Stecker der technischen Anlage gezogen. Unter Mithilfe eines weiteren vermummten Anhängers kletterte er anschließend zurück in den Fanblock.
SC Preußen bedauerte Vorfall
Zeitgleich wurde im Fanblock ein Banner mit der Aufschrift "Dem VAR den Stecker ziehen" gezeigt. Weder der in dem Bereich der Review-Area postierte Ordner noch die sich in dem Bereich befindlichen Mitarbeiter der Fanbetreuung konnten rechtzeitig eingreifen.
Der SC Preußen Münster hatte den Vorfall bedauert und angekündigt, alles daransetzen zu wollen, "den oder die Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen". Außerdem waren umgehend Maßnahmen ergriffen worden, um vergleichbare Vorfälle für die Zukunft auszuschließen. Etwa soll der VAR-Monitor künftig durch zusätzliche Sicherheitskräfte geschützt werden. Zumindest in der kommenden Saison wird das allerdings nicht nötig sein, schließlich gibt es in der 3. Liga keinen VAR.