Nach Entlassungswelle: Ex-Mitarbeiter klagen gegen F95

Der Abstieg von Fortuna Düsseldorf hatte weitreichende Folgen – insbesondere abseits des Rasens. Vor allem die Geschäftsstelle wurde hart getroffen: Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter musste den Verein verlassen. Einige der Betroffenen gehen nun rechtlich gegen ihre Kündigung vor.

"Zu seiner Umsetzung ist der Verein jetzt sogar verpflichtet"

"Die Fallhöhe von der 2. zur 3. Liga ist enorm und die wird natürlich eine Tragweite mit sich bringen, die ich heute nicht benennen kann", sagte Düsseldorfs Vorstandsvorsitzender Alexander Jobst unmittelbar nach dem Abstieg. Einige Tage und Wochen später sind die Auswirkungen deutlich greifbarer: Auf der Geschäftsstelle hat Fortuna Düsseldorf 67 von 119 Mitarbeitern entlassen. Darüber hinaus fielen im Nachwuchsleistungszentrum sowie im Umfeld der Profimannschaft weitere 30 Arbeitsplätze weg. Ein Großteil der Beschäftigten erhielt betriebsbedingte Kündigungen, zudem wurden auslaufende Verträge nicht verlängert.

Jobst erklärte dazu: "Diesen Prozess müssen wir vornehmen und zu seiner Umsetzung ist der Verein jetzt sogar verpflichtet. Wir haben in den vergangenen Tagen sehr viele Gespräche mit unseren geschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen müssen, viele von ihnen sind von diesem Abstieg betroffen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die teilweise über viele Jahre alles an Herz und Leidenschaft in unseren Verein gelegt haben, um ihn nach vorn zu bringen." Es sei ein "harter Einschnitt, aber unausweichlich". Gleichzeitig sei ihm bewusst, dass hinter den Entscheidungen zahlreiche persönliche Schicksale stünden: "All diejenigen können nichts für den Abstieg. Im Gegenteil: Sie haben in den vergangenen Wochen alles dafür getan, um zu verhindern, dass das passiert, was jetzt passiert ist."

16 Mitarbeiter klagen gegen Kündigung

Einige der Betroffenen gehen nun juristisch gegen die Fortuna vor. Wie die "Rheinische Post" berichtet, sind bis Mittwoch 17 Klagen eingegangen. In 16 Fällen handelt es sich um die üblichen Kündigungsschutzklagen. Im verbleibenden Fall wurde eine Bedingungskontrollklage eingereicht. Dabei richtet sich die Klage gegen eine auflösende Vertragsbedingung aufgrund der fehlenden Gültigkeit für die 3. Liga.

Kurios: Die 17 Klagen stammen lediglich von 16 Personen. Ein ehemaliger Mitarbeiter hat aus bislang unbekannten Gründen zwei Klagen in derselben Angelegenheit eingereicht. Dass noch weitere Klagen folgen, gilt zwar als unwahrscheinlich. Schließlich ist die dreiwöchige Klagefrist inzwischen abgelaufen. "In Sonderfällen oder bei Problemen mit der Zustellung könnten jedoch weiterhin rechtliche Schritte möglich sein", schreibt die Zeitung.

   

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